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Ein No-Name führt Nashville ins Finale

Colton Sissons erzielt zum bestmöglichen Zeitpunkt den erst zweiten Hattrick seiner NHL-Karriere

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Spannend war es einmal mehr. Ganz ohne Zweifel. Zwar konnten die Anaheim Ducks am Abend im sechsten Spiel des Western Conference-Finales einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand im letzten Drittel noch einmal aufholen, doch war dann eben doch noch der relativ unbekannte Colton Sisson der Held des Abends, der dem Team aus Kalifornien das sportliche Ende in diesem Vergleich bescherte und die Nashville Predators letztendlich erfolgreich mit 4:2 in der Serie in das Stanley Cup-Finale des Jahres 2017 beförderte.

Sechs Minuten vor dem Ende komplettierte Sissons nämlich beim letztendlichen 6:3-Erfolg erfolgreich seinen Hattrick.

Und damit sicherte sich die erst seit dem Jahre 1998 am Spielbetrieb in der besten Eishockeyliga der Welt teilnehmende Franchise aus Tennessee ihre erste Western Conference-Meisterschaft, kann nun auch erstmals nach dem Stanley Cup greifen.

Der Gegner dort wird aktuell bekanntlich noch zwischen den Ottawa Senators und dem Titelverteidiger, den Pittsburgh Penguins im Eastern Conference-Finale ermittelt. Hier haben die Penguins beim Serienstand von 3:2 zu ihren Gunsten nun die Möglichkeit den Predators in die Finalserie zu folgen.

Aus Sicht der Jungs aus Nashville umso bemerkenswerter, da sie vor diesem Frühjahr in ihren zuvor 10 Playoff-Teilnahmen insgesamt nur drei von zwölf KO-Serien für sich entscheiden konnten. Und nun eben dieser Lauf.

Die Predators, welche nach der Hauptrunde nur als 16. Und damit letztplatziertes Team überhaupt in die KO-Phase einziehen konnten, erreichten somit erst als dritter Club mit dieser Vorplatzierung das große Finale. Zuvor war das so nur den Edmonton Oilers im Jahre 2006 und 2012 den Los Angeles Kings in ähnlicher Art und Weise gelungen.

Video: ANA@NSH, Sp6: Sissons mit Hattrick in Spiel 6

 Sissons, der gestern spielentscheidende Akteur in Spiel Sechs, hat in seinen zur gespielten 109 Einsätzen in der NHL einen einzigen Hattrick erreichen können. Genau der richtige Zeitpunkt also um den zweiten zu erzielen, könnte man folglich meinen.

In 58 Saisoneinsätzen langte es für ihn zuvor nur zu ganzen 10 Punkten. 8 Tore und zwei Assists standen für ihn dabei in den offiziellen Statistiken der Liga. In der KO-Phase kamen nun aber bereits immerhin noch einmal weitere 10 hinzu.
5 Tore und 5 Assists in 16 Begegnungen sprechen eine deutliche Sprache. Hier hat sich jemand entscheidend steigern können, als es wirklich darauf ankam. In den 10 Playoff-Spielen der Vorjahre konnte er überhaupt keinen Zähler beisteuern.

In das Rampenlicht rückte durch den großen Erfolg vom Montag auch einmal mehr Trainer Peter Laviolette. Der erfahrene Übungsleiter erreichte nämlich als erst vierter Trainer der Ligageschichte nun das Finale mit drei unterschiedlichen NHL-Teams.

Zuvor meisterte er diese Herausforderung bereits im Jahre 2006 mit den Carolina Hurricanes, wo er auch das Finale gegen die Oilers am Ende für sich entscheiden konnte und im Jahre 2010, als er es mit den Flyers am Ende unglücklich verlor.

Die einzigen Cheftrainer denen das zuvor auch gelang waren übrigens Dick Irvin (Chicago, Toronto und Montreal), Scotty Bowman (St. Louis, Montreal, Pittsburgh und Detroit), sowie auch Mike Keenan (Philadelphia, Chicago und NY Rangers).

"Ein Traum ist wahr geworden" jubilierte Goalie Pekka Rinne nach dem Finaleinzug am Abend. "Wir haben aber noch immer den Hunger, den macht braucht um mehr zu erreichen. Das fühlt sich gerade fantastisch an. Dafür haben wir alle schon so lange gearbeitet."

Trainer Laviolette ließ seinen Gefühlen freien Lauf: "Nashville ist zum Leben erwacht" strahlte er. "Diese Energie, die wir hier miterleben dürfen, das ist fantastisch. Nach so vielen Jahren der Unterstützung haben die Leute das verdient. Ich glaube, diese Energie gibt es sonst nirgendwo in der Liga. Sportlich war das heute bestimmt nicht unser stärkster Auftritt, aber das ist jetzt auch egal. Es hat gereicht."

Und übe diese ganz speziellen Momente, da freute sich natürlich auch Drei-Tore-Mann Sissons ganz besonders: "Das fühlt sich natürlich gerad toll an. Ich hätte mir das so nicht einmal zu träumen gewagt, um ehrlich zu sein. Ich muss aber natürlich auch meine Mitspieler loben, ohne die das so für mich an diesem Abend niemals möglich gewesen wäre. Wir haben einen Wahnsinns-Zusammenhalt in der Truppe. Wir glauben extrem an uns."

Die Chance aus Träumen nun Realität werden zu lassen, die bekommen die Nashville Predators nun tatsächlich ab dem 29. Mai, wenn die Laviolette-Truppe es im Finale mit dem Siege aus der Eastern Conference zu tun bekommen wird.

Und als das nur an Nummer 16 gesetzte Team werden die ersten beiden Begegnungen auswärts bestritten werden müssen. Aber das störte aktuell in Nashville und Umgebung noch niemanden so wirklich.

Dieser verschworene Haufen traut sich zu mit den größten Herausforderungen fertig zu werden. Und warum auch nicht. Coach Laviolette hat ja schließlich im Jahre 2006 auch schon bewiesen, wie er mit einem Underdog den großen Traum wahr werden lassen kann.

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