Das Beste der Arizona Coyotes

Die NHL Preseason 2022/23 beginnt am 24. September. NHL.com/de beleuchtet im Vorfeld bei jedem Team noch einmal den Stand der Dinge.
In dieser Ausgabe: Arizona Coyotes:

Die sportliche Situation bei den Coyotes ist eindeutig. Die Verantwortlichen in Arizona sind dabei einen grundlegenden Neuaufbau des Kaders voranzutreiben, der von den Beteiligten und den Fans noch einiges an Geduld einfordern wird. Doch auch wenn der nächste Einzug in die Stanley Cup Playoffs derzeit noch einer ganze Weile auf sich warten lassen dürfte, gibt es etliche positive Ansätze und Aspekte, die es spannend machen, das Team in seinen kommenden Entwicklungsschritten zu begleiten und zu beobachten.
Mit drei ausgewählten Spielern unter den ersten 29 beim NHL Draft 2022 und weiteren 18 Auswahlmöglichkeiten in den ersten drei Runden der Jahre 2023, 2024 und 2025 ist die Talentdichte bei den Coyotes in den kommenden Jahren immens. Die Kaderplaner der Coyotes haben dementsprechend in der Offseason keine größeren Spielerverpflichtungen getätigt. Ihr Weg zurück in die K.o.-Phase soll in erster Linie über Nachwuchskräfte führen, die Trainer Andre Tourigny zu einer schlagkräftigen Truppe formen will.

Kellers Top 5 Tore in 2021/22

In der vergangenen Saison hatte nach regulärer Spielzeit keine NHL-Mannschaft mehr Niederlagen zu verdauen als Arizona (50). Mit 57 Punkten und einem Punkteschnitt von 0,348 rangierten lediglich die Montreal Canadiens (55 Punkte, 0,335) noch hinter den Coyotes.
Doch wirklich unruhig wurde bei den Coyotes niemand. "Wir haben uns nicht gescheut, jedem auf der Welt zu sagen, dass wir versuchen, Draft Picks zu erwerben", sagte Arizonas General Manager Bill Armstrong.
Ein solcher Neuaufbau braucht naturgemäß Zeit, und die Coyotes haben zur Unterstützung der Prospects bereits eine Gruppe von jungen, aber vergleichsweise erfahrenen Stürmern im Alter von 26 Jahren und darunter beisammen, die bewiesen haben, dass sie in der NHL mithalten können.
Ein weiteres Markenzeichen des im Aufbau befindlichen Kaders soll die Einstellung sein und bleiben. "Wir wollen eine wettbewerbsfähige, hart arbeitende Mannschaft sein", gab General Manager Armstrong dabei die Richtung vor.
Spannend wird nicht nur das Leistungsvermögen der jungen Mannschaft sein, sondern auch deren Spielort. Das Franchise verließ die Gila River Arena in Glendale, Arizona nach 19 Spielzeiten und wird mindestens die nächsten drei Jahre in der brandneuen, allerdings nur 5.000 Plätze fassenden Mehrzweckarena der Arizona State University nutzen.
Aktuell wird der Bau einer neuen Spielstätte im benachbarten Tempe vorangetrieben, die frühestens zur Saison 2025/26 fertiggestellt sein wird. NHL-Eishockey vor 5.000 Zuschauern ist ein Kuriosum, dessen Auswirkungen auf die Mannschaft im Vorfeld kaum abzuschätzen sind.
"Ich gehe unvoreingenommen an die Sache heran und bin sehr gespannt darauf", sagte Stürmer Lawson Crouse, der kürzlich einen Fünfjahresvertrag in Arizona unterzeichnete, in Bezug auf die ungewöhnliche Hallensituation des Klubs. Die Coyotes glauben fest daran, dass die intime Atmosphäre der College-Arena ihnen einen Heimvorteil verschafft wie es ihn in der NHL sonst nirgendwo gibt. "Ich hoffe, dass die Fans kommen und es jeden Abend ausverkauft ist und sie laut sind, und dass es eine gute Atmosphäre für uns und das Team ist", ließ Stürmer Clayton Keller wissen.

