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Charas Ausfall war für die Bruins zu viel

In Spiel 4 des Stanley Cup Finales musste Boston ab der 24. Minute auf seinen Kapitän verzichten

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Schrecksekunde für die Boston Bruins. Es lief gerade die 24. Minute in Spiel 4 des Stanley Cup Finales gegen die St. Louis Blues als Zdeno Chara den Puck ins Gesicht bekam und verletzt das Eis verlassen musste. 2:1 hieß es zu diesem Zeitpunkt für die gastgebenden Blues und wie sich herausstellen sollte, wiegte der Ausfall des 42-jährigen Verteidigers und Teamkapitäns zu schwer. Die Bruins verloren die Begegnung mit 4:2 und die Serie geht mit 2:2-Siegen ausgeglichen zurück nach Boston.

In dieser Finalserie waren die Bruins schon einmal gezwungen gewesen, ihren Defensivverbund umzustellen, da sich Matt Grzelcyk bei einem Check von Oskar Sundqvist in Spiel 2 verletzt hatte. Dass Chara nun zusätzlich nicht mehr zur Verfügung stand, wog wesentlich schwerer.

Center Charlie Coyle, der im ersten Drittel den 1:1-Ausgleichstreffer erzielte, indem er einen Schuss seines Kapitäns abstaubte, haderte nicht mit dem Pech: "Solche Verletzungen passieren. So ist das Spiel. Wenn ein wichtiger Mann ausfällt, dann muss jeder einen Zahn zulegen und mehr Verantwortung übernehmen. Natürlich wiegt es schwer, wenn er uns nicht zur Verfügung steht, doch da kann man nichts dagegen tun."

Video: BOS@STL, Sp4: Chara blockt Schuss und scheidet aus

Sturmkollege Patrice Bergeron ging noch etwas mehr ins Detail: "Es ist nicht einfach mit fünf Verteidigern zu spielen. Die Folge daraus war, dass wir zu oft in unserem eigenen Drittel waren, zu selten heraus kamen und uns nicht mehr in ihrer Zone festsetzen konnten."

Das Team wirkte regelrecht gelähmt und war nicht in der Lage, die Partie an sich zu reißen. Darüber darf auch nicht der 2:2-Ausgleichstreffer von Verteidiger Brandon Carlo bei Unterzahl in der 35. Spielminute hinwegtäuschen.

"Er [Chara] ist für uns eine wichtige Führungspersönlichkeit. Auf der Bank konnte er mit uns reden. Er ist immer für uns da", äußerte sich der Torschütze voll des Lobes über Chara, der in den 19 Playoffpartien zuvor mit durchschnittlich 22:39 Minuten die zweitmeiste Eiszeit im Kader erhielt.

"Er macht immer einen unglaublichen Job für uns, [sein Ausfall] war nicht der einzige Grund, warum wir verloren haben. Wir müssen insgesamt besser werden. Es war schön zu sehen, wie er uns auch außerhalb des Eises unterstützt hat. Das hat uns schon viel bedeutet. Er ist ein klasse Leader. Wenn er dabei ist, dann bringt er unser Spiel auf ein höheres Level", bedauerte Linksaußen Marcus Johansson die Verletzungsmisere von Chara.

Video: BOS@STL, Sp4: Rask rettet doppelt gegen O'Reilly

Aufgrund der Spielanteile waren die Bruins mit der knappen Niederlage noch gut bedient. Die Blues dominierten den dritten Durchgang und erarbeiteten sich Torchance um Torchance während ihre Gäste völlig von der Rolle wirkten. 13:4 lautete das Torschussverhältnis in den letzten 20 Spielminuten zu Gunsten der Blues. Boston konnte sich bei seinem Schlussmann Tuukka Rask bedanken, dass es bis zum Empty Netter von Brayden Schenn 89 Sekunden vor dem Ertönen der Schlusssirene noch Hoffnungen auf eine Wende hegen konnte.

"Sie wollten heute den Sieg etwas mehr als wir. Das muss man so anerkennen. Na klar. Es hat uns nicht geholfen, dass er nicht mehr mitwirken konnte", meinte Rask, der es auf 34 Paraden brachte.

 

[Hier findest du alles über die BOS-STL Serie]

 

Die moralische Unterstützung des erfahrenen Slowaken, der mit einem Vollvisier auf der Spielerbank Platz nahm, jedoch nicht mehr aufs Eis zurückkehrte war zu wenig.

"Es stand fest, dass er heute nicht mehr spielen werden könne, aber wir entschieden uns nach Absprache mit ihm, seinen Teamkollegen und den Leuten aus der medizinischen Abteilung, dass es in Ordnung geht, wenn er bei uns sitzt", erläuterte Bruins Trainer Bruce Cassidy die Entscheidung.

Spiel 5 des Stanley Cup Finales 2019 zwischen den Bruins und den Blues findet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im TD Garden von Boston statt (8:00 p.m. ET NBC, CBC, SN, TVAS; 2:00 MESZ nhl.tv, DAZN, Sport1+, Teleclub Sport)

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