Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Boston Bruins und den New Jersey Devils

Marco Sturm hat die Boston Bruins in seiner ersten Saison als NHL-Cheftrainer direkt zu einer 100-Punkte-Saison gecoacht. Boston erreichte diese dreistellige Marke am Dienstagabend im TD Garden mit einem 4:0-Sieg gegen die New Jersey Devils. Torwart Jeremy Swayman feierte einen 21-Save-Shutout, Mark Kastelic gelang ein Doppelpack, und die Bruins sicherten sich dank eines starken Starts den ersten Wildcard-Rang in der Eastern Conference.

Sturm startet mit 100-Punkte-Saison

„Einfach unglaublich“, sagte Sturm. „Ich hätte nie gedacht, dass wir 100 Punkte erreichen würden. Ich weiß, wie schwer es ist, in dieser Liga so viele Punkte zu holen. Das sagt einfach alles über unsere Spielweise aus, darüber, wie die Jungs jeden Tag ihre Leistung gebracht haben. Wir hatten zu Beginn zwar Höhen und Tiefen, aber nach Weihnachten sind wir richtig durchgestartet. Ich bin so stolz auf die Spieler, stolz auf mein Trainerteam für das, was wir erreicht haben. Noch einmal: 100 Punkte sind unglaublich. Ich bin sehr glücklich und sehr aufgeregt, dieses Ziel erreicht zu haben und es mit unseren großartigen Fans in Boston zu teilen.“

Der 47-jährige Dingolfinger hatte sich als deutscher Nationaltrainer mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2018 für einen Posten in der NHL ins Gespräch gebracht, arbeitete von 2018 bis 2022 als Co-Trainer bei den Los Angeles Kings sowie von 2022 bis 2025 als Cheftrainer bei dessen Farmteam Ontario Reign in der AHL.

„Ich wusste schon früh, was mich in dieser Liga erwarten würde. Ich war neugierig, wie es laufen würde. Aber die Jungs haben es mir einfach gemacht. Ich bin ein selbstbewusster Typ und habe immer daran geglaubt, dass ich ein guter Trainer sein und die richtigen Knöpfe drücken kann. Aber nochmal: Ein einzelner Typ kann das nicht schaffen, du brauchst immer das gesamte Team“, erklärt Sturm. „Es geht immer um die komplette Mannschaft.“

NJD@BOS: Geekie wird vor dem Tor von Pastrnak freigespielt und trifft zur frühen Führung

Ein Team-Erfolg

Die unglaubliche Marke von 100 Punkten erreichte Boston in seinem 82. und damit letzten Spiel in der regulären Saison 2025/26. Im Jahr zuvor hatten die Bruins die Stanley Cup Playoffs nach neun Teilnahmen in Folge als Letzter der Atlantic Division krachend verpasst. Vor der laufenden Saison war Sturm und seinen Jungs nur wenig zugetraut worden.

„Ohne ihn wären wir definitiv nicht hier“, betont Swayman den großen Einfluss des deutschen Trainers. „Er ist ein starker Anführer, der an seine eigene Entwicklung glaubt und genau weiß, was er tun muss. Er hat gut mit uns kommuniziert, Geduld mit vielen von uns gehabt, wir hatten gute Besprechungen, was sich auf dem Eis gezeigt hat. Tonnenweise Lob geht raus an Marco und sein Trainerteam. Sie haben uns ein neues System gelehrt, in das wir alle eingezahlt haben.“

Dieses System sah insbesondere klinisches Defensivhockey vor, an das sich sowohl Verteidiger als auch Stürmer gehalten haben.