Crouses Top 5 Tore in 2021/22

Keller ist 24 Jahre alt und bereits ein Aushängeschild in der Offensive des Kaders. In der vergangenen Saison gelangen ihm 28 Tore in 67 Spielen, bevor er sich am 30. März gegen die San Jose Sharks das Bein brach. Rechtzeitig zum Saisonbeginn dürfte er jedoch wieder fit sein und soll die Mannschaft dann auf dem Eis anführen.
Mehr Konstanz wird von Kellers Teamkollegen Nick Schmaltz erwartet, der in der vergangenen Saison zwar zwölf Punkte (fünf Tore, sieben Assists) in einer Phase von nur drei Spielen zwischen dem 3. und 8. März erzielte und am Ende auf 59 Punkte (23 Tore, 36 Assists) in 63 Spielen kam, nachdem er in seinen ersten 21 Partien nur zwei Tore erzielt hatte.
Die Coyotes hoffen zudem, dass die Neuzugänge Zack Kassian und Nick Bjugstad sowie die Verteidiger Josh Brown und Troy Stecher ebenso zum Erfolg der Mannschaft beitragen werden wie der etablierte Verteidiger Shayne Gostisbehere, der 2021/22 51 Punkte (14 Tore, 37 Assists in 82 Spielen) für die Coyotes sammeln konnte.

Matias Maccelli

Die Stürmer Jack McBain, Nate Smith, Matias Maccelli und Jan Jenik, sowie der Defensivspieler Victor Soderstrom, sollen sich möglichst rasch und konstant weiterentwickeln, nachdem sie in der letzten Saison bereits NHL-Erfahrungen gesammelt haben. Auch der junge Schweizer Abwehrspieler J.J. Moser zählt kommende Saison zu den Hoffnungsträgern. "Sie alle haben eine glänzende Zukunft, mit Keller und den zukünftigen sowie bereits in der Vergangenheit realisierten Draft Picks. Sie alle sind auf dem richtigen Weg", befand Logan Cooley, seinerseits die Nummer drei beim NHL Draft 2022.
GM Armstrong bemüht sich in diesen Tagen nach Kräften, neben der Bitte um Verständnis und Geduld, Neugier in Bezug auf die kommenden Monate und Jahre zu wecken. "Wenn sie uns in den nächsten Jahren besuchen, werden sie einige talentierte Spieler und einige Hoffnungsträger in der Organisation sehen", verspricht Armstrong. "Wenn man im vierten und fünften Jahr den Sprung über den Berg schafft, hat man die Chance, in die Playoffs zu kommen."
Voraussichtliche Aufstellung zu Saisonbeginn 2022/23:
Sturm:
Nick Schmaltz - Travis Boyd - Clayton Keller
Lawson Crouse - Nick Bjugstad - Zack Kassian
Nick Ritchie - Barrett Hayton - Christian Fischer
Liam O'Brien - Jack McBain - Andrew Ladd
Verteidigung:
Shayne Gostisbehere - Dysin Mayo
Jakob Chychrun - Troy Stecher
J.J. Moser - Josh Brown
Tor:
Karel Vejmelka
Ivan Prosvetov
Scratches:

Patrik Nemeth - Michael Carcone - Cam Dineen
Top-Talent, auf das es zu achten gilt:
Matias Maccelli (Stürmer) - Von den Nachwuchsleuten im Angriff hat er die größte Chance, sich 2022/23 einen Stammplatz im NHL-Kader zu sichern. Der 21-Jährige absolvierte in der vergangenen Saison bereits 23 Spiele für die Coyotes und markierte dabei sechs Punkte (ein Tor, fünf Assists). Für Tucson in der American Hockey League erzielte er 57 Punkte (14 Tore, 43 Assists) in 47 Spielen und war deren Teamleader.
Die wichtigste Frage bei den Coyotes:
Ein Fragezeichen gibt es derzeit noch auf der Torhüterposition. Karel Vejmelka (13-32-3, 3,68 GAA, 89,8 Prozent Fangquote) ist die klare Nummer eins, nachdem er in seiner ersten NHL-Saison 49 Spiele als Starter bestritten hat. Wer in der kommenden Spielzeit sein Backup sein wird, steht dagegen noch nicht fest.