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"Wenn man sich am Negativen aufhängt, dann wird das Negative zum Vorschein kommen." Das sagte Don Granato, der Trainer der Buffalo Sabres nach deren 3:4-Heimniederlage gegen die Philadelphia Flyers und beschrieb damit die Stimmung bei den Sabres vermutlich recht treffend. Seit dem 23. Februar konnte das Team nicht mehr gewinnen. Auch der Trainerwechsel von Ralph Krueger zu Granato brachte keine Verbesserung. Die Niederlagenserie steht mittlerweile bei 18 (0-15-3) und ist damit die längste der NHL seit 2005/06, als das Penaltyschießen eingeführt wurde und die Möglichkeit auf ein Unentschieden wegfiel.

Gegen die Flyers schien es, als könnten die Sabres ihren Negativlauf noch im März beenden. Henri Jokiharju, Cody Eakin und Brandon Montur erzielten alle ihr zweites Saisontor und stellten bis zum Ende des zweiten Abschnitts die Partie auf 3:0 für die Gastgeber. Tobias Rieder, der nach seiner Verletzung wieder für die Sabres auf dem Eis stand, lieferte die Vorlage zum Tor von Eakins.
Buffalo war auf dem Weg die Serie zu beenden und konnte in 40 Minuten viel Selbstvertrauen tanken. Bereits die Samstags-Begegnung mit den Boston Bruins gab Auftrieb. Buffalo führte zweimal und musste sich am Ende nur knapp den starken Bruins geschlagen geben.

Der Schlussabschnitt mutierte gegen Philadelphia dann zu einem Alptraum für die Sabres. Kevin Hayes traf nach weniger als zwei Minuten zum 1:3, Claude Giroux stellte den Anschluss her und Sean Couturier glich nur 1:29 vor Ende des Matches aus.
Nach dem Duell war die Stimmung in der Sabres-Kabine entsprechend schlecht. "Ich habe dafür keine Worte", erklärte ein sichtlich angefressener Montour. "Wenn man durch eine solche Phase geht, dann kann man das System, die Trainer, die anderen Reihen für schuldig halten, aber am Ende muss man ein NHL-Spieler sein. Man geht mit 3:0 in Führung, besonders wenn man so verzweifelt um zwei Punkte kämpft wie wir. Es ist peinlich."
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In der Verlängerung unterlagen die Sabres bereits mit dem ersten Schuss. Nach 42 Sekunden vervollständigte Ivan Provorov das Comeback und verlängerte Buffalos Serie an Niederlagen. Für Montour war besonders dieses Spiel eine Schande und einem NHL-Team nicht würdig. Jede andere Mannschaft der Liga hätte, so der Verteidiger nach der Begegnung, hier einen Sieg mitgenommen. Der Einbruch im Schlussabschnitt war für ihn nicht akzeptabel.
Auch auf Seiten der Flyers hielt sich die Freude nach dem Overtime-Erfolg in Grenzen. "Ich denke nicht, dass wir sie auf die leichte Schulter genommen haben", suchte Claude Giroux nach einer Erklärung für den schwachen Start. "Wir müssen einen Weg finden. Als Mannschaft müssen wir zusammenfinden und unser Zeug auf die Reihe bekommen, denn es sind nicht mehr viele Spiele übrig und wir dürfen uns nicht selbst ins Knie schießen, so wie heute." Gegen Buffalo ging es dieses Mal gut, besonders weil sich die Sabres in einen Negativstrudel ziehen ließen.

Granato war nach dem Match klar, dass die vergangenen Wochen am Selbstvertrauen genagt hatten und sein Team sich dadurch schneller in einen negativen Verlauf ziehen lässt. Für den Chefstrategen darf das dennoch nicht passieren. Seine Lösung ist der Blick auf das nächste Spiel, den nächsten Wechsel, die nächste Szene, die nächste Chance. Mit dem Fokus auf das kleine Detail sollen die Spieler die negativen Rahmenbedingungen ausblenden.
Leichter gesagt als getan. Positiv ist, dass die Akteure sich untereinander aufbauen wollen. "Die Mitspieler versuchen, sich gegenseitig heiß zu machen", gab Montour einen Einblick in die Kabine. "Unser Fokus liegt auf einem guten Wechsel, auf dem man dann aufbauen kann. Das ist es, was wir versuchen."
Am Mittwoch (7:30 p.m. ET; nhl.tv; Do. 1:30 Uhr MESZ) bekommt Buffalo die nächste Chance die historische Niederlagenserie zu beenden. Der Gegner sind dann erneut die Flyers.
Für Granato und seine Mannschaft ist klar, dass sie auf den ersten beiden Dritteln vom Montag aufbauen müssen und sich nicht von kleinen Widrigkeiten aus dem Spiel bringen lassen dürfen. "Wenn man ein Tor abgibt, dann muss man sich einfach wieder fokussieren und weitermachen", gab Montour den Weg vor. "Wir haben sie die ersten zwei Drittel dominiert. Warum können wir das nicht beenden? Wir müssen einfach besser sein."