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An Tag zwei der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2021 in Lettland wurden gleich sechs Paarungen angesetzt. Gefordert wurden dabei am Samstag auch die Teams aus Deutschland und der Schweiz.

Norwegen - Deutschland 1:5
Keine 24 Stunden nach dem 9:4-Auftaktsieg in das Turnier gegen Italien war die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in Riga erneut im Einsatz. Gegen die Vertretung Norwegens galt es durch einen weiteren doppelten Punktgewinn die Ambitionen auf ein erfolgreiches Turnier direkt weiter zu untermauern.
Nach einem etwas zähen Auftakt in das zweite Turnierspiel gelang dieses Ansinnen am Samstagmittag letztendlich auch. Am Ende stand ein deutlicher 5:1-Sieg der DEB-Mannschaft, welche die vergangenen drei Duelle bei Weltmeisterschaften gegen die Norweger allesamt verloren hatte.
In einem insgesamt ausgeglichenen Spiel trafen fünf verschiedene Spieler für Deutschland im ersten Spiel des Tages in der Gruppe B. Für Norwegen war es das erste Spiel des Turniers.
Mit mehreren Rückkehrern von der letzten Weltmeisterschaft und einem Kader, der häufig zusammenspielt, stellt Norwegen bei diesem Turnier ein unbequem zu bespielendes Team. Während des gesamten ersten Drittels setzten sie die Deutschen immer wieder gekonnt unter Druck.
Die DEB-Auswahl ging 15 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts etwas glücklich mit 1:0 in Führung, als sie vor Henrik Haukeland für viel Verkehr sorgte und Moritz Müller einen Schuss vom Punkt abfeuerte, den Matthias Plachta über die Torlinie lenkte.
Zu Beginn des zweiten Drittels konnte Deutschland seine Führung im Powerplay ausbauen. Marcel Brandt fälschte einen One-Timer von Leon Gawanke so ab, dass dieser knapp über Haukelands Handschuh segelte.
Norwegen lag nun mit 0:2 im Hintertreffen und musste aufmachen, um wieder ins Spiel zu kommen. Nach einem Turnover in der neutralen Zone und einem starken Angriff über die Außenbahn ging das DEB-Team mit 3:0 in Führung, wobei Leonhard Pföderl ein schönes Tic-Tac-Toe-Passspiel abschloss.

Kurz nach der Hälfte des Spiels vertändelte Christian Kaasastul den Puck am Bullypunkt und Lukas Reichel nutzte die sich ihm bietende Chance eiskalt. Reichel zeigte in dieser Szene seine große Stärke mit dem Puck, als er einen Backchecking-Versuch abwehrte und zum 4:0 traf.
Mathis Olimb trug mit dazu bei, dass Norwegen spät im zweiten Drittel auf die Anzeigetafel kam. Der ehemalige KHL-Spieler und MVP der Champions Hockey League schoss einen Handgelenkschuss, der von Emil Lilleberg abgefälscht wurde, und Norwegen verkürzte auf 1:4
Lean Bergmann stellte die deutsche Vier-Tore-Führung zu Beginn des dritten Drittels wieder her, als er Torhüter Haukeland mit einem Handgelenkschuss vom rechten Flügel überwand.
Bundestrainer Toni Söderholm gab sich hinterher natürlich zufrieden: "Der Gegner hat uns mehr gefordert als Italien. Es war aber auch einfacher, im Rhythmus zu bleiben, weil das Tempo des Spiels insgesamt höher war. Wir haben eine sehr solide Leistung gezeigt und müssen jetzt genauso analysieren und den nächsten Gegner vorbereiten wie sonst auch. Die Spielanlage von Norwegen lag uns. Es gibt immer Verbesserungspotenzial, aber im Großen und Ganzen haben die Jungs ein Lob verdient, wir wollten eine konstante Steigerung sehen von Spiel eins zu zwei."
Stürmer Lukas Reichel gab zu Protokoll: "Wir sind schon am Anfang gut ins Spiel kommen und haben über 60 Minuten nie aufgehört zu ackern. Norwegen war ein stärkerer Gegner als Italien, doch wir waren darauf gut vorbereitet. Unsere Berliner Formation verfügt über viel Selbstvertrauen und die richtige Chemie durch die Meisterschaft. Wir verstehen uns auf uns abseits des Eises einfach richtig gut und wir freuen uns, dies hier bei der Nationalmannschaft einzubringen."
Am Montag trifft die DEB-Auswahl auf Kanada (ab 18.30 Uhr MESZ live bei Sport1).
Tschechien - Schweiz 2:5
Am Samstagabend begann auch für die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft die WM in Riga. Sie traf zum Auftakt auf die Auswahl Tschechiens. Die Schweizer rund um ihren Trainer Patrick Fischer äußerten sich im Vorfeld des Turniers sehr selbstbewusst, auch wenn die offizielle Zielsetzung offiziell Viertelfinale lautet. Aber rund um das Team äußerten sich etliche Protagonisten zuletzt sogar deutlich forscher. Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils etwa sagte gegenüber den Kollegen der Neuen Züricher Zeitung: "Wir müssen uns vor niemandem verstecken, Gold liegt absolut in Reichweite." Und auch Stürmer Nico Hischier, in New Jersey ein Teamkollege Siegenthalers, sprach ganz offen vom Weltmeistertitel.
Der Start in das Duell mit Tschechien missglückte allerdings zunächst. Filip Chytil brachte den Gegner der Schweizer in der 15. Minute mit 1:0 in Führung. Gregory Hofmann zeichnete noch vor dem Ende des Eröffnungsdrittel für den Ausgleich verantwortlich. Im zweiten Abschnitt dominierten die Schweizer dann weitestgehend das Geschehen. Timo Meier von den San Jose Sharks sorgte für die erstmalige Führung (25.), bevor Tristan Scherwey kurz darauf sogar auf 3:1 stellte (39.).
Abermals Meier sorgte zu Beginn des Schlussdrittels für das 4:1 (51), bevor Jiri Smejkal in der 55. Minute noch einmal für etwas Spannung in diesem Spiel sorgte. Erst der zweite Treffer von Hofmann zum 5:2-Endstand sorgte dann für die endgültige Erleichterung im Lager der Schweizer (58.).

