BUF 5, NJD 4

Die Buffalo Sabres und der Deutsche Stürmer JJ Peterka haben die Hoffnung auf die Qualifikation für die Stanley Cup-Playoffs noch nicht aufgegeben. Nach dem 5:4-Heimsieg gegen die New Jersey Devils am Freitag (Ortszeit) beträgt der Rückstand auf die Wildcard-Plätze in der Eastern Conference nur noch sechs Zähler. Die Gäste mit vier Schweizern im Kader verpassten es dagegen, sich endgültig einen Playoff-Platz zu sichern und waren entsprechend enttäuscht nach dem Spiel.

Viermal in Folge waren die Sabres zuvor als Verlierer vom Eis gegangen, hatten in diesen Partien lediglich einen Zähler geholt und bei den Niederlagen zu Hause gegen die Boston Bruins (0:7) und die Nashville Predators (3:7) jeweils zu große Lücken in der Defensive angeboten. So ganz sattelfest war der Verteidigungsverbund gegen die Devils immer noch nicht, was die vier Gegentore belegen. Aber das Ergebnis stimmte immerhin.
"Das war enorm wichtig für uns, da wir offensichtlich in den vergangenen Spielen ein paar Probleme hatten", meinte dann auch Dylan Cozens. Entscheidend sei dabei gewesen, dass sein Team aufs Eis gegangen sei und einen guten Start hingelegt habe. "Selbstverständlich sind wir nicht damit zufrieden, wie wir es dann zu Ende gespielt haben. Wir haben die Devils wieder zurück in die Partie gelassen. Aber wir haben den Sieg geholt. Das ist es, was zählt."
Cozens selbst leitete den Erfolg der Gastgeber im KeyBank Center zu Buffalo ein. Nach knapp sechseinhalb Minuten überwand er als erster Akira Schmid im Kasten der Devils zur frühen Führung. Diese baute Tage Thompson gut eine halbe Minute später weiter aus. Schmid war einer von vier Schweizern im Kader der Devils. Doch die Eidgenossen waren diesmal nicht vom Glück begünstigt. Schmid musste nach drei Gegentreffern bei sieben Schüssen auf sein Tor nach knapp elf Minuten schon wieder Platz machen für Vitek Vanecek. Timo Meier und Jonas Siegenthaler blieben ohne Scorerpunkt. Lediglich Nico Hischier schaffte es mit einem Assist auf die Scorerliste.

NJD@BUF: Thompson verdoppelt Sabres-Führung

Devils-Trainer Lindy Ruff, von 1997 bis 2013 selbst als Übungsleiter bei den Sabres hinter der Bande, wollte mit der Auswechslung von Schmid aber wohl eher seine Hintermannschaft aufwecken. Er nahm nach der Partie seine Keeper in Schutz: "Es lag definitiv nicht an unseren Torleuten. Sie haben bisher gute Leistungen gezeigt und wichtige Saves gemacht. Die Gegner mussten an vielen Spielern vorbei, ehe sie auf die Keeper trafen."
Wesentlich besser in Sachen Scoring lief es da für Peterka. Der Deutsche beendete den Abend mit zwei weiteren Vorlagen auf dem Konto. Er bekam je einen Assist beim 1:0 und beim 3:1 gutgeschrieben und steht damit bei 20 Vorlagen in 66 Spielen (neun Tore). Der dritte Treffer der Sabres im ersten Drittel, der gleichzeitig Schmids Arbeitstag beendete, ging auf das Konto von Jack Quinn (11.). Dass für die Devils trotzdem noch was drin war, lag an den bereits angesprochenen Schwächen, die die Sabres derzeit in der Hintermannschaft haben. Yegor Sharangovich und Kevin Bahl hielten die Gäste, die damit ihre fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen kassierten, im Spiel.

