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AHL-Akteure nutzten die große WJC-Bühne

Timothy Liljegren, Filip Chytil und Klim Kostin wollen das Momentum aus der IIHF U20-WM in die American Hockey League mitnehmen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Wie machen sich die deutschsprachigen Spieler in der American Hockey League? Welche Akteure stehen vor dem Sprung in die NHL? Wer wurde von seiner Organisation nach unten geschickt und wer erhielt den erhofften Anruf eines NHL General Managers? Jeden Sonntag wirft NHL.com/de einen Blick auf die nordamerikanischen Minor Leagues und beantwortet diese und noch viele andere Fragen.

Am Freitagabend holte sich Kanada die Goldmedaille bei der IIHF U20-WM. Es war die siebzehnte für das Mutterland des Eishockeys bei einer Juniorenweltmeisterschaft. In einem hochdramatischen Finale setzte sich Kanada, das als eines der wenigen Teams nahezu ausschließlich im Junioren- oder Universitätsbereich aktive Spieler einsetzte, gegen Schweden durch. Einzig Verteidiger Victor Mete, der sich seine Brötchen seit der aktuellen Spielzeit bei den Montreal Canadiens verdient, tanzte aus der Reihe.

Im Gegensatz zum Titelträger waren die meisten anderen Mannschaften mit zahlreichen Spielern gespickt, die bereits Erfahrung im Profibereich sammelten. Fünf davon in der American Hockey League:

Filip Chytil (CZ), Hartford Wolf Pack 
Für New York Rangers Prospect Filip Chytil war die Junioren-WM ein Erfolg auf ganzer Linie. Seit dem Gewinn der Bronzemedaille im Jahr 2005 erreichte keine Landesvertretung aus Tschechien das Halbfinale. Das diesjährige Team brach mit dieser Tradition. Center Chytil, der beim NHL Draft 2017 in der ersten Runde (Nummer 27) von den Rangers ausgewählt wurde, steuerte zwei Tore und zwei Assists (vier Punkte) dazu bei, dass die Tschechische Republik den vierten Platz erreichte. Bei den Hartford Wolf Pack absolviert er aktuell sein erstes Jahr in Nordamerika.

Gegen die Gleichaltrigen bei der Junioren-Weltmeisterschaft wirkte der kräftig gebaute Chytil wie ein Ringer. Mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit stahl er sich mehrmals den Puck und setzte seine Reihenkollegen - vornehmlich Daniel Kurovsky und Radovan Pavlik - glänzend in Szene.

Für Rangers Headcoach Alain Vigneault war es eine Selbstverständlichkeit, seinen Schützling, der noch bis 2020 vertraglich an New York gebunden ist, für die U20-WM freizustellen.

"Ich war selbst zweimal bei den World Juniors und es ist eine der besten Erfahrungen, die man machen kann", erzählte er gegenüber Newsday. "Man hat viel Druck und macht wichtige Spiele. Wenn man die Möglichkeit bekommt, sein Land zu vertreten, dann soll man diese nutzen. Filip bekam sie."

Janne Kuokkanen (FIN), Charlotte Checkers 
Im Oktober kam Janne Kuokkanen, der beim NHL Draft 2016 in der zweiten Runde (Nummer 43) gezogen wurde, auf vier Spiele für die Carolina Hurricanes. Seitdem sammelte er bei den Charlotte Checkers in der American Hockey League weiter Erfahrung. Mit drei Toren und elf Assists in 19 Spielen übernahm Kuokkanen bei den Checkers Verantwortung in der zweiten und dritten Sturmformation. 

Bei der U20-WM konnte sich Kuokkanen nicht so in Szene setzen, wie er es geplant hatte. Mit zwei Punkten (0 Tore, 2 Assists) blieb er, wie auch das gesamte finnische Team, hinter seinen Erwartungen zurück. Nach dem Viertelfinalaus gegen Tschechien kehrte Kuokkanen wieder zu den Checkers zurück. Dort muss er jedoch nicht ganz auf seine Landessprache verzichten. Mit seinem erst 21 Jahre jungen Landsmann Aleksi Saarela wirbelt er zusammen in einer Reihe und versprüht etwas skandinavisches Flair.

Alexander Nylander (SWE), Rochester Americans 
Schon zum dritten Mal nahm Stürmer Alexander Nylander für die Tre Kronor bei einer U20-Weltmeisterschaft teil. Dort stellte er seine Scoring-Qualitäten mit einem Tor und sechs Assists eindrucksvoll unter Beweis. Als Assistenzkapitän führte er seine Landesfarben bis ins Finale, wo den Kanadiern ein aufopferungsvoller Kampf geboten wurde.

