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Die Körpersprache von Trainer Travis Green am Mittwoch bei der Pressekonferenz nach dem Training sagte viel über den Gemütszustand bei den Vancouver Canucks aus. Mehrfach huschte ihm bei der Frage-Antwort-Runde ein zufriedenes Lächeln übers Gesicht. Damit machte er zugleich deutlich, dass der Glaube an den Erfolg intakt ist. Durch das 2:1 am Dienstag in Spiel 5 gegen die Vegas Golden Knights verkürzten die Canucks den Rückstand in der Best-of-7-Serie der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs auf 2:3.

Green störte sich überhaupt nicht daran, dass der Kontrahent aus Nevada in der Begegnung am Vortag über weite Strecken überlegen war und sich ein deutliches Chancenplus erarbeitete. 43:17 lautete am Ende das Torschussverhältnis zugunsten von Vegas. "Wir haben dennoch einen Weg gefunden, dieses Spiel zu gewinnen. Das war nicht nur Glück, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Wir sind sehr widerstandsfähig und geben nie auf", sagte er. Nach Ansicht des Trainers war es der wichtigste Sieg seines Teams in den laufenden Playoffs.

VAN@VGK, Sp5: Pettersson tippt Boesers Schuss rein

Dass die Canucks nach 60 Minuten jubeln durften, hatten sie in erster Linie ihrem Torhüter Thatcher Demko zu verdanken. Er stand erstmals in seiner Laufbahn in einem Playoff-Match von Beginn an zwischen den Pfosten, um der etatmäßigen Nummer 1 Jacob Markstrom eine Verschnaufpause zu verschaffen. Demko machte seine Sache ausgezeichnet und trieb die Abteilung Attacke der Golden Knights mit seinen Paraden zur Verzweiflung. 42 Schüsse wehrte er ab. Lediglich beim Führungstreffer von Vegas durch Shea Theodore musste er sich geschlagen geben. Nachdem Brock Boeser und Elias Pettersson das Spiel gedreht hatten, hielt Demko den Sieg fest.
Folgerichtig wurden Erkundigungen beim Coach eingezogen, ob der Shootingstar nach seinem glanzvollen Auftritt womöglich erneut den Vorzug vor Markstrom erhält. Doch Green moderierte das Thema bei der Pressekonferenz umgehend ab: "Ich verstehe die Frage nur zu gut. Aber ich habe noch nie vor einem Spiel einen Kommentar dazu abgegeben, wer im Tor steht und werde das auch diesmal nicht tun."
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Aber eine Lobeshymne auf Demko ließ er sich zumindest entlocken. "Er ist in den vergangenen drei, vier Jahren immer besser geworden. Er spielt clever und nimmt seinen Job unwahrscheinlich ernst. Gestern war er vom ersten Augenblick an scharf", urteilte Green.
Doch nicht nur für den Schlussmann hatte der Coach der Canucks anerkennende Worte parat. Er würdigte die gesamte Mannschaft für die Leidenschaft, mit der sie den Sieg gegen die Golden Knights unter Dach und Fach brachte. "Sehr gut gefallen hat mir dabei unsere disziplinierte Spielweise. Gerade als wir müde waren, haben wir geschickt verteidigt und uns keine unnötigen Strafzeiten eingehandelt." Lediglich zweimal mussten die Canucks während der Partie in Unterzahl agieren. Beide Male überstanden sie diese kritische Situation schadlos.

VAN@VGK, Sp5: Boeser mit der schnellen Antwort im 2.

Bei aller Freude über den Erfolg verhehlte Green nicht, dass er auch Dinge sah, die ihm nicht gefielen. "Doch das werden wir heute Abend in Ruhe analysieren und besprechen. Sicherlich braucht es hier und da kleinere Anpassungen. Aber ich will jetzt den Sieg nicht zerreden", sagte er. Ferner richtete der Trainer im Hinblick auf Spiel 6 der Serie am Donnerstag (9:45 p.m. ET, Fr. 3:45 Uhr MESZ; NHL.TV) eine Kampfansage an den Kontrahenten: "Ich kann natürlich nicht versprechen, dass wir einen Kantersieg einfahren. Aber wir werden bereit ein und alles geben."
Verteidiger Oscar Fantenberg ist sich im Klaren darüber, dass die Canucks sich beim nächsten Duell gegen Vegas nicht nur auf die Fangkünste ihres Torwarts verlassen dürfen. Diese Taktik könnte bei der geballten Offensivpower der Golden Knights leicht ins Auge gehen. "Wir müssen die Fehler auf ein Minimum reduzieren und es unserem Goalie dadurch einfacher machen. Vor allem kommt es darauf an, einen besseren Start hinzulegen als beim letzten Mal", sagte er.

VAN@VGK, Sp5: Demko stoppt 42 Schüsse in Spiel 5

Fantenbergs Defensivkollege Tyler Myers erwartet einen ob der jüngsten Niederlage besonders gereizten Widersacher. "Die Golden Knights werden sicher noch härter und engagierter zur Sache gehen. Deshalb gilt es von Anfang an fokussiert zu sein", so Myers. Wie man Vegas ein weiteres Mal beikommen könnte, beschrieb er folgendermaßen: "Wir müssen unser Forechecking zur Geltung bringen. Das ist eine unserer großen Stärken. Dazu gilt es, schnell zu spielen, viel Puckbesitz zu haben und den Gegner aus unserer Zone herauszuhalten."