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Die Trade Deadline 2026 war für die Buffalo Sabres ein ganz neues Gefühl: Anders als in den Vorjahren, als das Team von den Niagarafällen zu diesem Zeitpunkt in der Saison schon weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen in der Tabelle stand, ist Buffalo in der laufenden Saison mittendrin im Playoff-Rennen. Entsprechend traten die Sabres als Käufer statt als Verkäufer auf. General Manager Jarmo Kekäläinen sicherte sich mit Trade-Geschäften die Dienste der Stürmer Sam Carrick und Tanner Pearson sowie die Verteidiger Luke Schenn und Logan Stanley.

Aufrüsten für die Rückkehr in die Stanley Cup Playoffs

„Wir haben das Gefühl, dass wir Schaden anrichten können“, sagt Trainer Lindy Ruff. „Das haben wir in den letzten 40 Spielen bewiesen. Wir haben gegen die Besten konstant gut gespielt und gewonnen. Wir versuchen von Spiel zu Spiel eine bessere Mannschaft zu werden.“

Auch Kapitän und Abwehrchef Rasmus Dahlin gefällt die neue Rolle des Käufers auf dem Transfermarkt: „Das ist neu für mich. Es fühlt sich an wie früher in Frölunda. Dafür spielen wir Hockey. So sollte es sich anfühlen. Das ist der Beginn von etwas Großem. Ich freue mich, dass wir endlich an diesem Punkt angekommen sind.“

Seinem schwedischen Landsmann und Verteidiger-Kollegen Mattias Samuelson ging es nicht anders: „Normalerweise, wenn man ein Verkäufer ist, gehen die Jungs und kommen nicht zurück. Im Gegenzug bekommst du Draft-Picks.  Um ehrlich zu sein, interessiert es niemanden in dieser Kabine wirklich, ob man ein oder zwei Picks tauscht, also ist es schön, ein paar neue Gesichter hier zu haben und vielleicht eine neue Energie. Und ja, es macht Spaß. Es ist auf jeden Fall gut für die Moral.“

Buffalo coach Lindy Ruff looks on from the bench during an NHL game against the Minnesota Wild on January 17, 2026 at KeyBank Center in Buffalo, New York. (Photo by Ben Ludeman/NHLI via Getty Images)

Zwei Abrissbirnen für die blaue Linie

Schenn (1,88 Meter groß, 102 Kilogramm schwer) und Stanley (2,0 Meter groß, 105 Kilogramm schwer) wechselten von den Winnipeg Jets nach Buffalo und sollen für mehr Physis und Tiefe an der blauen Linie der Sabres sorgen.

„Ich freue mich riesig, sie als neue Teamkollegen zu haben“, so Dahlin. „Ich habe mir auf meinem Handy die Highlights angesehen. Ich bin total begeistert. Ich weiß noch nicht genau, wann sie kommen, aber sie werden eine wichtige Rolle in unserem Team spielen, deshalb kann ich es kaum erwarten. Sie sind ziemlich harte Jungs. Mir hat gefallen, was ich gesehen habe. Sie können auch gut mit dem Puck umgehen. Sie wissen, wie man schnelles Eishockey spielt, und sie werden perfekt in unser Team passen. Ich bin total begeistert.“

Schenn war bis zur Trade-Deadline der fleißigste Hitter bei den Jets und fuhr in 46 Spielen 139 Checks. Hinzu kommen 54 Blocks und sieben Scorerpunkte (1-6-7). Zudem bringt der 36-jährige Kanadier Erfahrung aus sieben Playoff-Runs (58 Playoff-Spiele, 3-5-8) mit und gewann zweimal den Stanley Cup (2020 und 2021 mit dem Tampa Bay Lightning). Eine junge Sabres-Mannschaft soll insbesondere von der Routine des Rechtschützen profitieren.

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„Man kann sich anschauen, wie die meisten Playoffs beginnen: Manchmal sieht es so aus, als wäre kein Puck auf dem Eis. Es wird körperbetont und hart gespielt. Wenn man das nicht selbst erlebt hat, ist es schwer, den Spielern zu erklären, wie es wirklich ist“, erklärt Ruff.

Stanley war in 59 Spielen für Winnipeg der fünftbeste Checker (96 Hits) und viertbeste Schussblocker (69 Blocks) bei 21 Punkten (9-12-21). Alleine die Erscheinung des Linksschützen wirkt einschüchternd auf seine Gegenspieler. Hinzu kommen beim 27-jährigen Kanadier ein harter Schuss und eine große Reichweite mit dem Schläger.

„Man muss sich nur ansehen, wie er spielt, wie er mit dem Puck umgeht, und wie er schießt. Das passt voll zu unserem Spiel“, glaubt Ruff. „Darüber hinaus haben wir einen Spieler, der sich mit jedem in dieser Liga anlegt und für seine Teamkollegen einsteht.“

„Was mich am meisten beeindruckt hat, war, dass er als großer Verteidiger superhart spielt. Das weiß jeder, aber er kann auch Hockey spielen und mit dem Puck umgehen, Tore schießen, einfach alles. Er ist weiterer großer Spieler für unser Team, das ist großartig. So jemanden hat man gerne in seiner Mannschaft.“

Mehr Tiefe für den Angriff

Mit Carrick (34, zuvor: New York Rangers, 60 Spiele, 4-6-10) und Pearson (33, zuvor: Winnipeg Jets, 52 Spiele, 7-6-13) holte sich Winnipeg zwei Bottom-Six-Stürmer dazu, die als Rollenspieler auch das Unterzahlspiel verstärken sollen. Pearson gewann 2014 den Stanley Cup im Trikot der Los Angeles Kings.

„Jede Erfahrung kann uns helfen“, betont auch Samuelsson. „Offensichtlich haben viele von uns in diesem Raum noch nie in den Playoffs gespielt, also ist jede Erfahrung, die wir bekommen können, natürlich positiv, um dem Team zu helfen.“

NJD@NYR: Smith und Carrick sorgen für das entscheidende Tor

„Alle Spieler bringen Härte ins Team und machen uns zu einem schwerer zu besiegenden Gegner. Carrick ist ein guter Faceoff-Spieler. Die beiden Verteidiger sind körperlich stark und vor dem Tor sehr präsent. Sie werden uns enorme Tiefe verleihen und uns viele Optionen bieten“, glaubt Ruff. „Die Nachricht ist: Sie machen uns härter und geben uns mehr Erfahrung. Ich denke, wir sind jetzt in einer besseren Lage als vorher.“

Eine lange Durststrecke

Buffalo (37-19-6) ist Zweiter in der Atlantic Division und hat acht Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz. Die Sabres haben es seit 2011 nicht mehr in die Stanley Cup Playoffs geschafft und seitdem 14 Jahre in Folge die Postseason verpasst.

Die längste Durststrecke aller 32 NHL-Teams soll im April 2026 enden - mit der Unterstützung Schenn, Stanley & Co.

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