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Der Druck auf alle Beteiligten bei der "Battle of Alberta" war selten so groß wie am Samstag im Rogers Place. Für die Edmonton Oilers und die Calgary Flames lief es zuletzt nämlich alles andere als wunschgemäß.

Herausgekommen ist ein herausragendes Eishockey-Spiel, das die Oilers nach hartem Kampf durch eine sehenswerte Einzelleistung von Connor McDavid mit 3:2 für sich entschieden. Doch auch die Flames können aus dem emotional geführten Derby viel Positives mitnehmen, selbst wenn die Partie knapp verloren ging.
Nach zuvor drei Niederlagen in Folge stand die Vertretung Edmontons vor dem Eröffnungs-Bully ebenso unter Zugzwang wie die Auswahl Calgarys. Die Flames hatten sich am Donnerstag nach einem enttäuschenden Saisonverlauf von ihrem Trainer Geoff Ward getrennt und mit Darryl Sutter den Mann als Nachfolger verpflichtet, der sie 2004 ins Stanley Cup Finale gegen die Tampa Bay Lightning führte.

CGY@EDM: McDavid sorgt mit starkem Schuss für Führung

Bei den Oilers war die Erleichterung nach dem Erfolg deutlich spürbar. "Das ist ein großer Sieg", sagte McDavid, der 3:45 Minuten vor Spielende den Endstand markierte. "Wenn man so ins Straucheln gerät wie wir, muss man einen Ausweg finden. Ich denke, wir haben als gesamte Gruppe einen großartigen Job gemacht, indem wir einfach drangeblieben sind, das Spiel offengehalten haben, obwohl wir nicht unseren besten Start hatten."
Neben dem Siegtreffer durfte sich der Oilers-Kapitän noch über zwei Vorlagen freuen. Kailer Yamamoto steuerte ein Tor und einen Assist bei. Leon Draisaitl bekam ebenfalls eine Torvorlage gutgeschrieben und Torhüter Mike Smith gelangen 34 Paraden. Statistiken, die Mut machen, nachdem Edmonton in den vorausgegangenen drei Vergleichen mit den Toronto Maple Leafs (0:4, 0:3, 1:6) lediglich ein Treffer gelungen war.
Bei den Flames, die zwei Tage nach der Trennung von Ward an diesem Abend übergangsweise von Assistenztrainer Ryan Huska betreut wurden, da Sutter aufgrund des COVID-19-Protokolls der NHL frühestens am Montag zum Team stoßen wird, erarbeitete sich Elias Lindholm zwei Assists. Torhüter Jacob Markstrom überzeugte mit 30 Rettungstaten, konnte die siebte Niederlage von Calgary in den vergangenen zehn Spielen aber nicht verhindern.

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Kein Wunder, dass der Übergangstrainer über den Ausgang des Spiels nicht glücklich sein konnte. "Wir haben den Oilers im Laufe des Spiels zu viel Platz gelassen und es ihnen dadurch zu einfach gemacht, in unsere Zone zu kommen", sagte Huska. "So haben sie meiner Meinung nach ihre drei Tore zu leicht erzielt."
Dabei hatte das Duell für die Flames wunschgemäß begonnen. Johnny Gaudreau traf in der 15. Minute zum 1:0. 33 Sekunden waren von einer Strafzeit gegen Yamamoto abgelaufen, als der Stürmer einen Pass von Lindholm mit einem Schlagschuss zu einem Treffer nutzte. Eine verdiente Führung, hatten doch die Flames mit 21:10 in den ersten 20 Minuten ein eindeutiges Übergewicht bei den Torschüssen.
"Jedes Mal, wenn es bei einer Mannschaft einen Trainerwechsel gibt, weiß man, dass es im nächsten Spiel hoch hergehen wird. Genau solche Emotionen im Spiel haben wir gebraucht", resümierte Edmontons Schlussmann Smith. "Am Anfang haben wir uns schwergetan. Aber es kommt nicht darauf an, wie man ein Spiel anfängt, sondern wie man es beendet. Es war schön, auf der richtigen Seite zu stehen und zwei wichtige Punkte zu holen."
Jesse Puljujarvi gelang in der 38. Minute das 1:1. Er profitierte dabei von einem Schuss von Kris Russell, dessen Rebound er über die Linie bugsieren konnte. Noah Hanifin sorgte in der 42. Minute für die abermalige Gästeführung. Es war sein erstes Erfolgserlebnis nach zuvor 44 Spielen ohne Tor.

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Ausgerechnet in einer "Battle of Alberta" zu treffen, war für Hanifin naturgemäß etwas Besonderes, wie er hinterher zu Protokoll gab. "Wir hatten einen guten Start und danach war es lange Zeit ein ziemliches Hin und Her. Die Niederlage tut weh. Aber wir haben gut gekämpft. Wenn wir immer so spielen, werden wir sicher bald wieder Erfolg haben."
Yamamoto gelang für die Hausherren nach Zuspiel von Draisaitl das 2:2 in der 47. Minute, bevor McDavid wenig später den Siegtreffer landete.
"Wir wussten, dass es ein umkämpftes Duell werden würde, da sie ihren Trainer gewechselt haben und wir unser Spiel wieder in Ordnung bringen mussten", meinte Edmontons Coach Dave Tippett hinterher. "Sie haben im ersten Drittel eine Menge Pucks auf unser Tor abgefeuert, aber wir haben uns dann irgendwie aufgerappelt. Mir hat gefallen, wie wir im zweiten und dritten Drittel gearbeitet haben. Connor, Leon und Yamamoto haben im letzten Abschnitt das Spiel für uns entschieden. Wir haben am Ende die Punkte geholt. Das ist das, was zählt."
Nach vier von zehn Vergleichen zwischen beiden Teams in der regulären Saison 2020/21 hat Edmonton die Nase vorne. 3:1 lautet die Bilanz aus Sicht der Oilers. Die restlichen sechs Derbys sind für den 15. und 17. März (in Calgary), den 2.und 29. April (in Edmonton), den 1. Mai (bei den Oilers) und den 7. Mai (bei den Flames) angesetzt.
Zunächst einmal geht es jedoch für beide Mannschaften mit Duellen gegen die Ottawa Senators weiter. Calgary empfängt Tim Stutzle und seine Teamkollegen am Sonntag (9.30 p.m. ET; NHL.tv; Mo. 3.30 Uhr MEZ) und Edmonton ist am Montag (9 p.m. ET; NHL.tv; Di. 3 Uhr MEZ) der Gastgeber für Ottawa.