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Nylander-Unterschrift lässt Maple Leafs träumen

Sportlich gesehen wird der Kader von Toronto noch besser, doch was bedeutet der Deal für die Zukunft?

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Lange hat es gedauert, bevor sich der Restricted Free Agent William Nylander am Samstag dazu entschied, einem Vertrag über sechs Jahre Laufzeit bei den Toronto Maple Leafs zuzustimmen. Erst wenige Minuten vor dem Ende der Deadline (1. Dezember, 5:00 p.m. ET), die beim Überschreiten das Aus für die Saison 2018/19 bedeutet hätte, gab er sein Einverständnis.

Damit fand die hochbrisante Personalangelegenheit für General Manager Kyle Dubas einen versöhnlichen Abschluss. Ab sofort können sich die Maple Leafs komplett auf das Ziel Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs, die kaum einer in Frage stellt, konzentrieren.

Durch die Weiterverpflichtung von Nylander ist die ohnehin schon beeindruckende Tiefe im Kader der Kanadier noch größer geworden. Die Grundlagen bei der Traditionsmannschaft sind gelegt, um erstmals seit 1967 wieder den Stanley Cup nach Toronto zu holen.

"Ein paar Jungs sind früher gekommen und wir saßen herum, als Trainer Mike Babcock aus dem Büro kam und die Verpflichtung bekanntgab", erzählte Stürmer Mitch Marner begeistert. "Wir alle haben, wie es heute üblich ist, unsere Smartphones gezückt und die Nachrichten gecheckt und waren sehr erfreut, was wir zu lesen bekamen. Wir können es kaum erwarten, ihn zurück im Team zu haben."

Nylander muss sich noch ein paar medizinischen Tests und Untersuchungen unterziehen, ehe er laut Babcock in der kommenden Woche zum Kader stößt. Die Maple Leafs spielen am Dienstag bei den Buffalo Sabres und am Donnerstag zu Hause in der Scotiabank Arena gegen die Detroit Red Wings.

 

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"Es wird sich sicher vier bis fünf Tage hinziehen, bis wir ihn in die Mannschaft aufnehmen können, doch wir wollen ihn so schnell wie möglich einbauen", erläuterte Babcock. Auch die Spieler drängen auf ein baldiges Mitwirken des 22-jährigen in Calgary geborenen Schweden.

"Wir hoffen, dass er bald dabei sein kann, er ist ein wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft", sagte Stürmerkollege Auston Matthews. "Hoffentlich findet er schnell wieder rein. Es ist so, wie wenn du aus einer Verletzung kommst, dann brauchst du auch erst ein paar Spiele, um den Rhythmus zu finden. Aber ich bin zuversichtlich, dass er in guter Verfassung ist."

Unbedingt nötig hätten die Maple Leafs die Verstärkung gar nicht, denn mit vier Siegen in Folge, elf aus den letzten 14 Spielen (11-3-0) sowie 19 in insgesamt 27 Spielen liegen sie mit 38 Punkten auf dem zweiten Platz in der Atlantic Division und der gesamten NHL. Erstmals seit der Saison 1934/35 sind sie so erfolgreich in eine Saison gestartet.

Allerdings verfügt Nylander über eine Qualität, die niemand missen möchte. In seinen beiden vollen NHL-Spielzeiten erzielte er nie weniger als 20 Tore. In der abgelaufenen Saison verbuchte er 61 Punkte durch 20 Tore und 41 Assists. Er war damit drittbester Scorer im Team hinter Marner (69) und Matthews (63). In 185 NHL-Spielen kam er auf 135 Punkte (48 Tore, 87 Assists). In 13 Playoff-Partien fügte er acht Punkte (zwei Tore, sechs Assists) hinzu.

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Es waren vor allem finanzielle Aspekte, die die Vertragsunterzeichnung schwierig gestalteten. Obwohl Toronto als einer der reichsten Klubs der NHL gilt, musste sich General Manager Dubas intensiv mit der Gehaltsobergrenze, dem Salary Cap, beschäftigen.

Zwar hatten die Maple Leafs in dieser Saison trotz der Verpflichtung von Center John Tavares am Free Agent Markt für jährlich elf Millionen freie Ressourcen von rund 15 Millionen US-Dollar, doch im kommenden Sommer laufen die unter einer Million dotierten Einstiegsverträge von Matthews, Marner, Kasperi Kapanen und Andreas Johnsson aus. Von den derzeit hochdotierten Verträgen enden nur die der beiden Verteidiger Jake Gardiner (4,04 Mio.) und Ron Hainsey (3,0 Mio.). Es wäre jedoch fatal, nur in die Offensive zu investieren, nachdem bereits jetzt Bedenken laut werden, dass für einen Stanley-Cup-Gewinn die Qualität in der Defensive ausreicht. Das Management braucht deswegen für die Zukunft viel Spielraum, der sich durch den Vertrag mit Nylander nun deutlich verringert hat.

 

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So forderte er laut Medienberichten lange Zeit ein Gehalt in den Dimensionen eines Leon Draisaitl, der bei den Edmonton Oilers jährlich 8,5 Millionen einnimmt. Laut capfriendly.com umging Dubas das Problem geschickt, indem er Nylander anbot, ihm in dieser Saison inklusiv eines Bonus über zehn Millionen zu zahlen und anschließend 6,9 Millionen jährlich. Auf diesen Vorschlag ging Nylander ein.

"Ich bin der Meinung, dass es heute eine gute Nachricht für unseren Eishockey-Klub war", verdeutlichte Babcock. "Unser Management hat gute Arbeit geleistet, um die Sache unter Dach und Fach zu bringen."

Die Zukunft wird zeigen, ob dieser Deal tatsächlich der richtige war. Dubas und das Management der Maple Leafs haben auf jeden Fall ein arbeitsreiches und spannendes neues Jahr vor sich liegen, ehe alle Verlängerungen abgeschlossen sind und die Mannschaft für die Zukunft steht. Sollte Toronto bereits im kommenden Sommer die Mission Stanley Cup erfolgreich abschließen, wird vieles einfacher. Wenn nicht, dann muss nicht nur in die Offensive, sondern auch in die Defensive investiert werden, was die vorhandenen Spielräume zusätzlich einengen wird.

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