SEA 3, BOS 0

Die Seattle Kraken haben den Boston Bruins die erste Heimniederlage in dieser Saison nach regulärer Spielzeit zugefügt. Am Donnerstag setzten sich die Gäste im TD Garden nach Treffern von Brandon Tanev, Eeli Tolvanen und Jaden Schwartz mit 3:0 durch. Torhüter Martin Jones sicherte sich seinen Shutout mit 27 Paraden. Er hatte erneut den Vorzug vor Philipp Grubauer erhalten.

"Wir haben wirklich einen hervorragenden Job gemacht. Wir haben Schüsse geblockt und viele Pucks aus unserer eigenen Zone herausbekommen. Das ist sicherlich der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Wir haben vor unserem Tor richtig stark gespielt", meinte Jones. Für ihn war es das zweite Zu-Null-Spiel hintereinander. Bereits am Montag beim 4:0 bei den Montreal Canadiens hatte sich der Schlussmann als unüberwindliches Hindernis erwiesen. In der laufenden Saison hat er nunmehr drei Shutouts auf dem Konto.

SEA@BOS: Jones hält alle 27 Torschüsse der Bruins

"Wir haben gut nach hinten gearbeitet. Es gab fast kein Durchkommen für die Bruins. Selbst wenn sie mal jemanden ausgespielt hatten, ist es uns gelungen, ihren zweiten Spielzug zu verhindern. Der ist besonders gefährlich", nannte Kraken-Angreifer Yanni Gourde den Hauptgrund für den Triumph bei den Bruins.
Seattles Trainer Dave Hakstol zeigte sich rundum zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Das ist ein schwieriger Ort um zu gewinnen. Deshalb dürfen die Jungs zu Recht stolz darauf sein. Wir haben vor allem die kleinen Dinge erledigt, die für einen Sieg nötig sind. Darüber hinaus haben wir die Tore genau zur richtigen Zeit geschossen. Und wir hatten einen überragenden Mann zwischen den Pfosten stehen", analysierte er.
Die Kraken sind derzeit das Maß der Dinge in der Liga. Als einziges Team sind sie im neuen Jahr noch ungeschlagen. Sieben Siege (7-0-0) haben sie in den ersten beiden Januarwochen aneinandergereiht. Dieses Kunststück vollbrachten sie bereits zwischen 17. November und 1. Dezember.
Die zurückliegenden sechs Erfolge erzielten die Kraken allesamt auswärts. Sie sind erst das siebte Team in der Geschichte der NHL, die mindestens die ersten sechs Partien eines Roadtrips für sich entschieden haben. Zuletzt gelang dies den San Jose Sharks zwischen 13. und 22. November 2015. Mit einem weiteren doppelten Punktgewinn auf der letzten Station ihrer aktuellen Dienstreise, am Samstag bei den Chicago Blackhawks, können die Kraken die imposante Siegesserie weiter ausbauen.

SEA@BOS: Tolvanen mit de, 2:0 für die Kraken im 2.

"Wir sind eine eingeschworene Gruppe, wir haben Spaß zusammen, wir gewinnen zusammen, und ich glaube nicht, dass sich irgendjemand in unserer Kabine wirklich um die Anerkennung schert. Es ist eine besondere Teammentalität, die uns auszeichnet", beschrieb Seattles Jordan Eberle das Erfolgsgeheimnis der Kraken.
Im Lager der Bruins herrschte nach der Niederlage verständlicherweise Tristesse. In den 22 vorangegangenen Heimspielen seit Saisonbeginn hatten sie mindestens einen Punkt geholt (19-0-3). Gleiches galt für die letzten 14 Begegnungen insgesamt (11-0-3). Bei der Pleite gegen die Kraken gelang ihnen zum ersten Mal in dieser Spielzeit kein eigener Treffer in einem Match.
"Wir waren heute in allen unseren Aktionen nicht nur eine Sekunde zu spät dran, sondern zwei", bemängelte Bruins-Coach Jim Montgomery. "Es ist uns in keiner Phase gelungen, unser gewohntes Spiel aufzuziehen. Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit dem, was wir heute abgeliefert haben."
Bostons Verteidiger Charlie McAvoy äußerte sich ebenfalls selbstkritisch. "Wir haben diesmal zu lange gebraucht, um in die Gänge zu kommen. Auf die gesamten 60 Minuten gesehen war unsere Leistung einfach nicht gut genug. Die Kraken dagegen sind aufs Eis gekommen und haben sich von ihrer besten Seite gezeigt", lautete sein Kommentar.
Für die Platzierung in der Tabelle hatte die Niederlage der Bruins keine negativen Folgen. Mit 68 Punkten (32-5-4) aus 41 Spielen stehen sie nach wie vor souverän an der Spitze der Atlantic Division. Ihr Vorsprung auf die zweitplatzierten Toronto Maple Leafs beträgt komfortable neun Zähler.
Die Kraken haben sich durch ihre jüngste Erfolgsserie in der Spitzengruppe der Pacific Division festgesetzt. Mit 54 Punkten (25-12-4) aus 41 Spielen belegen sie die dritte Position. Vor ihnen liegen die Vegas Golden Knights (58) und die Los Angeles Kings (56). Das Punktepolster auf die Calgary Flames, die an vierter Stelle rangieren, beläuft sich auf fünf Punkte.