Fialas Top 15 Spielzüge 2021/22

Für Kevin Fiala gibt es in der neuen Saison nicht nur auf sportlichem Gebiet eine Veränderung. Der Trade von den Minnesota Wild zu den Los Angeles Kings bringt für den St. Galler auch geografisch und klimatisch einen grundlegenden Tapetenwechsel mit sich. Statt Schneemännern wie in St. Paul werde er in L.A. selbst im Winter palmengesäumte Straßen zu Gesicht bekommen, scherzte er bei der NHL European Player Media Tour in Paris.

Fialas Transfer Ende Juni hatte in der Branche für Aufsehen gesorgt. Immerhin ist der Linksaußen mit 85 Punkten (33 Tore, 52 Assists) der zweitbeste Scorer seiner Mannschaft in der abgelaufenen Saison gewesen. Trotzdem entschlossen sich die Verantwortlichen der Wild dazu, den Schweizer gegen Verteidiger Brock Faber und ein Zugriffsrecht in der ersten Runde beim NHL Draft 2022 einzutauschen. Der Hauptgrund dürften fehlende finanzielle Mittel gewesen sein, um dem Angreifer ein attraktives Angebot für eine Vertragsverlängerung machen zu können.
Der Trade traf Fiala nicht völlig unvorbereitet. "Ich war zwar nicht hundertprozentig sicher, dass es passieren würde, aber ein wenig kommen sehen habe ich es schon", erläuterte er.
Am Tag nach dem Wechsel zu den Kings setzte Fiala sein Autogramm unter einen Siebenjahresvertrag, der pro Saison mit durchschnittlich 7,88 Millionen US-Dollar dotiert ist. Damit besitzt er nun die von ihm gewünschte langfristige Planungssicherheit. "Das ist ein gutes Gefühl. Ich bin sehr glücklich, in L.A. zu sein. Damit ist für mich ein Traum wahr geworden", betonte er. Das beziehe sich nicht nur auf die Stadt, den Strand, das Meer, die Palmen oder Restaurants, sondern vor allem auf das Team.

Das Beste der Los Angeles Kings

Die Vorfreude auf die Kings klingt bei Fiala in jedem Satz über seinen künftigen Arbeitgeber durch. "Sie sind zuletzt immer besser geworden und haben eine glänzende Zukunft vor sich. Sie haben ja einige Leute im Kader, die mit dem Team vor einigen Jahren den Stanley Cup gewonnen haben. Und das sind immer noch großartige Spieler. Hinzu kommen aufstrebende Talente. Wie gesagt: Ich bin schon ganz heiß darauf, dass es losgeht." Im Moment sei er dabei, sich eine passende Bleibe an seiner neuen Wirkungsstätte zu suchen.
Fiala weiß, dass die Erwartungen an ihn hoch sein werden. Die Herausforderungen, die auf ihn warteten, nehme er jedoch bereitwillig an. "Ich bin gerne ein Schlüsselspieler. Los Angeles hat es vorige Saison in die Playoffs geschafft. Jetzt will ich ihnen dabei helfen, den nächsten Schritt zu gehen. Das ist eine schöne Aufgabe, die auf der anderen Seite natürlich einen gewissen Druck mit sich bringt. Man muss hart arbeiten und immer gute Leistungen abrufen. Manchmal gibt es aber Tage, an denen es nicht so gut läuft. Da muss man dann ruhig bleiben und darauf bauen, dass man die Unterstützung von den Teamkollegen bekommt. Umgekehrt tue ich das auch. So sollte Teamwork funktionieren", machte er deutlich.
Auf einen Spieler ist Fiala besonders gespannt: Anze Kopitar. "Es wird bestimmt Spaß machen, mit ihm auf dem Eis zu stehen. Ich wünsche mir, dass es klickt und wir uns blind verstehen. Manchmal braucht es etwas Zeit, bis die Chemie zwischen zwei Spielern stimmt. Aber ich bin überzeugt davon, dass es toll sein wird, mit Kopitar zu spielen", sagte er über den Kapitän der Kings.

Kopitars Top 5 Tore in 2021/22

Mit seinen 26 Jahren sieht sich Fiala längst nicht im Zenit angekommen. "Ich hoffe, dass das Beste noch vor mir liegt. Deshalb kann ich es kaum erwarten, dass es bald wieder losgeht", sagte er.
In der abgelaufenen Saison stellte Fiala in Sachen Tore, Assists und Scorerpunkte persönliche NHL-Rekorde auf. Nach seiner Ansicht sind diese Werte aber nicht in Stein gemeißelt, sondern ausbaufähig. 50 Treffer und 100 Punkte traue er sich durchaus zu. "Ich habe aber gelernt, nicht zu viel über Zahlen nachzudenken. Man erreicht die gesteckten Ziele nicht gleich am ersten Tag. Das ist ein langer Weg. Eine Saison erfordert Beständigkeit. Manchmal verfehlen die ersten 20 Schüsse das Tor und von den nächsten 20 landen vier oder fünf im Netz. Man muss einfach dranbleiben. Der mentale Aspekt unseres Spiels wird häufig unterbewertet", schilderte der Linksschütze seine Erfahrungen.
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Zugleich sollte man laut Fiala die eigene Erwartungshaltung nicht über Gebühr strapazieren. "Man weiß schließlich nie, was passiert. Letztes Jahr hatte ich einen schlechten Start. Am Ende hatte ich dann mehr als einen Punkt pro Spiel auf dem Konto. Beides kam unerwartet. Von daher ist es ratsam, nicht zu viel nachzudenken."
Auf seine Zeit in Minnesota blickt Fiala mit Dankbarkeit zurück. "Ich habe die drei Jahre mit den Jungs wirklich genossen. Es ist eine prima Gruppe. Wir haben zusammen etwas aufgebaut. Im Grunde waren wir eine große Familie, auf und abseits des Eises. Leider sind wir dieses Jahr früher als erwartet ausgeschieden (aus den Stanley Cup Playoffs - d. Red.). Aber so ist nun mal Eishockey", lautete sein Fazit.