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Lightning sind noch unberechenbarer geworden

In der Vergangenheit lebte Tampa Bays Spiel von den Top-Stürmern, nun haben sie noch einmal an Tiefe zugelegt

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Seit mittlerweile fünf Jahren zählen die Tampa Bay Lightning zu den Aushängeschildern der Eastern Conference. Mit Ausnahme der Spielzeit 2016/17, in der sie die Stanley Cup Playoffs verpassten, was auch dem Umstand geschuldet war, dass Steven Stamkos verletzungsbedingt nur 17 Spiele bestreiten konnte, belegten sie in der Atlantic Division jeweils einen der ersten zwei Plätze.

Mit der Verpflichtung von Jon Cooper als Trainer im März 2013 begann Tampa Bays Aufschwung. Aus Rückschlägen, wie jenen im Frühjahr 2017, zog das Management die richtigen Konsequenzen: Der Ausfall eines Spielers, und sei er auch noch so eine tragende Stütze, darf nicht gleich das gesamte Kartenhaus zum Einsturz bringen und das Saisonziel gefährden.

 

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Das Vorhaben scheint geglückt. In der vergangenen Saison sammelte keine Mannschaft im Osten mehr Punkte als das Team von Cooper, das sich dabei darauf verlassen konnte, dass ihre Top-Stars Nikita Kucherov und Stamkos lieferten. Nach 23 Saisonspielen lagen die Lightning ganz vorne im Klassement. Kucherov trug dazu 17 Tore sowie 17 Assists bei und sein Teamkapitän führte mit 36 Punkten (10 Tore, 26 Assists) die Scorerwertung an. Der Abstand auf den drittplatzierten Vladislav Namestnikov (10 Tore, 12 Assists) betrug zwölf Zähler, gar deren 21 waren es auf den fünftplatzierten Stürmer Yanni Gourde (6 Tore, 9 Assists).

Und in diesem Jahr zum gleichen Saisonzeitpunkt? Kucherov (9 Tore, 21 Assists) und Brayden Point (15 Tore, 13 Assists) liegen mit 30 und 28 Scorerpunkten vorne, gefolgt von den punktgleichen Stamkos (7 Tore, 14 Assists) und Gourde (9 Tore, 12 Assists), die nur neun Zähler weniger auf dem Konto haben als der Erstgenannte. Zwölf Punkte Rückstand auf Kucherov weist mit Center J.T. Miller (5 Tore, 13 Assists) erst der Fünfte in der Wertung aus.

Cooper ist in der glücklichen Situation, je nach Bedarf seine Sturmformationen durcheinanderwürfeln zu können, ohne dass sie an Effektivität verlieren. Ob Kucherov hauptsächlich mit Stamkos sowie Miller eine Reihe bildet oder seinen Platz mit Gourde tauscht und an der Seite von Tyler Johnson und Point stürmt, die Lightning punkten.

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Eindrucksvoll untermauerten sie dies beim jüngsten 4:2-Heimerfolg gegen die Chicago Blackhawks am Freitagabend. Gerade einmal zehn Minuten waren absolviert als Johnson mit einem Doppelschlag und Point mit seinem 15. Saisontreffer einen komfortablen Drei-Tore-Vorsprung herausgeschossen hatten. An allen Treffern war Kucherov mit einem Assist beteiligt.

Selbst der Gegner musste der formidablen Vorstellung Respekt zollen: "Es war so schwer sie in den Griff zu bekommen. Sie gaben von Beginn an ein enormes Tempo vor", beschrieb Blackhawks Verteidiger Duncan Keith die ersten Spielminuten.

Tampas Teamkollege Ryan McDonagh war voll des Lobes über die Performance dieser Angriffsreihe: "Da waren ziemlich unglaubliche Spielzüge dabei."

Die Lightning dieses Jahres können es verkraften, wenn Stamkos ein paar Spiele in Folge Ladehemmung hat, wie zwischen dem 10. und 19. November, als ihm in fünf Partien nur zwei Assists gelangen. Dann springen halt Andere in die Bresche, wie ein Point (5 Tore, 2 Assists) oder der dritte Sturm mit Rechtsaußen Mathieu Joseph (2 Tore, 1 Assist), Center Anthony Cirelli (2 Tore, 1 Assist) und Linksaußen Alex Killorn (5 Assists), die in diesem Zeitraum für neun von 17 Toren (52,9 Prozent) verantwortlich waren.

 

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Beim 7:3-Kantersieg am Mittwoch gegen die Florida Panthers wirbelte wieder Stamkos. Er avancierte mit einem Tor und drei Assists zum Matchwinner. "Das war einer dieser Abende, an dem ich immer das Verlangen nach dem Puck hatte. Ich wollte meine Schnelligkeit und meine Kreativität einbringen. Es war schön, dass es geklappt hat. Das funktioniert nicht immer", freute sich der 28-jährige kanadische Center.

Bei Fünf-gegen-Fünf standen bei den Lightning in dieser Saison 16 verschiedene Sturm-Kombinationen, zusammengesetzt aus 14 Spielern, auf dem Eis und punkteten. Welch ein Beweis der Stärke und Tiefe des Kaders.

Ausgeglichene Sturmformationen können eben auf lange Sicht gesehen wertvoller sein als ein starkes Duo. Die Lightning haben beides!

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