Ein Doppelschlag von Alex Tuch (25., 37. PP) erwies sich dann als zu große Hypothek für die Gäste im weiteren Verlauf der Partie. Tuch stellte damit nachdrücklich seine gute Form unter Beweis. Acht Partien hatte er jüngst wegen einer Unterkörperverletzung verpasst. Doch in den sechs Spielen, seit er wieder zurück ist, läuft es mit sechs Punkten (vier Tore, zwei Vorlagen) richtig gut für ihn. Bei 32 Saisontoren steht er jetzt und schraubt mit jedem Treffer seine Bestleistung in einer NHL-Saison weiter nach oben.
"Ich habe wirklich alles gegeben, um zurückzukommen. Manchmal ist damit ein bisschen fehlende Konstanz verbunden", meinte der Stürmer. Es sei nicht einfach gewesen, aber seine Teamkollegen hätten ihm sehr geholfen. Und auch der Spaß habe eine wichtige Rolle gespielt. "Ich denke, heute Abend hatten wir mehr Spaß, besonders, da wir gewonnen haben. Wir haben einfach unser Spiel gespielt, mit viel Tempo."

NJD@BUF: Tuch schießt im Powerplay sein 2. Tor

Viel Geschwindigkeit brachte auch Jack Hughes aufs Eis. Der Stürmer der Devils sorgte seinerseits mit einem Doppelpack (46., 50. PP) im Schlussabschnitt dafür, dass die Devils noch mal ran kamen. Zu mehr reichte es allerdings nicht. "Ich weiß nicht, warum wir heute so gespielt habe", sagte Devils-Verteidiger Siegenthaler. "Vielleicht war es der Druck. Wir hätten heute mit einem Sieg den Playoff-Platz sichern können. Vielleicht war das irgendwie in unseren Köpfen drin, ich weiß es nicht. Wir wissen, dass wir nicht unser bestes Spiel gezeigt haben. Ich denke, es ist wichtig, dass wir das wissen."
Immerhin: Hughes hatte dank seiner beiden Treffer sein 28. Spiel in dieser Saison mit mindestens zwei Scorerpunkten und hat damit einen Franchiserekord der Devils/Colorado Rockies/Kansas City Scouts aufgestellt. Ein Rekord, den er wohl gerne noch mit zwei Punkten garniert hätte.

NJD@BUF: Hughes schießt zweites Tor des Spiel im PP

Die Sabres sind dagegen wieder dick im Geschäft. Sechs Zähler beträgt der Rückstand nur noch auf die Pittsburgh Penguins, die im Moment auf dem zweiten Wildcard-Platz in der Eastern Conference stehen. Und die Sabres haben noch eine Partie in der Hinterhand. Als Glücksbringer erwies sich beim Erfolg gegen die Devils einmal mehr das schwarz-rote Ausweichtrikot. 9-1-1 lautet die Bilanz der Sabres in dieser Saison, wenn sie mit dem Trikot im Retrostil auflaufen. Planmäßig tragen sie das Jersey noch ein Mal, am 13. April. Aber da Sportler im Allgemeinen und Profisportler im Besonderen sehr abergläubisch sind, finden die Sabres vielleicht noch einen Weg, das Trikot öfter überzustreifen.
Bereits am Samstag (Ortszeit) sind beide Teams wieder im Einsatz. Die Sabres haben die Möglichkeit, bei den New York Islanders (5 PM ET, 22 Uhr MEZ; ESPN+, Hulu) die nächsten Punkte in Sachen Wildcard-Plätze gutzumachen. Ob dann allerdings Topstürmer Thompson dabei ist? Dieser musste gegen die Devils Mitte des ersten Drittels verletzt vom Eis, kam im zweiten Drittel aber wieder zurück. Sabres-Coach Don Granato bezeichnete seinen Einsatz als "fraglich".
Die Devils mit ihrem Schweizer Quartett bekommen ihre nächste Chance auf Zähler ebenfalls bereits am Samstag. Sie empfangen dann Tim Stutzle und die Ottawa Senators, die ebenfalls noch mit im Rennen um die Playoff-Plätze sind (7 PM ET, So. 0 Uhr MEZ, MSGSN). Vielleicht kommen die Devils dann ja mit dem Druck besser zurecht.
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