Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Vegas Golden Knights und den Anaheim Ducks

Die Anaheim Ducks haben Spiel 2 in der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 am Mittwochabend in der T-Mobile Arena mit 3:1 bei den Vegas Golden Knights gewonnen und die Best-of-7-Serie auf 1:1 ausgeglichen. Die Gäste aus Kalifornien profitieren von einer sattelfesten Defensive und verloren weder nach einem langen, erfolglosen Powerplay, noch in einer nervenzerreißenden Schlussphase die Nerven.

Ein Moment, der sich wie eine Ewigkeit anfühlt

Anaheims Bank springt auf, die Spieler klopfen mit ihren Schlägern gegen die Bande, Assistenztrainer Jay Woodcroft klatscht schreiend in die Hände. Auf dem Eis ist gerade kein Tor gefallen, sondern die Ducks hatten sieben Minuten vor Schluss, beim Stand von 2:0, eine extrem brenzlige Szene im Penalty Killing überstanden.

Vegas drückte im Powerplay auf den Anschlusstreffer. Pavel Mintyukov, Jacob Trouba, Tim Washe und Mikael Granlund stemmten sich buchstäblich mit allem, was sie hatten, dagegen. Letztere drei warfen kugelten am Ende regelrecht durch den Slot. Im Stile eines Fußball-Torwarts parierte Granlund einen Schuss von Jack Eichel per Fußabwehr.

„Wir alle sind geschwommen und lagen irgendwo kreuz und quer im Tor-Kreis“, erinnert sich Goalie Lukas Dostal (21 Saves, 95,5 Prozent Fangquote) an eine Szene, die Ducks-Fans entweder zähneknirschend oder fingernägelbeißend erlebt haben dürften. „Ich habe mehr wie ein Fußball- als ein Eishockey-Torwart gespielt. Aber der Puck ist nicht reingegangen. Sie haben einen Wahnsinnsjob gemacht.“

ANA@VGK, GM 2: Granlund blockt einen Schuss von Eichel spektakulär

(K)Ein entmutigendes Powerplay

Vorausgegangen war ein Geduldsspiel auf hohem Niveau. Im ersten Drittel hatte Anaheim ein langes Powerplay mit teils doppelter Überzahl, nutzte das aber nicht für ein Tor.

„Es ist schwer, wenn du ein 5-gegen-3-Powerplay hast, etwa acht Minuten in Überzahl spielst und kein Tor schießt“, so Center Leo Carlsson. „Ihr Druck ist gut. Sie haben lange Schläger. Sie haben große Körper. Wir müssen uns das im Video anschauen und besser werden. Aber wir haben uns davon erholt und haben einfach gutes Hockey gespielt.“

„Wir hatten ein paar großartige Chancen im Powerplay. Diese haben wir nicht genutzt. Das kann eine Mannschaft töten, aber wir hatten danach ein ausgezeichnetes PK, haben das Momentum nicht zurückgegeben und sind drangeblieben“, sagte Ducks-Trainer Joel Quenneville. „Einen Weg zu finden, das erste Tor zu schießen, war wichtig.“

Sennecke ist der Mann der Stunde

Dies gelang ausgerechnet Beckett Sennecke. Anaheims Power Forward war vor dem gegnerischen Gehäuse positioniert, empfing einen Pass von Jeffry Viel von hinter dem Tor und schaufelte den Puck technisch anspruchsvoll ins Ziel (32.).

ANA@VGK, GM 2: Sennecke schaufelt den Puck unmittelbar vor dem Tor ins Ziel

Für den 20-jährigen Kanadier waren es unglaublich 24 Stunden, denn zuvor wurde bekanntgegeben, dass er neben Ivan Demidov (Montreal Canadiens) und Matthew Schaefer (New York Islanders) zu den drei Finalisten für die Calder Trophy gehört. Dieser Award wird an den besten Rookie der Saison vergeben.

Seine Playoff-Leistungen spielen bei der Vergabe keine Rolle. In 82 Spielen der regulären Saison hatte Sennecke 60 Punkte gesammelt (23-37-60). In acht Playoff-Partien kommt er auf zwei Tore. Er ist damit der vierte Ducks-Spieler, der im Alter von 20 Jahren oder jünger mehrere Tore in einer einzelnen Endrunde schießen konnte und folgt damit auf Stanislav Chistov (vier in 2003), Emerson Etem (drei in 2013) und Ryan Getzlaf (zwei in 2006).

Damit zeigten auch die Reihen-Umstellungen von Quenneville Wirkung: Er hatte Sennecke in eine Reihe neben Viel und Ryan Poehling gestellt.

„Ich habe ein paar Dinge aufgebrochen und neu zusammengestellt. Sie spielen gut zusammen mit den beiden erfahrenen Spielern, die sich um ‚Becks‘ kümmern. Vielleicht hat das ‚Becks‘ mehr Freiräume gegeben, weil er weniger gedeckt wurde.“

Carlsson baut die Führung aus

Im dritten Drittel baute Anaheim die Führung nach einem Konter aus. Ein Rückhand-Querpass von Troy Terry landete bei Leo Carlsson, der den Puck unter die Latte chippte (47.).

„Ich wollte ‚Kreids‘ (Chris Kreider) auf einen Alleingang schicken, dann landet der Puck bei Troy. Ich wollte mich einfach anspielbar machen und ihn unter die Latte hauen“, beschrieb Carlsson seinen Siegtreffer.

ANA@VGK, GM 2: Carlsson chippt einen Querpass von Terry ins Tor

Jansen Harkins machte mit einem „Empty Netter“ alles klar (57.). Sechs Sekunden vor Schluss aber ruinierte Golden Knights-Kapitän Mark Stone den Shutout von Dostal (60.).

„Das ist egal“, betonte Dostal. „Es ist immer noch nur ein Spiel in einer Serie. Ich sage mir immer, es ist egal, wie du gewinnst oder mit welchem Ergebnis. Natürlich ist das immer die Kirsche auf der Sahnetorte, aber es ist nicht von Bedeutung. Wir haben gewonnen, darauf kommt es an.“

Ducks richten Fokus auf die Defensivarbeit

Für Spiel 3 am Freitag (9:30 p.m. ET; Samstag, 3:30 Uhr MESZ) wechselt das Heimrecht in den Honda Center nach Anaheim. Auch dort wollen die Ducks vor allem Defensiv klinisch spielen.

„Wir wussten, dass das etwas ist, auf das wir uns in den Playoffs konzentrieren müssen. Wir alle haben einen starken Glauben, sind eine enge Mannschaft und wissen, was es braucht“, so Dostal. „Selbst gegen Edmonton konnten wir das Tempo der beiden besten Spieler der Welt bremsen. Ich muss meine Vorderleute loben. Sie machen meinen Job da draußen einfacher. Die Jungs haben überragend gespielt. Insbesondere im PK.“

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