raanta andersen

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Trainingscamps zur Vorbereitung auf die Saison 2021/22. Vom 16. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 jedes Team der Liga genauer unter die Lupe. Die Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen der Klubs.
In dieser Ausgabe: Carolina Hurricanes

Während die Offensive der Hurricanes in diesem Sommer bisher nur wenige Veränderungen erlebte, gab es im Rest der Mannschaft zahlreiche Wechsel. Der Abgang von Verteidiger Dougie Hamilton war einer der spektakulärsten Personalwechsel der Liga, doch genauso entscheidend könnte für die Hurricanes das in Gang gesetzte Torwartkarussell werden. Sie gaben ihre drei bisherigen Torhüter James Reimer, Petr Mrazek und Alex Nedeljkovic allesamt ab, dafür unterschrieben Antti Raanta und Frederik Andersen als Free Agents in Raleigh.
"Wir glauben, dass die Kombination dieser beiden Torhüter uns die beste Chance gibt Spiele zu gewinnen und das zu erreichen, was wir uns vorgenommen haben", kommentierte General Manager Don Waddell die Verpflichtungen.
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Bilanz 2020/21:36-12-8; 1. Platz in der Discover Central Division
Postseason 2021:Zweite Runde der Stanley Cup Playoffs (1:4 gegen Tampa Bay Lightning)
Trainer:Rod Brind'Amour, vierte Saison
Zugänge: G Frederik Andersen, G Antti Raanta, D Ian Cole, D Ethan Bear, D Tony DeAngelo, D Brendan Smith, F Derek Stepan, F Josh Leivo
Abgänge: G Petr Mrazek, G James Reimer, G Alex Nedeljkovic, D Dougie Hamilton, D Jani Hakanpaa, D Jake Bean, F Morgan Geekie, F Brock McGinn, F Warren Foegele, F Cedric Paquette
Die Entscheidung für Andersen und Raanta war nicht selbstverständlich. Beide hatten vergangene Saison mit Verletzungspech zu kämpfen und zeigten auch als sie spielten nicht ihre besten Leistungen.
"Ich denke, als ich mich am Knie verletzt habe und operiert wurde, hat danach nichts mehr so funktioniert, wie ich wollte", erklärte Raanta, der seit 2017 immer wieder von Verletzungen geplagt wurde.
Raanta kam bei den Arizona Coyotes in der abgelaufenen Saison nur zwölf Mal zum Einsatz. Dabei lautete seine Bilanz 5-5-2 bei 3,36 Gegentoren pro Spiel und 90,5 Prozent Fangquote. Die Fangquote war die zweitschlechteste seiner Karriere, der Gegentorschnitt der bisher schlechteste.

ARI@ANA: Raanta rettet hinter seinem Rücken

Andersen stand 24 Mal für die Toronto Maple Leafs zwischen den Pfosten, nachdem er in den vier Jahren davor nie weniger als 52 Spiele bestritten hatte. Seine Bilanz von 13-8-3 konnte sich zwar durchaus sehen lassen, doch sein Gegentorschnitt von 2,96 und seine Fangquote von 89,5 Prozent waren persönliche Negativrekorde.
Diese Zahlen wirken nicht gerade ermutigend, besonders dann, wenn man dabei bedenkt, dass Nedljkovic vergangene Saison in den Bereichen Fangquote (93,2 Prozent) und Gegentore pro Spiel (1,9) die Nummer eins der Liga war. Doch wenn man die beiden neuen Torhüter nur nach dieser einen Saison beurteilen würde, würde man ihr wahres Niveau nicht erkennen. Beide hatten aufgrund ihrer Verletzungen in dieser Spielzeit kaum eine Chance zu ihrer erhofften Form zu finden. In den vergangenen Jahren bewiesen jedoch beide, dass sie das Zeug dazu haben Spitzenleistungen in der NHL zu bringen und ihr Team zu tragen.
Andersen war in den vergangenen fünf Jahren die Nummer eins im Tor der Maple Leafs und gewann seit der Saison 2016/17 149 Spiele. Dies ist ein Wert, den nur drei Torhüter (Andrei Vasilevskiy, Connor Hellebuyck, Sergei Bobrovsky) in dieser Zeit überbieten konnten. In seiner achtjährigen NHL-Karriere kommt er auf eine Bilanz von 226-100-48 in 393 Spielen, eine ansehnliche Fangquote von 91,5 Prozent, 2,65 Gegentore pro Spiel und 19 Shutouts.
"Frederik ist schon lange ein Stammtorhüter in dieser Liga und hat eine etablierte Erfolgsbilanz", lobte Waddell die Errungenschaften des Dänen. "Wir glauben, dass seine Erfahrung uns helfen wird weitere Erfolge zu erreichen."

WPG@TOR: Andersen beraubt Roslovic beim OT-Konter

Raanta kann in seiner Karriere trotz seiner langen Liste an Verletzungen beeindruckende Zahlen vorweisen. In seinen acht Jahren in der NHL übertraf er vier Mal die Marke von 92 Prozent Fangquote und knackte zwei Mal sogar 93 Prozent. In 198 Spielen lautet seine Bilanz 93-65-20 bei 91,9 Prozent Fangquote und 2,46 Gegentoren pro Spiel.
"Wenn man sich Raantas Zahlen anschaut, hat er einfach unglaubliche Statistiken", schwärmte Waddell. "Er hatte die letzten paar Jahre Verletzungspech. Wir haben ihn genau unter die Lupe genommen, wie wir das mit jedem Spieler machen, den wir verpflichten. Wir glauben, dass er mit dem richtigen Training, das er jetzt macht, und wenn er mit unserem Team arbeitet, gesund bleiben kann. Wenn man sich seine Zahlen in den letzten fünf oder sechs Jahren anschaut, sind sie überragend. Deshalb sind wir mit dieser Entscheidung sehr glücklich."
Beide Torhüter haben also auf jeden Fall das Potenzial den Hurricanes zu einer weiteren großartigen Saison und zum vierten Einzug in die Stanley Cup Playoffs in Folge zu verhelfen. Der entscheidende Faktor wird sein, ob Raanta und Andersen gesund bleiben und nach ihrer von Verletzungen geprägten Zeit wieder zu ihrer früheren Topform finden. Große Ausfälle können sich die Hurricanes nicht leisten, denn hinter den beiden ist der Kader im Tor dünn besetzt. Wenn ihnen das Verletzungspech jedoch keinen Strich durch die Rechnung macht, dürfen sie sich auf ein starkes Torwart-Duo freuen, das den Mitspielern vor ihnen einen sicheren Rückhalt bieten sollte.