Nylander, den die Buffalo Sabres beim NHL Draft 2016 in der ersten Runde (Nummer 8) auswählten, wurde nach dem Halbfinale gegen die USA zum Topspieler gekürt. In der Vorsaison nach der U20-WM platzte bei ihm auch in der Liga der Knoten. Die Rochester Americans würden sich nicht wenig freuen, sollte es Nylander gelingen, das Momentum aus der U20-WM auch in die Liga mitnehmen zu können.

In 2017/18 erzielte Nylander bislang sechs Punkte (2 Tore, 4 Assists) in 15 AHL-Spielen für die Americans.

Klim Kostin (RUS), San Antonio Rampage 
Als die St. Louis Blues Klim Kostin beim NHL Draft 2017 in der ersten Runde (Nummer 31) auswählten, wussten sie, dass er noch einige Zeit brauchen wird, um sich an das nordamerikanische Eishockey zu gewöhnen. Obwohl er mit erstklassigen technischen Fähigkeiten ausgestattet ist, konnte sich der 18-jährige Stürmer bei den San Antonio Rampage bislang noch nicht ins Rampenlicht spielen.

In 28 Saisonspielen erzielte er erst zwei Tore und neun Assists (elf Punkte) für San Antonio und unterbreitete den Verantwortlichen bei den Blues wenig Argumente, ihn schon in dieser Saison in den NHL-Kader zu berufen.

Bei der U20-WM spielte er sich jedoch beeindruckend in den Fokus. Mit acht Punkten (5 Tore, 3 Assists) war Kostin der beste Scorer der hochklassig besetzten russischen Auswahl. 

Timothy Liljegren (SWE), Toronto Marlies 
Timothy Liljegren war im schwedischen Aufgebot einer von zahlreichen hochtalentierten Verteidigern, die in der Zukunft den Sprung in die NHL schaffen könnten. Im vergangenen Sommer wurde er in der ersten Runde (Nummer 17) von den Toronto Maple Leafs gezogen. Seitdem jagt der erst 18 Jahre junge Rechtsschütze für die Toronto Marlies in der American Hockey League der Scheibe hinterher. Dort erzielte er in bislang 17 Einsätzen neun Punkte (1 Tor, 8 Assists).

Bei der U20-WM bildete er meistens zusammen mit Jacob Moverare eine Verteidigungsformation. Seine Plus-0-Statistik im gesamten Turnierverlauf war die schlechteste von allen Verteidigern Schwedens. Insgesamt gelangen Liljegren in sieben Turnierspielen zwei Punkte (1 Tor, 1 Assist). 

Die wichtigsten Ergänzungen der vergangenen Woche:
Peter Cehlarik (LW), von den Providence Bruins zu den Boston Bruins
Travis Dermott (D), von den Toronto Marlies zu den Toronto Maple Leafs
Tanner Fritz (RW), von den Bridgeport Sound Tigers zu den New York Islanders
Frederik Gauthier (C), von den Toronto Marlies zu den Toronto Maple Leafs
Tyrell Goulbourne (LW), von den Lehigh Valley Phantoms zu den Philadelphia Flyers
Andrew Hammond (G), von den Belleville Senators zu den Colorado Avalanche
Marek Hrivik (C), von den Stockton Heat zu den Calgary Flames
Matiss Kivlenieks (G), von den Cleveland Monsters zu den Columbus Blue Jackets
Maxim Mamin (F), von den Springfield Thunderbirds zu den Florida Panthers
Jake Walman (D), von den Chicago Wolves zu den St. Louis Blues
Colin White (C), von den Belleville Senators zu den Ottawa Senators

Die wichtigsten Streichungen der vergangenen Woche:
Steve Bernier (RW), von den New York Islanders zu den Bridgeport Sound Tigers
Anders Bjork (F), von den Boston Bruins zu den Providence Bruins
Samuel Blais (LW), von den St. Louis Blues zu den San Antonio Rampage
Filip Chlapik (C), von den Ottawa Senators zu den Belleville Senators
Taylor Fedun (D), von den Buffalo Sabres zu den Rochester Americans
Jonas Korpisalo (G), von den Columbus Blue Jackets zu den Cleveland Monsters
Zack Mitchell (RW), von den Minnesota Wild zu den Iowa Wild

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