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Juliens Entlassung bietet Vegas Möglichkeiten

George McPhee bleibt auch mit neuen Trainerkandidaten auf dem Markt ruhig

von Nicholas J. Cotsonika @Cotsonika / NHL.com Kolumnist

Als General Manager der Vegas Golden Knights, dem Expansion-Team welches ab der kommenden Spielzeit in der NHL mitspielen wird, sucht George McPhee nach einem Trainer für seine Mannschaft. Und jeder weiß das. Und immer wenn ein neuer Name auf dem Markt auftaucht, dann fragen sich die Leute sofort, ob das der richtige Mann für den Job ist.

Zuerst war es Gerard Gallant, dann Jack Capuano. In der letzten Woche war es Ken Hitchcock. Und am Dienstag war es plötzlich Claude Julien.

Die Frage ist, wann wird sich McPhee entscheiden und seinen Mann verpflichten, noch bevor es jemand anderes tut.

"Wir könnten wohl auch erst einmal noch bis zum Frühjahr abwarten" sagte er am Dienstag zu dieser Thematik. "Das ist ein komplexes Thema, und die Dinge können sich schnell verändern, wie man aktuell ja sieht."

Kluger Weise ist McPhee diesbezüglich ruhig und gelassen. Er verrät keine Details zum Findungsprozess und auch nicht zum Anforderungsprofil, welches er an die Kandidaten stellt. Und je länger er in Ruhe auswählt, je besser für ihn und seine Überlegungen am Ende, denn so kann er die Optionen alle in Ruhe vergleichen.
Doch sollte er tatsächlich schon einen der aktuell verfügbaren Kandidaten wählen wollen, dann könnte er nicht mehr allzu lange warten können.

Als die Blues Hitchcock durch Mike Yeo ersetzten, da war das ein vorhersehbarer Schachzug. Yeo war die logische Option als Nachfolger von Hitchcock. Doch als die Panthers Gallant mit Tom Rowe ersetzten, da sagten sie sie würden die Entwicklung zunächst einmal abwarten wollen.

Als dann die Islanders Capuano durch Weight ersetzten, und auch als Boston nun Julien durch Bruce Cassidy ersetzten, da waren dies offiziell nur Übergangslösungen. Alle drei Mannschaften könnten also den Trainer in Kürze noch einmal wechseln wollen.

Es droht hier somit eine Art Domino-Effekt. Fällt einer, dann kommt erst so richtig Bewegung in die Sache.

"Aktuell schauen verdammt viele GMs nach Trainern, wie es scheint" bestätigt auch Mike Babcock, der Trainer der Toronto Maple Leafs. "Da gibt es aber auch wirklich großartige Kandidaten. Die werden sicherlich rasch wieder unterkommen auf dem Markt."

Dabei gibt es grundsätzlich allerdings zwei Dinge zu bedenken. Wenn einer der Kandidaten verpflichtet wird, dann wird ein anderer verfügbar. Doch natürlich ist das eine Angelegenheit mit zwei unterschiedlichen Richtungen. Auch der ausgewählte Trainerkandidat muss sich ja schließlich jeweils für den neuen Job entscheiden. Der Trainer muss Lust auf die neue Aufgabe haben.

"Ein Trainer wie Julien kann sich garantiert aussuchen wo er hingehen möchte" so Babcock.

Und McPhee kann ihm auch nicht sofort ein Spitzenteam versprechen. Er kann nicht einmal sagen welche Spieler konkret im Kader sein werden.

Erst rund um die Trading Deadline Anfang März kann da erste Bewegung reinkommen. Dann nämlich bezahlt auch Eigentümer Bill Foley die letzte Rate der Aufnahmegebühr an die NHL. Und der Expansion Draft findet erst im kommenden Juni statt.

Und es ist schon anzuzweifeln, ob ein etablierter Trainer dann gerne zu einem Expansion Team wechseln würde, ob er nicht viel lieber bei einem Titelanwärter arbeiten würde. Dies gilt besonders auch für Ken Hitchcock, der mit seinen 65 Jahren schon im fortgeschrittenen Alter ist.

Doch auch McPhee kann mit etwas locken. Er hat einen wirklich ungewöhnlich ambitionierten Eigentümer im Hintergrund, einen der mit seiner Franchise lieber ganz schnell zu einem ernsthaften Titelanwärter werden möchte. Die Golden Knights haben zudem eine supermoderne Arena, bauen gerade auch eine nagelneue Trainingsanlage und starten unter insgesamt deutlich besseren Bedingungen als noch frühere Mannschaften.

Der erste Trainer der Franchise wird weniger Druck, aber mehr Möglichkeiten haben als frühere Kollegen in ähnlicher Lage. Zudem hat er die Chance in Las Vegas eine ganze Sportart neu zu etablieren, die Sportart insgesamt nach vorne zu bringen.

In den Jahren 1997-2014 machte McPhee als General Manager der Washington Capitals insgesamt fünf Trainerwechsel. Er sagte selbst, dass es aktuell der schwerste Job sei als NHL-Coach zu arbeiten, jetzt wo die Leistungsdichte der Teams unter dem Salary Cap so ähnlich sind, und auch durch die verschärften Rahmenbedingungen durch Medien und Social Media im Umfeld der Franchises.

"Die Trainerwahl ist wohl die insgesamt betrachtet wichtigste Entscheidung die ein General Manager zu treffen hat" grübelte McPhee zuletzt. "Man muss die vorhandene Zeit nutzen um eine gute Entscheidung zu treffen. Häufig hat man diese Zeit dabei jedoch gar nicht. Es ist wie immer in diesem Geschäft. Alles wird härter umkämpft, der Druck steigt. Von Jahr zu Jahr. Doch der richtige Trainer kann am Ende einen wirklich großen Unterschied ausmachen."

Die Herausforderung dabei ist für McPhee, dass gleich der erste 'Schuss' sitzen muss.

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