„Es war eine volle Mannschaftsleistung“, betont Scharfschütze David Pastrnak. „Vom ersten Tag an haben wir gesagt, dass wir ein eingeschworenes Team sind, und das haben wir auch gespürt. Es hat nicht lange gedauert, bis wir uns gefunden, als Mannschaft zusammengeschweißt und verstanden haben, dass wir füreinander spielen müssen. Dieses Gefühl hatten wir schon ziemlich früh in der Saison, daher fällt es uns leichter, jeden Tag mit diesen Jungs zur Arbeit zu gehen und gemeinsam mit ihnen in den Kampf zu ziehen. So wie wir vom ersten Tag an sofort zusammengewachsen sind, haben wir es verdient, dort zu stehen, wo wir gerade sind.“

Konkret heißt das: Platz vier in der starken Atlantic Division mit einer 45-27-10-Bilanz (61 Prozent der Punkte) und 100 Zählern. Der erste Wildcard-Platz in der Eastern Conference ist den Bruins auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen.

„Es war notwendig in unserer Division und hat uns die gesamte Saison angetrieben“, grinst Swayman. „Ich denke einfach, dass wir eine gute reguläre Saison gespielt haben, mit Höhen und Tiefen, aber wir sind immer im Moment geblieben, haben an uns geglaubt und die Ergebnisse eingefahren. Das werden wir mit in die Playoffs nehmen.“

NJD@BOS: Kastelics trifft stark nach feiner Passstafette

Playoff-Paarung in der Ersten Runde steht fest

Dort trifft Boston in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs auf die Buffalo Sabres. Kurioserweise handelt es sich dabei um gleich zwei Teams, denen zu Saisonbeginn nicht allzu viel zugetraut worden war.

„Ich denke, Buffalo gegen Boston ist ein gutes Duell in der Ersten Runde“, so Sturm. „Es wird großartig werden. Die Leute lieben es, Boston und Buffalo im Fernsehen anzuschauen. Für Buffalo und uns ist es gut, direkt so eine Paarung zum Start zu haben. Für sie ist es lange her. Wir sind hungrig genug, sie zu schlagen und sind bereit. Es wird gut werden.“

„Sie hatten dieses Jahr viel Erfolg, wir freuen uns auf sie“, sagt auch Swayman. „Sie sind eine Mannschaft mit viel Talent, die über das Tempo kommt, mit kräftigen Stürmern und spielstarken Verteidigern. Unser Trainerteam wird sie genau analysieren und Details herausarbeiten. Wir haben Erfahrung auf diesem Niveau und können das in wichtigen Spielen für uns nutzen.“

Auf den Faktor Erfahrung baut auch Sturm. „Es wird hart und ein guter Test für uns werden. Gleichzeitig waren viele ihrer Spieler noch nie in so einer Situation. Das müssen wir zu unserem Vorteil nutzen“, fordert der Bruins-Headcoach und warnt vor einem guten Gegner: „Sie sind sehr talentiert, spielen besser defensiv, sind besser strukturiert und lassen ihr Talent scheinen. Sie wissen jetzt, wie man gewinnt.“

Starker Abschluss gegen New Jersey

Das wissen auch die Bruins ganz genau und zeigten das noch einmal eindrucksvoll in ihrem letzten Hauptrunden-Auftritt zu Hause gegen die New Jersey Devils: Morgan Geekie traf nach Pastrnak-Pass nach nur 53 Sekunden zur Führung. Diese baute Kastelic mit einem Doppelpack (7., 18.) sowie Viktor Arvidsson acht Sekunden vor der Pausensirene (60.) noch im ersten Drittel auf 3:0 aus.

Was folgte, war eine klinische Defensivleistung: Boston ließ im zweiten Durchgang nur fünf sowie im dritten Abschnitt nur sechs gegnerische Torschüsse zu. Swayman entschärfte alle 21 Devils-Versuche und feierte seinen zweiten Saison- sowie 18. NHL-Shutout.

An diesen Bruins dürften sich auch die Sabres die Zähne ausbeißen. Die Saison-Serie gegen Buffalo gewann übrigens Boston mit 3:1. Die Vorzeichen stehen also gut für Marco Sturm und seine 100-Punkte-Mannschaft.

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