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Die Boston Bruins haben einen Lauf. Viermal hintereinander behielten sie zuletzt die Oberhand. Dass seit vier Spielen ein gewisser Taylor Hall das Trikot mit dem "B" auf der Brust trägt, hat viel damit zu tun: Der Neuzugang glänzte und machte auch seine Reihe besser. Die Bruins haben noch große Pläne - nicht nur mit Hall.

Herausragende Routiniers
Der 6:3-Erfolg am Sonntag gegen die Washington Capitals, Spitzenreiter der MassMutual East Divison, war ein Vorgeschmack auf die Stanley Cup Playoffs. In einem rasanten und kurzweiligen Spiel fielen nicht nur neun sehenswerte Tore, sondern es gab auch eine Menge Körperspiel mit 61 Checks (28:33) zu sehen.
Bostons Routiniers stachen heraus: Brad Marchand (32 Jahre, 2-2-4) legte ein Vier-Punkte-Spiel aufs Eis und erreichte dadurch den Meilenstein von 700 Scorerpunkten (792 Spiele, 313 Tore, 387 Assists) in der NHL. Reihenkollege Patrice Bergeron (35, 2-1-3) schnürte ebenfalls einen Doppelpack und sammelte drei Scorerpunkte. Mit dabei war ein Unterzahl-Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 sowie ein historisches Tor zum 5:3. Es handelte sich um das 21.000. NHL-Tor der Bruins.

WSH@BOS: Krejci sorgt für die Führung der Bruins

Hall-Trade zahlt sich aus
Großen Anteil am Sieg gegen die Capitals hatte mit David Krejci (34, 2-0-2) ein weiterer Routinier und Stanley-Cup-Sieger von 2011. An der Seite von Zwei-Wege-Verteidiger Craig Smith und Neuzugang Hall erlebt er gerade seinen zweiten Frühling. In den vier Spielen in dieser Reihe punktete Krejci immer und brachte es auf fünf Scorerpunkte (drei Tore, zwei Assists). "Ob es Zufall ist oder nicht: Hall hat Krejcis Spiel elektrisiert", sagte Bruins-Trainer Bruce Cassidy auf Nachfrage von NHL.com/de. "Krejci freut sich sehr, einen Weltklassespieler an seiner Seite zu haben. Es ist also auch gut für ihn. Hall ist ein dynamischer Offensivspieler, ein Linksschütze, der gut mit Krejci als Rechtsschützen harmoniert. Das ist eine natürliche Verbindung zwischen den beiden. Sie arbeiten zusammen gut mit dem Puck."
Ohnehin hat Hall in seiner kurzen Zeit in Boston schon mächtig Eindruck hinterlassen: In vier Spielen für die Bruins erzielte er genauso viele Tore wie zuvor in 37 Partien für die Buffalo Sabres.

NYI@BOS: Hall vollendet Doppelpass zum Führungsausbau

"Mir gefällt sein Spiel, nicht nur in der Offensive, sondern auch ohne den Puck. Er hat bislang einen guten Job gemacht und wird sich noch besser mit seinen neuen Reihenkollegen verstehen und Tore für uns schießen", glaubt Cassidy. "Dass wir ihn hier in eine Siegermannschaft integrieren können, wird ihm helfen und ihn besser machen. Er ist ein wichtiges Puzzlestück. Im Powerplay werden wir noch nach einer passenden Formation für ihn suchen. Das wird die nächste Herausforderung für uns, ihn auch hier ins Laufen zu bekommen."
Der Transfer von Hall, der zusammen mit Curtis Lazar für Anders Bjork und ein Zweitrunden-Wahlrecht beim NHL Draft nach Boston wechselte, hat schon jetzt einen überaus positiven Effekt auf die gesamte Mannschaft. "Er ist seit vier Spielen hier und wir haben alle vier Spiele gewonnen", betont Cassidy. "Wir haben zwei Reihen, die in jedem Spiel eine Gefahr darstellen und produzieren. Wir sind damit noch schwerer zu verteidigen."
Gemeint ist die brandgefährliche Top-Reihe um Marchand, Bergeron und David Pastrnak, zu der sich mit der Linie um Hall, Krejci und Smith nun eine weitere Scoring-Formation gesellt. Und auch die Tiefe kann sich sehen lassen: Charlie Coyle, Jake DeBrusk und Nick Ritchie bilden eine tolle dritte, Sean Kuraly, Lazar und Chris Wagner eine schlagkräftige vierte Reihe. Letztere könnte sogar noch aufgewertet werden, wenn der verletzte Ondrej Kase zurückkehrt.
"Vier Spiele, vier Siege. Ich würde sagen, es läuft bei uns", sagte Krejci. "Vor der Trade-Deadline macht es nie Spaß, oder? Aber danach steht das Team fest und wir gehen einfach raus. Wir vertrauen unserem System und machen unser Spiel."
Dreifaches Wiedersehen mit den Sabres
Für Hall kommt es nun zum dreifachen Wiedersehen mit den Sabres: Boston spielt in dieser Woche drei Spiele in Folge in Buffalo.

WSH@BOS: Bergeron mit der Rückhand in Unterzahl

"Das wird schwer", glaubt Cassidy, der das Tabellenschlusslicht der MassMutual East auf keinen Fall unterschätzen möchte. "Sie sind aus dem Playoff-Rennen eliminiert, haben aber in den letzten Spielen als Mannschaft zusammengefunden. Ihre jungen Spieler kämpfen um Eiszeit, wollen sich zeigen und in verantwortungsvollere Rollen schlüpfen. Sie haben keinen Druck mehr und wollen sich schon für die nächste Saison zeigen", erläuterte der Bruins-Trainer. "Wir müssen bereit und fokussiert sein. Es gibt keine schlechten Teams in dieser Liga. Wenn du nicht alles gibst, wirst du nicht gewinnen. Wir wissen, was auf uns zukommt."
Derweil hält das Verletzungspech in der Defensive weiter an: Verteidiger Jarred Tinordi zog sich nach einem Bandencheck eine Gesichtsverletzung zu, tritt die Reise nach Buffalo aber mit an. Gleiches gilt für Matt Grzelcyk, der schon wieder skatet und bald sein Comeback feiern könnte. Auch Kevan Miller ist mit an Bord, doch steht hinter einem Einsatz weiterhin ein Fragezeichen. Jakub Zboril leidet an einer Grippe. Brandon Carlo ist noch kein Thema und muss zu Hause bleiben. Das gilt auch für Stürmer Kase.