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Positiver Effekt der Tauschgeschäfte zur Deadline

Einen Monat nach der Trade-Deadline können die meisten Top-Teams ein positives Fazit ziehen.

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

An jedem Montag der Spielzeit 2017/18 beleuchtet NHL.com/de an dieser Stelle verschiedene Themen, die etwas abseits des täglichen Spielgeschehens liegen und den Puls der Liga im Hintergrund bestimmen. Sportliche Krisen, ein intensiverer Blick auf die aktuellsten Geschehnisse in der NHL und grundsätzliche Entwicklungen zählen dazu. Wir sorgen dafür, dass nichts davon unbeachtet bleibt.

Heute geht es um den Erfolg oder Misserfolg der Aktionen zur Trade-Deadline.

Ein Monat ist seit der Trade-Deadline vergangen und die Teams hatten die Chance ihre Akquisitionen einzubauen und den Erfolg der Tauschgeschäfte zu beurteilen. Während einige der Top-Mannschaften mit der Entwicklung sehr zufrieden sein dürften, haben sich andere sicher deutlichmehr von den potenziellen Verstärkungen erhofft.

Tampa Bay's New-York-Connection

Die Tampa Bay Lightning konnten in einem der spektakulärsten Deals Ryan McDonagh und J.T. Miller von den New York Rangers loseisen. Die bereits zuvor stärkste Offensive der Liga bekam so weitere Verstärkung für die Top-Reihen. Sowohl McDonagh, der im zweiten Verteidigerpaar aufläuft, als auch Miller, der neue linke Flügelstürmer der ersten Formation spielen stark. McDonagh kam nach seiner Verletzung, die er nach dem Trade auskurieren musste, zurück und brachte es in sieben Partien auf zwei Tore und einen Assist. Seine Plus-Minus-Bilanz von +3 deutete die Wichtigkeit für die Bolts schon an, doch Coach Jon Cooper unterstrich die Bedeutung des 28-jährigen US-Amerikaners nach dem Spiel gegen die New York Islanders am 23. März: "Er ist ein graziöser Skater und kann sich auf dem Eis sehr gut bewegen. Besonders die geblockten Schüsse, nachdem die Islanders ihren Goalie gezogen hatten waren herausragend. Er weiß, wann er in den Angriff mit einsteigen muss und wann nicht. Er ist ein großer Stabilisator für uns."

 Video: TBL@NYI: Miller trifft erneut, baut Bolts-Führung aus

Auch für Miller hat Cooper lobende Worte: "Er war eine sehr gute Ergänzung zu Nikita Kucherov und Steven Stamkos. Er ist ein starker Spieler, der die meisten Zweikämpfe gewinnt und er hat genug Talent um mit den beiden zu harmonieren." Die Verletzung von Stamkos hat die Reihe aktuell gesprengt, doch im Kampf um Platz eins in der Tabelle muss nun Tyler Johnson für die voraussichtlich kurze Ausfalldauer des Centers der ersten Reihe einspringen. Miller wird weiter an seiner starken Punkteausbeute von fünf Treffern und sieben Zuspielen arbeiten, um den Schnitt von einem Punkt pro Partie halten zu können. Ein weiterer Hattrick, wie im Spiel gegen die Ottawa Senators am 13. März würde hier helfen. Es wäre sein zweiter Karriere-Hattrick.

Las Vegas hadert mit der Verstärkung

Die Las Vegas Golden Knights sind das beste neugegründete Team aller Zeiten. Sämtliche Rekorde für eine hinzugekommene Franchise wurden durch die Glückspielstädter gebrochen und mit 100 Punkten konnte ein weiterer Meilenstein erreicht werden.

"Es ist beeindruckend. Es ist eine großartige Saison für unsere Jungs. Die Mannschaft hat sich schnell gefunden." sagte Golden Knights Stürmer James Neal nach dem Erreichen der 100-Zähler-Marke.

Video: VGK@NJD: Tatar schießt sein Erstes als Golden Knight

In der neu formierten ersten Reihe mit Jonathan Marchessault, William Karlsson und Neuzugang Tomas Tatar ist die Findungsphase noch nicht abgeschlossen. Tatar, der von den Detroit Red Wings in die Wüstenstadt wechselte, scheint noch ein Fremdkörper zu sein. Nur drei Tore und ein Assist in 13 Partien stehen für den Slowaken in den Statistiken. Zwei Treffern in den letzten drei Begegnungen deuten jedoch einen Aufwärtstrend an. Es hat den Eindruck, als wäre die Eingewöhnungszeit für Tatar rechtzeitig zu den Stanley Cup Playoffs beendet. Dies ist auch nötig, sank die Torausbeute pro Spiel von vor dem Ende der Wechselfrist 3,5 doch um einen Treffer pro Partie auf 2,54. Um die erfolgreiche Saison auch positiv zu beenden ist ein Aufschwung für die Golden Knights zwingend notwendig.

