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Red Wings werden Verkäufer sein

Detroit wird vor der NHL Trade Deadline höchstwahrscheinlich Spieler abgeben, da die Playoffserie wohl reißen wird.

von Nicholas J. Cotsonika @cotsonika / NHL.com Kolumnist

DETROIT -- Der Tag der Abrechnung ist für die Detroit Red Wings gekommen.

Vor einem Monat erklärte General Manager Ken Holland, dass er alles möglich machen wolle, um die Stanley Cup Playoffs zu erreichen. Doch nach der 3-1 Niederlage gegen die New York Islanders am Dienstag in der Joe Louis Arena haben sie den schlechtesten Punkteschnitt (0,483) der Eastern Conference.

Sie werden bis zm 28. Februar nicht mehr spielen. Dann werden sie, weniger als 24 Stunden vor der NHL Trade Deadine 2017 am 1. März um 3 p.m. ET gegen die Vancouver Canucks antreten. Also wird es Zeit, Klartext über ihre Chancen, ihre Playoffserie von 26 Saisons zu verlangern, zu sprechen. Es wird Zeit, es zu verkünden. Zum ersten Mal überhaupt werden sie Verkäufer sein.

Sie liegen acht Punkte hinter den Boston Bruins, die den zweiten Wild Card Platz im Osten innehaben. Sieben Teams stehen zwischen ihnen und zum Schlusslicht Carolina haben sie nur noch zwei Punkte vorsprung und vier Spiele weniger ausstehend.

Eine weitere Sichtweise: Die Red Wings zogen in der Vorsaison mit Ach und Krach in die Playoffs ein (93 Punkte), weil sie einen Sieg mehr nach regulärer Spielzeit oder Overtime hatten als die Bruins. Um in der laufenden Saison 93 Punkte zu erreichen, müssten sie 35 Punkte in ihren verbliebenen 22 Spielen erreichen. Werden sie eine Serie von 17-4-1, 16-3-3, 15-2-5 oder 14-1-7 hinlegen?

"Einfache Mathematik", sagte Holland, "wir müssen ein unglaubliches Finale hinlegen, um es zu schaffen."

Holland fing bereits an zu arbeiten.

"In der letzten Woche, da wurden die Telefone geschäftiger; Sowohl eingehende als auch ausgehende Anrufe", erklärte Holland.

Allerdings ist die Frage, was muss Holland verkaufen?

Nur weil die Red Wings höchstwahrscheinlich zum ersten Mal seit über einem viertel Jahrhundert die Playoffs verpassen werden, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie ihre langfristige Philosophie aufgeben werden. Sie haben kein Zeichen gegeben, dass sie ihre Veteranen loswerden und einen kompletten Neuanfang wagen möchten. Ihr Ziel wird es nächste Saison sein, wieder die Playoffs zu schaffen. Sie werden vielleicht damit liebäugeln, Spieler zu traden, die längerfristige Verträge haben, sofern das überhaupt Sinn macht. Doch solche Trades finden üblicherweise in der Sommerpause statt, wenn die Teams flexibler sind.

Die Red Wings haben künftige unrestricted Free Agents im Kader, die für Teams als Leihgeschäfte interessant sein könnten: Die Stürmer Drew Miller, Steve Ott und Thomas Vanek sowie Verteidiger Brendan Smith. Doch Miller überstand alle Waivers und spielt für Grand Rapids in der American Hockey League. Ott ist ein Viertreihe- und Unterzahlspieler. Nur Vanek und Smith könnten einen gewissen Wert haben.

Die Islanders erhielten im Zusammenhang mit dem Vanek Trade in 2014 einen Zweitrundenzug von den Montreal Canadiens. Teams zahlen für Verteidiger häufiger etwas mehr. Die Toronto Maple Leafs erhielten im Vergangenen Jahr zwei Zweitrundenzüge von den San Jose Sharks für Roman Polak.

"Ich hatte einige kurze Gespräche mit den Agenten unserer unrestricted Free Agents um beurteilen zu können, was sie denken", sagte Holland. "Wir werden bis kommenden Mittwoch einige Entscheidungen fällen."

Als unrestricted Free Agent unterzeichnete Vanek, 33, am 1. Juli einen Einjahresvertrag für 2,6 Mio. USD bei den Red Wings. Wenn er fit war, war er einer ihrer besten Spieler und sammelte 38 Punkte (15 Tore, 23 Assists) in 47 Spielen. Die Red Wings sind daran interessiert, mit ihm zu verlängern und obwohl er am Dienstag nicht für einen Kommentar bereitstand, betonte er bereits mehrfach, dass er interessiert sei, in Detroit zu bleiben.

Doch selbst, wenn sie sich über eine Verlängerung einigen, eine Verlängerung würde in Hinblick auf den NHL Expansion Draft im Juni zur jetzigen Zeit keinen Sinn machen. Warum sollten die Red Wings jetzt mit Vanek verlängern und damit riskieren, dass sie ihn an die Vegas Golden Knights verlieren? Warum sollten sie ihn anstelle eines anderen schützen? Warum sollte Vanek jetzt bei Detroit unter Zeichnen und riskieren, in Las Vegas zu landen, wenn er keine "no-movement"-Klausel erhält?

Wenn die Red Wings ein starkes Angebot für Vanek erhalten, könnten sie ihn traden und darauf hoffen, ihn am 1. Juli als Free Agent zurückzuholen. Wenn sie kein starkes Angebot bekommen, könnten sie ihn halten und ihm nach dem Expansion Draft eine Verlängerung anbieten. Es könnte ihre Chancen verbessern. Er und seine Familie sind in den vergangenen vier Jahren von Buffalo über Long Island, Montreal und Minnesota nach Detroit gekommen und würde sich nun gerne niederlassen. Er weiß, dass das Gras woanders nicht grüner ist.

Smith, 28, wurde beim NHL Draft 2007 von den Red Wings in der ersten Runde (Nr. 27) ausgewählt und verbrachte fünf komplette Spielzeiten in Detroit. Er erklärte, dass er am Mittwoch nach Fort Lauderdale, Florida, fliegen und etwas abspannen und nicht an die Trade Deadline denken werde,

"Natürlich wird mich mein Agent informieren, wenn etwas passiert, oder ich werde es auf Social Media mitbekommen", sagte Smith. "Ich kenne Eishockey nur bei den Red Wings und ich mag es. Ich liebe jeden Moment hier. Ob gut oder schlecht. Sie haben aus mir einen besseren Spieler gemacht. Es ist schwer, zu spekulieren, weil ich nichts Anderes kenne. Ich würde weiterhin gerne den Red Wings Weg gehen, aber es ist ein Geschäft, man weiß nie, was passiert.

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