Sprong Compher Fisher Split for DET Free Agency

Moritz Seider dürfte die Free Agency bislang mit Freude verfolgt haben. Der Grund: Seine Detroit Red Wings haben ordentlich aufgerüstet. Nachdem sie in den vergangenen sieben Spielzeiten die Stanley Cup Playoffs stets verpassten, in der zurückliegenden Saison allerdings mit 80 Punkten die beste Ausbeute in dieser Durststrecke verbuchten, hat der verstärkte Kader nun endgültig Playoff-Potenzial.

Mittlerweile 13 Spieler haben in der Free Agency, die am Samstag begann, einen Vertrag bei den Red Wings unterzeichnet. Die Stürmer J.T. Compher, Daniel Sprong und Christian Fischer sowie die Verteidiger Shayne Gostisbehere und Justin Holl dürften potenzielle Schlüsselspieler sein. Zudem wurde Center Klim Kostin fest unter Vertrag genommen, nachdem die Red Wings ihn per Trade als Restricted Free Agent von den Edmonton Oilers erworben hatten. Auch die Verpflichtungen von Verteidiger Gustav Lindstrom und den Torhütern James Reimer sowie Alex Lyon erscheinen sinnvoll.

All die Neuzugänge verstärken eine Mannschaft, die mit jungen Top-Spielern wie Seider und Lucas Raymond sowie Kapitän Dylan Larkin bereits ein starkes Fundament hat. Kurzum: Dieser Kader erscheint zumindest auf dem Papier wie ein Playoff-Anwärter. Die Neuzugänge lassen keinen Zweifel daran, die einst so erfolgreiche Ära der Red Wings (11 Stanley Cup Siege) neu aufleben lassen zu wollen.

Compher, der 2022 mit den Colorado Avalanche den Stanley Cup gewann, weiß um die Tradition der Red Wings. "In Chicago aufzuwachsen und in Michigan (an der Universität - d. Red.) gespielt zu haben, hat mir geholfen, das große Vermächtnis und die Traditionen zu verstehen, die die Red Wings als Organisation haben. Ich weiß, dass sie versuchen, etwas wirklich Großartiges aufzubauen. Das ist ein toller Ort, um in den nächsten Jahren hier zu spielen", sagte er.

2022 GS: Compher fälscht im Powerplay ab

Nicht zuletzt die Gespräche mit seinen neuen Teamkameraden Larkin und Andrew Copp überzeugten ihn davon: "Sie haben gesagt, dass sie die Mannschaft toll finden. Und dass dies wirklich klasse Leute sind, die gewinnen wollen. Sie alle freuen sich darauf, zusammenzuarbeiten und die Playoffs zu erreichen und dieses Team so gut wie möglich zu machen. Es hört sich so an, als würde die Organisation im Großen und Ganzen auf das gleiche Ziel hinarbeiten."

Compher weiß aus eigener Erfahrung, dass eine sportliche Wende innerhalb weniger Jahre möglich ist. Als er in der Saison 2016/17 seine erste Spielzeit für Colorado absolvierte, war die Avalanche das punktschwächste Team der NHL. Nichts deutete darauf hin, dass dieses Franchise fünf Jahre später den Stanley Cup gewinnen würde. Doch genauso kam es. "Das war eine tolle Reise", betonte Compher. "Es gab Herausforderungen, die man durchmacht, und man lernt viel über sich selbst. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und freue mich darauf, die gleiche Art von Reise nun hier zu erleben."

Reimer, der zuletzt das Tor der San Jose Sharks hütete, glaubt ebenfalls an eine erfolgreiche Zukunft: "Sie hatten in den letzten Jahren nicht den Erfolg, den sie sich gewünscht hätten. Aber jetzt bauen sie wirklich etwas auf. Man kann die Handschrift von Stevie (General Manager Steve Yzerman) erkennen, wenn man sich das Team anschaut. Jeder in der Liga kann sehen, was hier vor sich geht und was sie tun. Ich freue mich, ein Teil davon zu sein."

Flügelstürmer Fischer, der vergangene Saison im Dienst der Arizona Coyotes 13 Tore und 14 Assists verbuchte, entschied sich nicht zuletzt aufgrund seines Bauchgefühls für die Red Wings. Als er gefragt wurde, warum er einen Vertrag in Detroit unterzeichnet habe, antwortet er ehrlich: "Ich wünschte, ich könnte ihnen eine konkrete Antwort geben. Aber als ich mit Steve gesprochen hatte, war ich einfach sehr motiviert. Es fühlte sich richtig an."

Außenstürmer Sprong war vergangene Saison noch bei den Seattle Kraken aktiv und verbuchte in der regulären Spielzeit 21 Tore sowie 25 Assists. In den zehn Playoff-Spielen ließ er einen Treffer und eine Vorlage folgen. "Letztes Jahr in Seattle hatten wir einen tiefen Kader. Ich konnte im Powerplay helfen und auch im 5 gegen 5 punkten. Ich freue mich darauf, genau das nach Detroit zu bringen", erläuterte er.

COL@SEA, Sp4: Sprong trifft in Überzahl

Gostisbehere spielte vergangene Saison zunächst für Arizona, wurde dann zu den Carolina Hurricanes getradet und erreichte mit ihnen das Eastern Conference Finale. "Es entfacht definitiv ein Feuer in dir, wenn du in den Playoffs derart weit kommst", meinte er.

"Ich war zwar schon einmal in den Playoffs, bin aber nie über die zweite Runde hinausgekommen. Man bekommt zu spüren, was es bedeutet, wenn man so spät in der Saison wichtige Spiele spielt. Es herrscht einfach eine andere Atmosphäre und eine andere Stimmung", erläuterte Gostisbehere. "Und wenn man erst einmal auf den Geschmack gekommen ist, möchte man das unbedingt noch einmal erleben."

Möglicherweise ist er in Detroit genau am richtigen Ort dafür. Dies wäre jedenfalls ganz im Sinne von Seider.