Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Calgary Flames und den Colorado Avalanche

Nathan MacKinnon nähert sich mit großen Schritten einer der prestigeträchtigsten individuellen Auszeichnungen der NHL. Beim 3:1-Auswärtssieg der Colorado Avalanche gegen die Calgary Flames erzielte der Superstar am Dienstag seinen 53. Saisontreffer – Ligabestwert – und brachte sich damit in eine hervorragende Position im Rennen um die Maurice Richard Trophy.

Auf Kurs zur Torjägerkrone

Mit seinem Treffer ins leere Tor kurz vor Schluss (60., EN) setzte MacKinnon im Scotiabank Saddledome nicht nur den Schlusspunkt unter eine abgeklärte Vorstellung der Avalanche, sondern unterstrich einmal mehr seine außergewöhnliche Saison. 53 Tore bedeuten für ihn bereits jetzt einen neuen persönlichen Bestwert – und zugleich einen komfortablen Vorsprung im Liga-Ranking.

Zwei Treffer liegt MacKinnon vor Cole Caufield (51) von den Montreal Canadiens, der seine reguläre Saison bereits beendet hat. Auch Connor McDavid (48) kann mit aktuell fünf Toren Rückstand nur noch theoretisch eingreifen, zumal den Edmonton Oilers nur noch ein Spiel verbleibt. MacKinnon hingegen könnte im letzten Hauptrundenspiel der Avalanche gegen die Seattle Kraken am Donnerstag auf heimischem Eis sogar noch nachlegen – sofern er dann überhaupt noch einmal eingesetzt wird.

PIT@COL: MacKinnon slings one in from the high slot to even the score

Die Maurice Richard Trophy für den erfolgreichsten Torjäger einer Saison, benannt nach der im Jahre 2000 verstorbenen kanadischen Eishockey-Legende Maurice Richard, ist für ihn damit zum Greifen nah. Sie würde eine ohnehin herausragende Spielzeit krönen, in der MacKinnon seine Rolle als dominanter Offensivspieler der Liga eindrucksvoll untermauert hat.

Dominanz als Konstante

Dass MacKinnon in dieser Saison die Torjägerliste anführt, ist kein Zufall, sondern das Resultat einer konstanten Dominanz. Nacht für Nacht ist er der Motor des Offensivspiels von Colorado – ein Spieler, der mit Tempo, Übersicht und Abschlussstärke gleichermaßen überzeugt.

Beim Sieg in Calgary war er einmal mehr überall zu finden. Zwar fiel sein Tor erst spät, doch seine Präsenz war über die gesamten 60 Minuten spürbar. Immer wieder setzte er Akzente, kurbelte Angriffe an und band Gegenspieler.

„Es fühlt sich so an, als würden wir auswärts ein bisschen simpler spielen“, erklärte MacKinnon nach der Partie. „Wir geben zuletzt weniger Chancen ab. Wir waren das ganze Jahr über ein sehr gutes Auswärtsteam – und das muss man auch sein, um erfolgreich zu sein.“

Diese Aussage spiegelt nicht nur seine persönliche Herangehensweise wider, sondern auch die Reife der gesamten Mannschaft. Die Avalanche agieren kontrollierter, strukturierter – und profitieren dabei maßgeblich von der Spielintelligenz ihres Superstars.

Chemie, Ehrgeiz und Entwicklung

Ein wesentlicher Faktor für MacKinnons Erfolg ist die kontinuierliche Weiterentwicklung seines Spiels. Besonders deutlich wird das im Zusammenspiel mit Martin Necas, der beim Spiel in Calgary seinen 100. Saisonpunkt (38 Tore, 62 Assists) erreichte.

„Ich habe das Gefühl, dass wir uns im Vergleich zum letzten Jahr sowohl auf als auch neben dem Eis weiterentwickelt haben“, sagte Necas. „Er ist ein unglaublich dynamischer Spieler. Wir denken das Spiel ähnlich, das hilft enorm. Wir sprechen jeden Tag über Eishockey, schauen uns Szenen an und versuchen, besser zu werden. Er will sich immer verbessern – ich auch. Das passt einfach.“

Diese gemeinsame Detailarbeit zeigt Wirkung. MacKinnon ist längst nicht mehr nur ein überragender Individualspieler, sondern auch ein perfekter Teamspieler, der seine Mitspieler besser macht. Dass er sich nach dem Spiel besonders über den Meilenstein seines Teamkollegen freute („Ich bin froh, dass wir Marty zu 100 Punkten verholfen haben, das war das Ziel“), unterstreicht seinen mannschaftsdienlichen Ansatz.

COL@CGY: Lehkonen trifft nach Zuckerpass von Makar ins Torwarteck

Ein Team auf Rekordkurs

Während MacKinnon (53 Treffer, 74 Vorlagen zu 127 Punkten aus 80 Einsätzen) individuell glänzt, befindet sich auch das Team auf historischem Niveau. Mit einer Bilanz von 54-16-11 und 119 Punkten haben die Avalanche bereits den Bestwert aus der Saison 2021/22 eingestellt.

Zudem feierte Colorado in Calgary den 29. Auswärtssieg der Saison – ebenfalls ein eingestellter Franchise-Rekord (29 auch in 2022/23). Die Mannschaft von Coach Jared Bednar, der aktuell verletzungsbedingt pausieren muss, präsentiert sich kurz vor den Stanley Cup Playoffs 2026 in bestechender Form.

Auch Spieler wie Cale Makar, der nach Verletzungspause in Calgary mit drei Assists auf das Eis zurückkehrte, tragen ihren Teil dazu bei. „Er ist offensichtlich der beste Verteidiger der Welt und gibt uns unglaublich viel Tempo“, lobte MacKinnon seinen Teamkollegen. „Es ist großartig, ihn zurück zu haben.“

Doch selbst in einem so starken Kollektiv ragt einer heraus: MacKinnon. Seine Kombination aus individueller Klasse, unermüdlichem Ehrgeiz und wachsender Führungsstärke macht ihn zum Gesicht dieser Avalanche-Mannschaft.

Sollte er sich tatsächlich die Torjägerkrone sichern, wäre das mehr als nur eine persönliche Auszeichnung. Es wäre der verdiente Lohn für eine Saison, in der MacKinnon nicht nur Zahlen geliefert hat, sondern Spiele geprägt – und seinem Team womöglich den Weg in Richtung Stanley Cup mitentscheidend geebnet hat.

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