Stastny bringt Erfolg und Kadertiefe

Paul Stastny lief seit der Saison 2014/15 für die St. Louis Blues auf. Zur Trade-Deadline schickten die Blue Notes den 32-jährigen Mittelstürmer zu den Winnipeg Jets, die einen spielstarken zwei-Wege-Center für Nikolaj Ehlers und Patrik Laine suchten. Aktuell fünf Siege am Stück, eine zehn-Begegnungen-Bilanz von 7-2-1 und Stastnys Punkteausbeute von drei Toren uns sieben Assists, sowie ein Wert von +7 deuten den Erfolg des Trades an.

Video: CHI@WPG: Laine baut Streak bei Stastnys Treffer aus

Stastny liegt mit 10 Punkten in zwölf Spielen über seinem NHL-Punkteschnitt und hält Laine sowie Ehlers defensiv den Rücken frei. Rang zwei in der Central Division ist den Jets kaum noch zu nehmen und mit der aktuellen Form ist eine lange Saison für Stastny und sein neues Team nicht unwahrscheinlich.

Auch Sturmkollege Blake Wheeler schwärmte schon nach dem ersten Spiel für die Jets von dem 32-Jährigen: "Ich denke er war grandios. Ich glaube die Reihe war sehr gut. Sie haben den Puck gut bewegt und es schien, als ob sie sich gut verstanden. […] Sehr stark am Bullypunkt, ein Tor und ein Assist. Was wollen wir mehr?"

Vanek bringt Blue Jackets Siegesserie

Thomas Vanek traf für die Vancouver Canucks in 61 Spielen diese Saison 17 mal selbst und legte 24 weitere Tore auf. Mit seinem Wechsel zu den Columbus Blue Jackets konnte der Österreicher wieder von der Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs träumen. Dieser Traum könnte nun Realität werden, legten die Blue Jackets doch eine beeindruckende zehn-Spiele-Siegesserie hin und mussten sich erst am 24. März den St. Louis Blues geschlagen geben.

 

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Der aktuelle Rang drei in der Metropolitan Division, punktgleich mit dem Verfolger, den Philadelphia Flyers, würde zur direkten Qualifikation für die Schlussrunde genügen. Vanek leistete in seinen 13 Einsätzen einen großen Beitrag zur Erfolgswelle der Blue Jackets. Mit vier Toren und fünf Assists liegt er voll im Soll, doch seine Plus-Minus-Statistik von +9 ist beeindruckender. Als rechter Flügel der zweiten Reihe steht der 34-jährige neben dem über zehn Jahre jüngeren Alexander Wennberg und Boone Jenner auf dem Eis und verstärkt die beiden Youngsters mit der Erfahrung eines 959-NHL-Spiele-Veteranen. Eine gute Mischung, auch für den Kampf um die Trophäe.

Evander Kane das Puzzlestück der Sharks

In den Stanley Cup Playoffs 2016 fehlten den San Jose Sharks nur zwei Siege zum Titel, den die Pittsburgh Penguins sich sicherten. Letzte Saison scheiterten die Sharks gegen die Edmonton Oilers bereits in der ersten Runde. Mit der schweren Verletzung von Joe Thornton schien auch für diese Saison ein Erfolg in der Schlussrunde unwahrscheinlich.

 

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Die Sharks kämpften bis zur Trade-Deadline um die direkte Qualifikation und konnten sich nicht entscheidend absetzen. Die Akquisition von Evander Kane, von den Buffalo Sabres, war kostspielig, transferierten die Sharks doch einen Erstrunden-Pick, einen möglichen Viertrunden-Pick und Daniel O'Regan nach Buffalo.

Der hohe Preis scheint jedoch gerechtfertigt. Kane verbuchte in 12 Partien 12 Punkte (7 Tore / 5 Assists) und gewann mit San Jose die letzten sieben Spiele in Serie. Eine direkte Playoffqualifikation scheint sicher und die Reihe mit Joe Pavelski und Melker Karlsson harmoniert prächtig. Es scheint fast so, als hätten die Sharks das fehlende Puzzlestück Namens Kane gefunden.

Auch Kapitän Pavelski sieht in Kane einen Erfolgsgaranten: "Er hat definitiv einen großen Einfluss auf uns als Team und auf seine Mannschaftskollegen. Er war einer der Spieler, der das möglich gemacht hat, wo wir heute stehen." Besonders gerne punktet Kane gegen die Calgary Flames. Er steuerte den zwei Siegen gegen die Flames im März zwei Tore und vier Assists bei.

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