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Die weiteren Spiele:
Gruppe A
Dänemark - Schweden 4:3
Nicklas Jensen war beim 4:3-Überraschungssieg Dänemarks gegen Schweden der Held des Tages. Jensen erzielte einen Hattrick im Duell der skandinavischen Rivalen in Riga. Der 28-jährige Jensen war außerdem an Emil Kristensens Führungstreffer im dritten Drittel beteiligt und beendete den Tag mit vier Punkten. Diese Leistung überschattete die von Carl Klingberg. Dieser erzielte zwei Tore und gab einen Assist für die Schweden, stand aber am Ende auf der Verliererseite.

Großbritannien - Russland 1:7
Dank insbesondere eines sehr starken ersten Drittels, in dem ein früher 4:1-Vorsprung herausgespielt werden konnte, vollbrachte es Russland einen ungefährdeten 7:1-Sieg gegen Großbritannien einzufahren. Anton Burdasov führte das Team mit zwei Toren an und Mikhail Grigorenko war nach seinem Treffer gegen die Tschechen 24 Stunden zuvor erneut erfolgreich. Auch die Briten hatten etwas Grund zur Freude, als Liam Kirk, der erste in England ausgebildete Spieler, der von einem NHL-Team gedraftet wurde (NHL Draft 2018, 7. Runde, 189. Position, Arizona Coyotes), sein erstes Tor bei der Weltmeisterschaft erzielen konnte.
Gruppe B
Finnland - USA 2:1
Dank 29 Rettungstaten ihres Torhüters Jussi Olkinuora hat das Team aus Finnland am Samstag in der Arena Riga mit einem knappen 2:1-Sieg gegen die Vertretung der USA die Verteidigung des Weltmeistertitels von 2019 eingeläutet. Die Finnen streben nach ihrer vierten Goldmedaille nach 1995, 2011 und 2019. "Das ist ein guter Start in das Turnier, aber wir können noch vieles verbessern", sagte Iiro Pakarinen, der im zweiten Drittel den Siegtreffer erzielte. Atte Ohtamaa traf ebenfalls für Finnland. Jason Robertson antwortete für die Amerikaner.
Lettland - Kasachstan 2:3 n.P.
Unglücklicher Spielverlauf für die WM-Gastgeber aus Lettland. Gegen den Kontrahenten Kasachstan stand es nach 60 Minuten 2:2. Nachdem die fünfminütige Verlängerung torlos blieb, musste ein Penaltyschiessen über den Spielausgang entscheiden.
Hier hatten die Kasachen das glücklichere Ende für sich. Die Entscheidung fiel nach sieben Runden im Penaltyschiessen. Es war ein Spiel, das zwei Drittel lang ohne viel Spannung war, sich aber im dritten Drittel steigerte und zu einem spannenden Finale führte.