Das Beste der Arizona Coyotes

Ab Mitte September beginnen in der NHL die Training Camps zur Vorbereitung auf die Saison 2022/23. Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga genauer unter die Lupe. Die zweiteilige Bestandsaufnahme umfasst die wichtigsten personellen Veränderungen, die Schlüsselspieler, die Stärken und Schwächen sowie die Playoff-Chancen.
In dieser Ausgabe: Arizona Coyotes

Wer es mit den Coyotes hält, der braucht weiterhin viel Geduld. Der seit Jahren andauernde Neuaufbau der Organisation trägt trotz intensiver Bemühungen erst wenige sichtbare Früchte. Mit einer Bilanz von 25-50-7 und den daraus resultierenden 57 Punkten aus 82 Spielen der regulären Saison 2021/22 landete Arizona auf Platz 31 der 32 Mannschaften. Lediglich die Montreal Canadiens liefen mit 55 Zählern noch hinter den Coyotes ein.
In der heimischen Central Division fehlten den achtplatzierten Coyotes beachtliche elf Punkte auf den Tabellenvorletzten, die Chicago Blackhawks (68). Der Weg zurück in die Stanley Cup Playoffs ist demnach noch weit. Es mehren sich jedoch in Arizona die positiven Ansätze, auf die das Franchise auch in der kommenden Spielzeit weiter aufbauen will, um in Zukunft wieder eine gewichtigere Rolle in der Liga zu spielen.

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Schlüsselspieler
Der Kader der Coyotes ist eher unspektakulär besetzt, zumindest was die ganz großen Namen betrifft. Und doch, finden sich bei den Coyotes Statistiken, die im Ligavergleich überdurchschnittlich sind. Jakob Chychrun ist der beste NHL-Verteidiger bei 5-gegen-5-Toren pro 60 Minuten (mindestens 30 Spiele) in den letzten beiden Spielzeiten (0,54) und liegt zusammen mit Darnell Nurse (Edmonton Oilers) an sechster Stelle bei den Toren in diesem Zeitraum (25 in 103 Spielen).
Chychrun bleibt angesichts seines Potenzials (NHL-Karrierehöchstwert von 41 Punkten in 56 Spielen in der Saison 2020/21) einer der großen Hoffnungsträger in Arizonas Roster. Im Zusammenspiel mit den Stürmern Clayton Keller und Nick Schmaltz ist Chychrun ein Kandidat für eine noch stärkere Saison, wenn er gesund bleibt. Nachdem er in der letzten Saison aufgrund einer Unterkörperverletzung nur 47 Spiele bestreiten konnte, sind die Hoffnungen darauf groß.

Kellers Top 5 Tore in 2021/22

Prominente Unterstützer erhält das Team durch einige seiner Neuzugänge. Zu den Hoffnungsträgern zählt Nick Bjugstad. Der 30-jährige Angreifer unterzeichnete am 13. Juli einen Einjahresvertrag bei den Coyotes. In der vergangenen Saison erzielte er 13 Punkte (sieben Tore, sechs Assists) in 57 Spielen für die Minnesota Wild.
Eine nennenswerte Rolle im Team soll ab Oktober ebenfalls der erfahrene Verteidiger Troy Stecher übernehmen. Der 28-Jährige spielte in der vergangenen Saison für die Detroit Red Wings und die Los Angeles Kings und erzielte in 29 Spielen der regulären Saison drei Punkte (ein Tor, zwei Assists) und vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists) in vier Stanley Cup Playoff-Spielen.
Defensive Unterstützung wird von Josh Brown erwartet. In der vergangenen Saison hatte er sechs Assists in 52 Spielen für die Ottawa Senators und Boston Bruins beigesteuert. Stabilität geben, soll zudem Abwehrspieler Patrik Nemeth, den die Coyotes in einem Trade mit den New York Rangers verpflichten konnten.
Stürmer Zack Kassian wechselte von den Oilers nach Arizona. Kassian erzielte vergangene Saison 19 Punkte (sechs Tore, 13 Assists) in 58 Spielen und in 16 Playoff-Partien vier Punkte (zwei Tore, zwei Assists).
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Stärken
Wenn ein Team auf dem vorletzten Platz einer 32er-Liga einläuft, dann fällt es schwer von eindeutigen Stärken zu sprechen. Auffällig war, dass die Coyotes auswärts eine bessere Statistik hatten als auf heimischem Eis. In der Fremde reichte die Bilanz von 14-23-4 immerhin, fünf Mitbewerber in der Tabelle hinter sich zu lassen. In der Heimtabelle bildete man mit 11-27-3 das Schlusslicht.
Verbesserungspotenziale
Arizona hat in allen Bereichen Nachholbedarf. Vorletzter bei den Punkten, Letzter bei den erzielten Toren (207), Vorletzter in Sachen Gegentore (313) und die schlechteste Tordifferenz ligaweit (-106). Das alles sind Zahlen, die viel erforderliche Arbeit für alle Beteiligten erkennen lassen.
Spieler aus DACH
Mit J.J. Moser ist ein Schweizer eines der hoffnungsvollen Nachwuchstalente im Team der Coyotes. Der 22-Jährige überraschte in der Saison 2021/22 mit einem starken Start in seine NHL-Karriere, hatte jedoch nach dem Jahreswechsel mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Am Ende standen für ihn vier Tore und elf Assists zu 15 Zählern in 43 Einsätzen zu Buche. Da wäre ohne die unfreiwillige Auszeit sicherlich noch mehr drin gewesen.

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Vielversprechende Talente
Ist der Kader in Sachen prominente, erfahrene Spieler eher dünn besetzt, so kann er mit hoffnungsvollen Nachwuchstalenten regelrecht wuchern. Teamverantwortliche betonten zuletzt immer wieder, dass der Weg über die Talent-Förderung und -Entwicklung auch der sein soll, der die Organisation wieder nach oben führen wird.
Der Klub verfügt über eine Vielzahl aussichtsreicher Prospects. Hervorzuheben ist in jedem Fall Jack McBain, der am 23. März einen Zweijahresvertrag auf Einstiegsniveau bei den Coyotes unterzeichnete.
Verteidiger Victor Soderstrom, die Nummer 11 des NHL Draft 2019 bestritt in der vergangenen Saison 16 Spiele für Arizona, blieb dabei punktlos. Der 21-Jährige war auch 2020/21 bereits an vier Spielen beteiligt und kam auf zwei Punkte (ein Tor, ein Assist).
Auf mehr Zählbares kam Angreifer Matias Maccelli. Der 21-Jährige absolvierte in der vergangenen Saison 23 Spiele für die Coyotes und markierte dabei sechs Punkte (ein Tor, fünf Assists). Für Tucson in der American Hockey League erzielte er 57 Punkte (14 Tore, 43 Assists) in 47 Spielen und war deren Teamleader.
Playoff-Chancen
Der Anspruch der Coyotes wird es sein, sich auf breiter Front weiter zu verbessern. Offiziell gilt das Erreichen der K.o.-Phase natürlich für alle NHL-Teams als das große Saisonziel. Das werden sie auch in Arizona versuchen. Die Erfolgschancen dürften bei realistischer Betrachtung jedoch nur gering sein. Die Coyotes und ihre Fans brauchen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin noch Geduld.