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Der Traum von den Stanley Cup Playoffs ist erneut geplatzt. Zum zweiten Mal in Folge findet die Postseason ohne die Nashville Predators statt. Aufgrund der 2:3-Niederlage am Montag gegen die San Jose Sharks und dem 5:3 der Los Angeles Kings gegen die Seattle Kraken ist die letzte Hoffnung erloschen.

„Es ist hart. Offensichtlich brauchten wir ein kleines Wunder“, sagte ein enttäuschter Roman Josi über die verpasste Playoff-Gelegenheit. „Das war heute nicht unser bestes Spiel. Das erste Drittel war nicht gut. Dann haben wir uns zwar gesteigert, aber fanden trotzdem nicht zu unserem gewohnten Spiel. Man schaut danach auf die Ergebnisse der anderen Partien und hofft auf ein Wunder.“ 

Doch das Mirakel fiel aus. „Es ist definitiv eine bittere Niederlage“, sagte Josi. Nashville steht noch ein letztes bedeutungsloses Heimspiel am Donnerstag gegen die Anaheim Ducks bevor, ehe eine enttäuschende Saison beendet ist.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Nashville Predators und den San Jose Sharks

Die Gründe für das Aus

Die Predators legten ab Mitte März einen starken Endspurt hin, um noch einmal nach den Playoff-Plätzen zu greifen. Mit fünf Siegen hintereinander gelang der größte Erfolgslauf der Saison. Daraufhin folgte mit drei Niederlagen am Stück zwar eine kurze Misere, die sich allerdings ausbügeln ließ.

Nashville feierte am 2. April ein wichtiges 5:4 n.P. gegen die Kings und ließ zwei Tage später ein 6:3 bei den San Jose Sharks folgen. Die Predators nahmen dadurch kurzzeitig den zweiten Wildcard-Platz in der Western Conference ein, hätten diesen allerdings im darauffolgenden erneuten Aufeinandertreffen gegen die Kings verteidigen müssen. Auch diese Partie wurde erst im Penaltyschießen entschieden – diesmal allerdings mit 3:2 zugunsten von Los Angeles.

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Los Angeles Kings und den Nashville Predators

Dies verschaffte den Kings die Oberhand im Playoff-Rennen. Es gelang Nashville nicht, ausreichend Druck auf den Konkurrenten zu machen. Nur zwei der darauffolgenden vier Spiele wurden gewonnen. „Wir hätten gerne unsere Chance bis zum letzten Spiel aufrechterhalten, aber jetzt sind wir leider aus dem Rennen“, bedauerte Josi.

Das größte Problem für Nashville war der schwache Saisonstart. Nach 22 Partien hatten sie lediglich sechs Siege und 16 Punkte auf dem Konto. Am 24. November belegten sie den letzten Platz in der NHL. Dies ließ sich nicht kompensieren, weil auch im weiteren Saisonverlauf die Defensive eine Schwachstelle blieb. Durchschnittlich 3,23 Gegentore pro Spiel sind der achthöchste Wert der Liga. Selbst brachten sie im Schnitt nur 2,94 Tore (Platz 21) zustande. 

„Wir haben bekommen, was wir verdient haben“, sagte der stellvertretende Kapitän Ryan O'Reilly ehrlich. „Wir sind nicht so gestartet, wie wir mussten. Wir waren abgeschlagen und fanden einfach keinen Weg zurück. Das ist brutal.“ Auch Trainer Andrew Brunette schmerzt, „wie viel wir durchgemacht haben, wie viel Glaube wir hatten und wie wir in all den schwierigen Zeiten zusammengehalten haben, ohne dass es am Ende gereicht hat.“

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Wäre der schlechte Saisonstart nicht gewesen, hätten die Predators eine ordentliche Saison gespielt. In den zurückliegenden 59 Spielen haben sie eine starke Bilanz von 32-21-6 vorzuweisen. Dies macht es so kompliziert, die richtigen Schlüsse aus der Saison zu ziehen. 

Sollte man auf den starken Saisonendspurt aufbauen oder einen Umbruch einleiten? Und überhaupt: Wer könnte diesen Umbruch einleiten? Die Predators müssen zunächst einen neuen General Manager einstellen, da Barry Trotz seinen Rücktritt angekündigt hatte. Der neue Verantwortliche wird dann entscheiden, wie es mit dem restlichen Front Office, dem Trainerstab und dem Kader weitergeht.

Mehrheitseigentümer Bill Haslam hat sich vorgenommen, spätestens bis Ende Juni einen neuen General Manager gefunden zu haben – idealerweise aber früher. Der NHL Scouting Combine (31. Mai bis 6. Juni) und der NHL Draft (26. bis 27. Juni) sind die nächsten wichtigen Termine.

Die absoluten Schlüsselspieler wie Top-Scorer Filip Forsberg (2030), Steven Stamkos, Josi (beide 2028) und O'Reilly (2027) stehen noch unter Vertrag. Dafür aber endet unter anderem das Vertragsverhältnis mit Flügelstürmer Erik Haula, der mit 38 Punkten (14 Tore, 24 Assists) auf Platz 6 der teaminternen Scorerliste steht.

NSH@LAK: Josi wartet auf den Puck und schließt direkt zum Augleich ab

Der große Durchstarter der Saison ist der 21-jährige Matthew Wood, der in seiner ersten kompletten NHL-Spielzeit mit 17 Toren und 13 Assists ein wichtiger Faktor war. Er könnte zu den neuen Gesichtern zählen, die die Predators möglichst zeitnah zurück in die Playoffs führen.

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