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Auf dem Transfermarkt wird es hektischer

Noch verbleibt den Klubs ausreichend Zeit zum Handeln, doch die Nervosität nimmt zu

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Hektisch wird geprüft, geschachert und getauscht. 38 Tage verbleiben zwar noch bis zum Ende der Wechselfrist am 25. Februar, doch kein General Manager möchte sich einen Spieler wegschnappen lassen, den er zusammen mit seinen sportlichen Leitern ausgespäht und für gut befunden hatte. Besonders groß lastet der Druck bei jenen Teams, deren Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs auf des Messers Schneide steht. Keine Zeit verlieren ist die oberste Prämisse. Im Monat Dezember kam es zu fünf Trades von denen NHL-Spieler betroffen waren, in den vergangenen sieben Tagen waren es bereits deren sechs. Die Fluktuation nimmt stetig zu!  

 

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Die Anaheim Ducks zeigten sich auf dem Transfermarkt sehr aktiv, was angesichts der Tabellensituation, in der sie sich befinden, durchaus verständlich ist. Die Ducks liegen in der Western Conference außerhalb der Playoff-Ränge und ihr Rückstand auf die ersten drei Plätze in der Pacific Division beträgt bereits elf Punkte. Die direkte Qualifikation über die Divisionsplatzierung scheint unwahrscheinlich, doch den Achtkampf um die zwei Wildcards im Westen müssen die Ducks längst noch nicht einstellen. Anaheim liegt auf dem zehnten Platz, punktgleich mit den Minnesota Wild und den Edmonton Oilers, zwei Zähler hinter den Colorado Avalanche sowie maximal vier vor den Vancouver Canucks, St. Louis Blues und Arizona Coyotes. Die Ducks sind keinesfalls gewillt vorzeitig aufzugeben.

Am Mittwoch holten sich die Kalifornier Derek Grant von den Pittsburgh Penguins zurück. Der 28-jährige Center war bereits in der vergangenen Saison für die Ducks auf Torejagd gegangen, bevor er am 17. Juli als Unrestricted Free Agent einen Einjahresvertrag über 650.000,- Dollar bei den Penguins unterschrieb. Im Tausch gegen Joseph Blandisi, der in Anaheim nie richtig Fuß fassen konnte, schnappten sich die Ducks mit Grant einen Stürmer, der den Klub und den Großteil der Mitspieler bereits kennt. Er dürfte wenig Eingewöhnungszeit benötigen. Bereits einen Tag nach dem Deal stand Grant im Kader der Ducks und fuhr mit ihnen einen 3:0-Sieg im Xcel Energy Center von St. Paul gegen die Wild ein. In dieser Partie noch nicht mit dabei war Verteidiger Michael Del Zotto, den die Ducks Stunden zuvor von den Canucks losgeeist hatten im Tausch gegen Luke Schenn und einem Zug in der siebten Runde beim NHL Draft 2020. Anaheims General Manager Bob Murray muss sich nicht vorwerfen lassen, dass er tatenlos zugesehen hat, sollten seine Ducks am Saisonende tatsächlich die Playoffs verpassen.

 

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An den Spielerwechseln dieser Woche waren mit Ausnahme der Tampa Bay Lightning (Jan Rutta und ein Draft-Pick der 7. Runde 2019 gegen Slater Koekkoek und einem Draft Pick der 5. Runde-Draft-Pick von den Chicago Blackhawks) nur Klubs beteiligt, die sich auf einem Wildcard-Platz oder außerhalb der Playoff-Ränge befinden.

Den interessantesten Deal handelten die Wild und die Carolina Hurricanes aus: Der Schweizer Stürmer Nino Niederreiter wird fortan seine Schlittschuhe wieder für ein Team aus der Eastern Conference schnüren. Seiner statt versucht der schwedische Center Victor Rask, der die ersten 20 Saisonspiele aufgrund einer Handverletzung versäumt hatte, sein Glück in Minnesota. Er war mit einem Tor und fünf Assists in 26 Spielen ebenso wie Niederreiter (46 Spiele, 9 Tore, 14 Assists) im bisherigen Saisonverlauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Tapetenwechsel könnte für beide Stürmer und ihre neuen Arbeitgeber von Vorteil sein.

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Doch nicht jeder Deal, der in den letzten Wochen vor der Trading Deadline verabredet wird, zielt darauf ab, den eingetauschten Spieler im Kader zu behalten. In den vergangenen Jahren kam es öfters vor, dass ein Neuzugang bis zum Ende der Wechselfrist erneut eingetauscht wurde. Das Management des Franchise hatte in einem solchen Fall bereits einen anderen Spieler im Visier und erhoffte sich die eigene Ausgangsposition für anstehende Verhandlungen zu stärken.

Die Telefone der General Manager werden in den kommenden Tagen fortwährend klingeln und bis Ende Februar werden die beschlossenen oder angepeilten Tauschgeschäfte noch einigen Anlass zum Diskutieren und Spekulieren geben.

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