BUF Peterka 3-27

Die Buffalo Sabres mussten am Mittwochabend einen herben Rückschlag bei ihrer Aufholjagd im Rennen um die Stanley Cup Playoffs hinnehmen. Im KeyBank Center verschlief Buffalo das erste Drittel komplett und musste sich den Ottawa Senators am Ende mit 2:6 geschlagen geben. Trotz eines Treffers von Sabres-Stürmer JJ Peterka ging das deutsche Duell an Tim Stützle.
 
Buffalo verschläft den Beginn – Ottawa trifft wie am Fließband
 
In den ersten Minuten wurde Buffalo von Ottawa regelrecht überrollt. Artem Zub stubste den freiliegenden Puck bereits nach 2:37 Minuten zum 1:0 über die Linie (3.). Kurz darauf fälschte Boris Katchouk erfolgreich zum 2:0 ab (5.). Nur 65 Sekunden später erhöhte Drake Batherson mit einer feinen Bewegung vor dem Tor auf 3:0 (7.). Ein Schlagschuss-Hammer von Jakob Chychrun besorgte das 4:0 (9.). Schließlich vollendete Brady Tkachuk eine Passstafette per Tip-in zum 5:0 (20.). Erstmals seit über 20 Jahren (seit dem 8. Januar 2004) gelangen den Senators fünf Treffer im ersten Drittel.

OTT@BUF: Batherson kommt vor dem Tor an den Puck und trifft per Rückhand

„Wir waren bereit“, sagte Ottawas Trainer Jacques Martin. „Wir haben ein paar Pucks aufs Tor und ein paar Spieler zum Tor gebracht. Wir haben unsere Chancen genutzt und uns eine schöne Führung herausgespielt.“

Die Sabres, die das erste Drittel auch angesichts von 11:18 Schüssen komplett verschliefen, rangen nach einer Erklärung für den Fehlstart.

„Ich war ganz schön geschockt“, sagte Buffalos Verteidiger Connor Clifton. „Immerhin steht unsere Saison auf dem Spiel. Sie kamen hierher und haben es uns gegeben. Wir hatten keine Antwort und lassen fünf Gegentore zu. Das wars dann.“

„Es ist frustrierend“, gestand Sabres-Trainer Don Granato. „Wir sind enttäuscht. Es waren die ganz einfachen Dinge, die selbstverständlich sein sollten, die nicht geklappt haben. Natürlich ist das frustrierend.“

OTT@BUF: Tkachuk vollendet eine feine Passstafette per Tip-in

„Nicht okay“: Luukkonen wird nach knapp neun Minuten gezogen

Die vier Senators-Treffer binnen 8:49 Minuten waren die schnellste Vier-Tore-Serie in der laufenden Saison und sorgten für ein frühes Ende des Arbeitstags von Sabres-Torwart Ukka-Pekka Luukkonen (fünf Saves, 55,6 Prozent Fangquote), der durch Devon Levi (31 Saves, 96,9 Prozent Fangquote) ersetzt wurde.

„Ich bin enttäuscht, wie wir ‚Upie‘ im Stich gelassen haben“, sagte Clifton. „Er ist das Herz und die Seele dieses Teams. Er hat uns so oft im Spiel gehalten. Dadurch, dass wir uns nicht gezeigt haben und stattdessen derart sorglos aufgetreten sind, haben wir ihnen die ganze Zeit Freifahrtscheine ausgestellt. Die ersten 20 Minuten haben den Rest des Spiels bestimmt. Jeder hat heute nur für sich gespielt.“

„Es war das Schlimmste von allem, dass wir ihn im Stich gelassen haben“, übte auch Abwehrchef Rasmus Dahlin Selbstkritik. „Er rettet uns schon eine so lange Zeit. Das war nicht okay von unserer Seite.“

Peterka stoppt die Blutung

Immerhin: Im zweiten Drittel gab Buffalo ein Lebenszeichen von sich. Der deutsche Flügelstürmer JJ Peterka staubte mit einem präzisen Schuss von zwischen den Bullypunkten zum 1:5 ab (23.).

OTT@BUF: Peterka fällt ein Abpraller vor die Kelle und vollstreckt per Präzisionsschuss

Für den 22-jährigen Münchner war es bereits der 25. Saisontreffer. Er ist damit der Top-Torjäger bei den Sabres. Peterka führt zudem die teaminterne Rangliste in Sachen Tore bei Gleichzahl (23), Punkte bei Gleichzahl (40) und herausgeholte Strafen (28) an. Auch ist er der einzige Spieler seiner Mannschaft, der alle 73 Saisonspiele bestritt.

„JJ arbeitet an vielen Details, hat sich toll entwickelt und gezeigt, dass er auf diesem Level treffen kann. Es gibt aber Dinge, die er noch lernen kann, um insgesamt ein besserer Spieler zu werden. Er positioniert sich jetzt besser, um Pucks zurückzuerobern. Sein Positionsspiel kreiert auch viele Tore. Das hat er sich verdient. Er hat sein Spiel weiterentwickelt und ist auch ohne den Puck ein besserer und weiserer Spieler geworden“, sagte Granato schon vor dem Spiel. „Wenn du jemanden wie JJ reinwirfst, und er legt die Messlatte für alle anderen höher, dann ist das ein Traum für jeden Trainer. Er schürt den Konkurrenzkampf.“

Clifton betrieb mit einem Treffer aus der Distanz Ergebniskosmetik zum 2:5 (34.), eine Aufholjagd aber blieb aufgrund abgezockter Senators aus.

Senators lassen nichts mehr anbrennen

„Im dritten Drittel haben wir sie dann gut aus dem Spiel genommen“, so Martin. „Auch unsere Torhüterleistung war gut, mit ein paar wichtigen Saves.“

Joonas Korpisalo (34 Saves, 94,4 Prozent Fangquote) hielt den Sieg fest. Diesen schmückte Shane Pinto noch mit einem Empty-Net-Tor auf 6:2 aus (57.).

„Wenn du gewinnen willst, dann brauchst du Ausgeglichenheit. Genau diese hatten wir heute. Du brauchst alle deine Spieler an Bord“, sagte Pinto, der ein Vier-Punkte-Spiel aufs Eis zauberte (1-3-4).

Damit ging auch das deutsche Duell zwischen Ottawas Tim Stützle (0-0-0, 20:41 Minuten Eiszeit, 77,8 Prozent gewonnene Faceoffs, ein Torschuss, -1) und Buffalos Peterka (1-0-1, 21:38 Minuten Eiszeit, fünf Torschüsse, +2) an den 22-Jährigen aus Viersen.

Sabres verpassen den Anschluss an die Wildcard-Plätze

Die Senators (31-36-4) befinden sich nach drei Siegen in Serie im Aufwind, haben aber nur noch theoretische Playoff-Chancen.

Die Sabres (34-34-5) haben nach vier Niederlagen aus den letzten sechs Spielen den Anschluss an die Wildcard-Ränge verloren. Der Rückstand auf die Washington Capitals (36-26-9) beträgt bereits acht Punkte.

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