Lukas Reichel hat einen denkwürdigen Einstand bei den Boston Bruins hingelegt. Beim 6:1-Heimsieg am Donnerstag gegen die Winnipeg Jets schoss er ein Tor und bereitete einen Treffer vor. Erst tags zuvor war der 23 Jahre alte Deutsche vom AHL-Farmteam aus Providence hochgezogen worden. Die Bruins hatten ihn vor der NHL Trade Deadline im März im Tausch für einen Sechstrundenpick beim NHL Draft 2026 von den Vancouver Canucks verpflichtet.

„Ich habe versucht, mein Spiel zu machen, die Dinge einfach zu halten und das umzusetzen, was die Verantwortlichen von mir erwarten. Ich soll vor allem meine Schnelligkeit zur Geltung bringen. Ich freue mich, dass mir das alles gelungen ist“, gab Reichel nach seinem erfolgreichen Debüt zu Protokoll.

Im zweiten Drittel reagierte er nach einem Patzer von Jets-Schlussmann Connor Hellebuyck blitzschnell. Der Goalie hatte sich bei einem Abpraller verschätzt und den Puck nicht unter Kontrolle gebracht. Reichel nutzte die Situation aus und chippte die Scheibe entschlossen zum 2:0 ins Netz. „So etwas kann jedem Torwart mal passieren. Ich bin froh, dass ich als Erster an den Puck gekommen bin“, beschrieb der gebürtige Nürnberger die fragliche Szene. Beim sechsten Treffer der Bruins kurz vor Schluss verbuchte er den Secondary Assist.

Reichel spielte auf Linksaußen in der dritten Reihe zusammen mit Elias Lindholm und Morgan Geekie und brachte es auf eine Eiszeit von 14:45 Minuten. „Wir hatten einige gute Shifts. Es ist generell eine starke Teamvorstellung gewesen. Die Jungs sind toll, es macht Spaß, mit ihnen zu spielen. Sie haben mich in jeder Hinsicht unterstützt. Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt“, sagte der Debütant. „Die Stimmung im TD Garden ist unbeschreiblich. Das habe ich schon so empfunden, als ich mit anderen Teams hier gewesen bin. Wenn man für die Bruins aufläuft, ist es umso schöner“, fügte er hinzu.

WPG@BOS: Reichel überwindet Hellebuyck und trifft

Für Reichel war der Saisonverlauf alles andere als einfach. Am 24. Oktober tradeten ihn die Chicago Blackhawks zu den Canucks. Dort lief es jedoch nicht wie gewünscht. Der Angreifer wurde in die AHL-Filiale Abbotsford geschickt. Kurz vor Transferschluss holten ihn die Bruins, um die Offensive für die Jagd nach einem Spot in den Stanley Cup Playoffs mit einem schnellen Mann zu stärken.

Bostons Trainer Marco Sturm zeigte sich mit der Darbietung der dritten Reihe im Allgemeinen und der seines Landsmannes Reichel im Besonderen sehr zufrieden. „Sie hatten gute Aktionen in der Offensive, vor allem dank der Schnelligkeit und des Geschicks von Lukas. Er ist der Motor, er treibt das Spiel an. Genau das war der Plan. Er sollte Elias und Geeks mehr nach vorne bringen“, erläuterte der Coach.

Seine Beförderung ins NHL-Team hatte sich Reichel mit ansehnlichen Leistungen bei Providence verdient. In drei Partien gelangen ihm dort fünf Punkte (ein Tor, vier Assists). Mit seinem Treffer gegen die Jets avancierte er zum 90. Akteur in der Geschichte der Bruins, der bei seiner Premiere für das Team ins Schwarze trifft.

Ähnliches: Boston zieht Lukas Reichel hoch in die NHL

Durch den Sieg gegen Winnipeg baute Boston seine Punkteserie auf vier Begegnungen aus (2-0-2). Der 14. Sieg in den zurückliegenden 15 Heimspielen war mit Blick auf die Playoff-Qualifikation eminent wichtig. Denn in der Eastern Conference und speziell in der Atlantic Division spitzt sich das Rennen um die Plätze in der Postseason zu. Die Montreal Canadiens als Dritter der Gruppe sowie die Bruins und die Detroit Red Wings auf den zwei Wildcard-Platzen haben allesamt 84 Punkte auf dem Konto. Für die New York Islanders, die sich als erste Mannschaft im Osten außerhalb der Playoff-Zone befinden, sind 83 Punkte registriert.

„Wir konzentrieren uns jeweils nur auf das vor uns liegende Spiel und versuchen, so viele Zähler wie möglich zu sammeln. Jeder Punkt zählt. Man sollte im Moment lieber nicht auf die Tabelle schauen. Ich zumindest würde sonst verrückt werden und ich denke, den Spielern geht es genauso. Wir müssen uns darauf fokussieren, unsere Aufgaben konzentriert zu erledigen“, beschrieb Sturm die Marschroute für die verbleibende Zeit bis Mitte April.

In dieser Woche sind die Bruins noch ein weiteres Mal gefordert. Am Samstag geben sie ein Gastspiel bei den Red Wings.

Verwandte Inhalte