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Namhafte Zugänge bringen nicht automatisch Erfolg

NHL Pulse: Die Lehren aus dem unterschiedlichen Saisonstart von Toronto, San Jose und St. Louis

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "NHL Pulse" beleuchtet NHL.com/de an jedem Montag aktuelle Themen, Diskussionen und Entwicklungen der Saison 2018/19, die im Hintergrund des Spielgeschehens liegen.

Heute geht es um die schwierige Planbarkeit von Erfolg durch namhafte Neuzugänge:

 

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Chemie oder Mathematik sind keine Disziplinen, mit deren Hilfe sich in der NHL garantiert ein Erfolgsteam zusammenstellen lässt. Weder gibt es eine allgemeingültige Formel, die zwangsläufig für Harmonie bürgt, noch bildet die Summe aus hervorragenden Einzelspielern automatisch eine schlagkräftige Mannschaft. Einen Beleg für diese These liefert der höchst unterschiedliche Saisonstart der Toronto Maple Leafs auf der einen sowie der San Jose Sharks und der St. Louis Blues auf der anderen Seite. Alle drei wurden vor Beginn der Spielzeit als potenzielle Titelkandidaten gehandelt, doch lediglich die Maple Leafs erfüllten bis zum jetzigen Zeitpunkt diesen hohen Anspruch.

Während es bei den Kanadiern nach der Verpflichtung von Superstar John Tavares beinahe optimal läuft, ist bei den Konkurrenten aus St. Louis und San Jose noch reichlich Sand im Getriebe. Dabei gelang es den Sharks, mit Erik Karlsson einen der besten Offensivverteidiger der Liga von den Ottawa Senators zu ihrem bereits ansehnlichen Ensemble hinzuzufügen. Und auch bei den Blues weckten die Neuzugänge Tyler Bozak, David Perron, Chad Johnson und Ryan O'Reilly die Hoffnungen auf bessere Zeiten als zuletzt. Doch erfüllt haben sie sich diese noch nicht.

Video: TOR@DAL: Tavares nutzt Marners Vorlage im Powerplay

Als Toronto am 1. Juli mit Tavares den dicksten Fisch der Free Agency an Land zog, war der Jubel im Lager der Kanadier enorm. Der erfahrene Stürmer und langjährige Kapitän der New York Islanders sollte dem jungen Team mit seiner Erfahrung den erforderlichen Schuss Routine bringen, um aus der aufstrebenden Mannschaft einen ernsthaften Anwärter auf den Stanley Cup zu machen. Nach den ersten Spieltagen der Saison 2018/19 dürfen sich die Verantwortlichen in ihrem Ansinnen bestätigt fühlen.

Mit fünf Siegen aus den ersten sechs Begegnungen und einer Tordifferenz von 29:22 grüßen die Maple Leafs von der Spitze der Atlantic Division. Toronto ist der Klub mit den meisten Treffern aller 31 Mannschaften.

Auston Matthews führt die Liga in Sachen Tore (10) und Punkte (14) an. Neuzugang Tavares hat sich in den ersten Tagen der Spielzeit ebenfalls gut in der neuen Umgebung zurechtgefunden. Er verbuchte sechs Tore und vier Vorlagen.

 

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Nicht zufrieden mit ihrer Auftaktphase können dagegen San Jose und St. Louis sein, trotz hochkarätiger Kader und namhafter Ergänzungen. Beide erwischten einen holprigen Start.

Die Sharks gewannen von den ersten sechs Spielen lediglich zwei. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Stanley Cup Finalist des Jahres 2016 fünfmal auswärts antreten musste. Neuzugang Karlsson, der nach wochenlangen Verhandlungen erst kurz vor Beginn der Serie nach Kalifornien kam, tut sich an neuer Wirkungsstätte noch schwer. Er hat bei den Sharks noch nicht zu alter Klasse gefunden. Nach sechs Einsätzen hat er lediglich drei Assists auf der Habenseite. Besonders ungewöhnlich für ihn ist der schwache Plus/Minus-Wert von -5. Da hatte sich Coach Peter DeBoer sicherlich mehr erwartet.

Ebenfalls auf einen baldigen Umschwung hofft man in St. Louis. Bei den Blues, die nach einem geduldigen Aufbauprozess in den vergangenen Jahren hoch gehandelt wurden, läuft es überhaupt nicht rund. Mit nur einem Sieg rangieren sie am Tabellenende der Central Division. Besonders beunruhigend aus ihrer Sicht stimmt, dass von den ersten fünf Spielen vier auf heimischem Eis stattfanden.

Nach der Euphorie bei der Free Agency, als General Manager Doug Armstrong innerhalb der ersten Stunden mit der Verpflichtung von Bozak, Perron und Johnson gleich drei der von ihm auserkorenen Verstärkungen an Land zog, ist längst Ernüchterung eingekehrt. Die Hinzunahme von O'Reilly in einem Trade mit den Buffalo Sabres war bisher ebenso wenig von Erfolg gekrönt.

Dabei waren die Erwartungen an die Person O'Reilly sehr hoch, kam dieser doch mit der Empfehlung von 61 Punkten (24 Tore und 37 Assists) aus 81 Spielen von den Sabres zu den Blues. In den fünf Spielen mit seinem neuen Team (4 Assists) blieb er jedoch ohne Tor. In den jüngsten drei Spielen steuerte er nicht einmal mehr einen Scorerpunkt bei.

Noch ist es früh in der Saison für abschließende Bewertungen, können negative Trends korrigiert und umgekehrt werden. Doch der Auftakt der Hauptrunde zeigt deutlich, wie wenig planbar der Erfolg im NHL-Tagesgeschäft ist.

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