Erst die Freude, dann die Ernüchterung. Matthew Schaefer, der Verteidiger der New York Islanders, schrieb mit einer neuen Bestmarke NHL-Geschichte – und ging dennoch enttäuscht vom Eis, weil seine Islanders das Spiel gegen die Ottawa Senators am Donnerstag denkbar knapp mit 2:3 verloren.

Nachdem das erste Drittel noch torlos blieb, gelang Schaefer (25.) im zweiten Spielabschnitt der Führungstreffer zum 1:0. Schaefer ist nun der jüngste Verteidiger in der NHL-Geschichte, der 50 Karrierepunkte erreicht hat! Damit nicht genug: Mit seinen 18 Jahren und 195 Tagen ist er auch der siebtjüngste Spieler in der Geschichte der NHL, der diesen Meilenstein erreicht hat.

Noch früher gelang dies lediglich Bep Guidolin (18 Jahre, 58 Tage am 5. Februar 1944), Ted Kennedy (18 Jahre, 97 Tage am 18. März 1944), Sidney Crosby (18 Jahre, 161 Tage am 15. Januar 2006), Brian Bellows (18 Jahre, 182 Tage am 2. März 1983), Nathan MacKinnon (18 Jahre, 184 Tage am 4. März 2014) und Jimmy Carson (18 Jahre, 187 Tage am 23. Januar 1987).

Schaefer & Co.: 18-Jährige drehen in der NHL auf

Schaefer ist nun auch der vierte aktive Verteidiger, der vor seinem 70. Spiel 50 Karrierepunkte erreicht hat - direkt nach Cale Makar (57 Spiele), Lane Hutson (63 Spiele) und Quinn Hughes (64 Spiele). Überhaupt ist es auffällig, dass 18-Jährige momentan sehr viele Tore in der NHL erzielen. Schaefer erzielte das 40. Saisontor eines 18-Jährigen der laufenden Spielzeit. In den letzten 40 Jahren (seit 1985/86) gab es nur in den Saisons 2013/14 (52), 1986/87 (51) und 2016/17 (47) ähnlich viele Tore von 18-Jährigen zu diesem Zeitpunkt (1.093 Spiele) der Saison.

In der 11. Minute des zweiten Drittels hätten die Islanders die Führung im Powerplay ausbauen können, fingen sich nach einem Bully im gegnerischen Drittel allerdings einen Konter ein. Shane Pinto zog aus mittlerer Distanz ab und traf zum 1:1. Im Schlussdrittel gelangten die Islanders durch Brayden Schenn (42.) erneut mit 2:1 in Führung. Warren Foegele hatte allerdings drei Minuten später mit dem Ausgleich die richtige Antwort parat.

NYI@OTT: Schaefer zieht vom oberen Kreis ab und trifft ins Netz

Tkachuk gelingt 13 Sekunden vor Spielende Siegtreffer

Die Entscheidung fiel erst 13 Sekunden vor Spielende, als Brady Tkachuk nach einem Distanzschuss von Verteidiger Jordan Spence den Puck im Tor unterbrachte. Für die Senators war dies ein wichtiger Sieg, nachdem sie einen Tag zuvor mit 1:4 gegen die Washington Capitals verloren hatten.

„Ich bin einfach glücklich, dass wir diese zwei Punkte geholt haben“, sagte Tkachuk. „Ich hatte das Gefühl, gestern Abend in einem großen Spiel nicht gut gewesen zu sein. Ich wusste, dass ich heute viel besser sein muss, um dem Team zu helfen.“

Senators-Trainer Travis Green feierte: „Es war großartig. Es war ein verdammt geiles Spiel, fühlte sich wie ein Playoff-Spiel an. Ich habe es geliebt, wie unser Team heute Abend gespielt hat.“ Auch Chabot sprach von einem „großartigen Sieg. Wir sind dran geblieben und sind unserer Spielidentität gefolgt. Uns hat unser Spiel in Washington nicht gefallen. Deshalb wollten wir heute unbedingt wieder gewinnen.“

NYI@OTT: Tkachuk hackt den Puck mit 13 Sekunden vor Schluss im dritten Drittel ins Netz

Stützle vergibt Top-Chance in Unterzahl

Der Deutsche Tim Stützle stand 19:54 Minuten auf dem Eis, blieb diesmal allerdings ohne Scorerpunkte – und sogar ohne Torschuss. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Center in der Offensive nicht stattfand. Im zweiten Drittel hätte er fast ein spektakuläres Unterzahltor erzielt, als er Schaefer überwand, alleine auf Islanders-Goalie Ilya Sorokin zulief, per Rückhand allerdings den Puck nicht auf das Tor brachte.

Für die Senators war dieser Sieg extrem wichtig, um den Rückstand auf einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Playoffs zu verkürzen. Die Senators haben mit 79 Zählern vier Punkte Rückstand auf die Islanders. Den Islanders wiederum fehlt ein Punkt auf die Detroit Red Wings, die den zweiten Playoff-Wildcard-Platz im Osten belegen. Hätten die Islanders das Spiel gewonnen, wären sie auf diesen Rang gesprungen.

„Wir sind nicht glücklich, dass wir das Spiel in den letzten Sekunden verloren haben", sagte New Yorks Trainer Patrick Roy. "Aber wir werden uns neu formieren und bereit für das Spiel gegen Montreal sein. Das ist alles. So knapp wie die Tabelle ist, ist es sehr wichtig, den Mut zu behalten und sich auf die Aufgabe zu konzentrieren.“

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