Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Detroit Red Wings und den New Jersey Devils

Die Spieler der Detroit Red Wings müssen sich auch in diesem Jahr die Stanley Cup Playoffs im Fernsehen anschauen. Die Mannschaft von Trainer Todd McLellan hat nach der jüngsten 3:5-Heimniederlage am Samstagabend (Ortszeit) gegen die New Jersey Devils keine Chance mehr, noch auf einen Wildcard-Platz zu kommen. Damit nehmen die Red Wings einen unrühmlichen Spitzenplatz in der Liga ein. Die Enttäuschung in Detroit ist groß.

Ausgerechnet bei der „Fan Appreciation Night“, beim letzten Heimspiel der Saison, bei dem die Organisationen ihre Wertschätzung gegenüber den Anhängern zum Ausdruck bringen, gab es am Ende Buh-Rufe von den treuen Fans in der Little Caesars Arena zu Detroit. Nach der Schlusssirene stand fest, dass die schwarze Serie des Franchise weitergeht. Zum zehnten Mal in Folge erleben die Anhänger der Red Wings kein Playoff-Eishockey. Eine solche Durststrecke hat es in der Geschichte der Red Wings noch nicht gegeben. Es ist gleichbedeutend mit der längsten aktiven Durststrecke in der Liga, da die Buffalo Sabres ihre in dieser Spielzeit beenden.

Larkins Verständnis

Entsprechend enttäuscht waren auch die Spieler nach der Partie. Kapitän Dylan Larkin zeigte Verständnis für die Reaktion auf den Tribünen. „Das ist extrem schwierig. Es sind leidenschaftliche Fans. Sie wollen gewinnen. Sie haben in der Vergangenheit großartige Jahre hier erlebt. Sie wollen die Mannschaft dort wieder sehen.“ Die Mannschaft habe das Potenzial gehabt, in die Playoffs zu kommen. „Wir haben gekämpft. Es hat nicht gereicht.“

„Das ist Detroit, das ist Hockeytown. Ich darf mich glücklich schätzen, dass ich es schon andersrum erlebt habe, als die Fans nicht aufhören konnten, zu jubeln. Die Fans wollen ein Team sehen, das ihnen einen Grund gibt zu jubeln. Wir verdienen ihre Reaktion“, zeigte McLellan Verständnis. Er war 2008 Assistenztrainer in Detroit, als die Red Wings die bislang letzte ihrer elf Meisterschaften gewannen.

Gute Ausgangsposition

Dabei war die Ausgangsposition noch vor wenigen Wochen sehr gut für Detroit. Noch am 24. Januar waren die Red Wings gleichauf mit den Carolina Hurricanes an der Spitze der Eastern Conference und hatten ein scheinbar komfortables Polster von zwölf Punkten auf die Zone außerhalb der Playoff-Plätze. Seitdem lautet ihre Bilanz 9-14-4, was Platz 28 im Ranking der erzielten Punkte bedeutet und Platz 30 bei den Toren pro Partie (2,59). Bei den Toren bei Fünf gegen Fünf sind sie mit 41 in diesem Zeitraum sogar Schlusslicht der Liga.

Am 25. Januar waren die Red Wings an der Spitze der Atlantic Division. Nach der Pause für die Olympischen Spiele standen sie immer noch auf dem ersten Wild Card Platz in der Eastern Conference. Doch dann ging dem Team mit dem deutschen Verteidiger Moritz Seider und dem Österreicher Marco Kasper die Luft aus. Nach dem ersten März lautet die Bilanz der Red Wings 7-10-3. Sie haben mit die fünftwenigsten Punkte in der Liga geholt in dem Zeitraum. In den vergangenen fünf Spielen gab es nur einen Sieg (1-3-1), in den vergangenen elf Partien gingen die Red Wings nur dreimal als Sieger vom Eis (3-7-1). „Es ist eng geworden, wir haben es nicht geschafft. Wir haben unseren Job nicht erledigt“, sagte Larkin. Vor der Olympia-Pause habe man die engen Spiele noch für sich entschieden, meinte auch McLellan. „Danach war das weg.“

NJD@DET: Hughes bedient Bratt zur erneuten Führung

Drei Führungen reichen nicht

Gegen die Devils mit den Schweizern Nico Hischier, Jonas Siegenthaler und Timo Meier sah es lange Zeit gut aus für die Gastgeber. Doch auch hier brachten sie den Erfolg nicht über die Ziellinie. Im ersten Drittel hatte Justin Faulk Detroit in Führung gebracht (10.). Jack Hughes glich eine Minute später aus. Im zweiten Drittel gab es das gleiche Bild: David Perron brachte Detroit in Führung (32.), Jesper Bratt glich wenig später aus (36.). Und auch die dritte Führung der Red Wings nach dem Treffer von Emmitt Finnie (48.) hielt nicht. Cody Glass, Bratt und Dawson Mercer mit einem Treffer ins leere Tor stürzten Detroit ins Tal der Tränen. „Das Spiel heute ist ein Mikrokosmos für die Saison, wo wir als Organisation stehen. Wir müssen besser werden in allen Bereichen“, meinte McLellan. „Wir müssen in der Lage sein, den Laden dicht zu machen mit einer Führung so spät in der Saison“, haderte auch Red Wings-Stürmer Lucas Raymond.

Jetzt sei die Enttäuschung riesig, meinte der Schwede. „Es stinkt. Wir hatten eine gute Gelegenheit, die schwarze Serie zu beenden.“ Man müsse nun schnell herausfinden, woran es gelegen habe und die richtigen Schlüsse ziehen. „Wir haben uns selbst in eine gute Ausgangsposition gebracht und es trotzdem nicht geschafft. Wenn man es nicht in die Playoffs schafft, ist es egal, wie viele Punkte fehlen. Wir hatten alle Werkzeuge, es zu schaffen. Wir haben es aus der Hand gegeben.“

McLellan selbstkritisch

Der Coach erläuterte, dass man mit dem Start der Vorbereitung auf die Saison 2025/26 drei Ziele gehabt habe. Es sollte physisch härter sein, gegen Detroit zu spielen, die mentale Stärke sollte verbessert werden, und auch das Spielmanagement sollte besser werden. „Ich dachte, wir haben Fortschritte gemacht. Aber seit der Olympiapause war das irgendwie weg. Das geht mit uns, mit den Trainern, nach Hause“, konstatierte McLellan. Auch sein Kapitän meinte, dass die Mannschaft Fortschritte in einigen Bereichen gemacht habe, auch wenn es sich gerade nicht so anfühle. Doch viele junge Spieler hätten einen großen Schritt nach vorne in ihrer Entwicklung gemacht, sagte Larkin.

Das vierte Gegentor nahm er auf seine Kappe. „Ich darf diesen Fehler nicht in dieser Situation zu dieser Zeit in der Saison machen“, sagte er geknickt und meinte damit wohl seinen Scheibenverlust im Angriffsdrittel, der zum vorentscheidenden Konter der Devils führte. McLellan wollte allerdings die Niederlage nicht an einem Spieler fest machen. Er nahm vielmehr die Gruppe in die Pflicht. „Man kann den Druck akzeptieren, oder sich ihm ergeben. Es scheint, dass wir uns für die zweite Option entschieden haben.“

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