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Drei Matches stehen in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs am Sonntag auf dem Plan. Während es in Seattle zwischen den Seattle Kraken und den Dallas Stars zur dritten Runde des Privatduells zwischen Phillip Grubauer und Joe Pavelski kommt, geht es für die New Jersey Devils und die Toronto Maple Leafs darum, die Vorentscheidung zu vermeiden. Toronto geht bei den Florida Panthers mit einem 0:2-Serien-Rückstand aufs Eis und muss dafür sorgen, dass Matthew Tkachuck nicht weiter nach Belieben treffen kann. Ein ähnliches Problem haben die Devils, wenn sie die Carolina Hurricanes empfangen. Mit einem 2:11-Torverhältniss aus den ersten zwei Duellen ist das Momentum klar auf Seiten der Gäste.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Kraken Kadertiefe als gutes Omen

Bereits in ihrer zweiten NHL-Saison spielen die Seattle Kraken erstmals in den Playoffs. Spätestens seit sie den amtierenden Champion, die Colorado Avalanche, ausgeschaltet haben, stehen sie auch als möglicher Titelkandidat im Fokus.

Die Stärke der Kraken ist, neben dem fantastischen Schlussmann Philipp Grubauer, die unglaubliche Kadertiefe. Bereits 15 verschiedene Torschützen kann Seattle nach neun Matches vorweisen.

Mit einem weiteren Neu-Torjäger könnten sie das fünfte Team der vergangenen 25 Jahre mit 16 verschiedenen Torschützen in den ersten zehn Spielen werden. Die Ergebnisse dieser tief besetzten Mannschaften lassen auf weitere Erfolge hoffen. Colorado gewann mit 16 unterschiedlichen Torschützen aus zehn Begegnungen 2022 den Titel. Die Vegas Golden Knights scheiterten 2020 erst im Conference Finale. Für die Columbus Blue Jackets (2019) und die Detroit Red Wings (2011) war nach der zweiten Playoff-Runde bereits Schluss.

Alter ist nur eine Zahl

Grubauer treibt nahezu alle Angreifer zur Verzweiflung, doch Joe Pavelski scheint den deutschen Schlussmann durchschaut zu haben. Der Veteran steht nach zwei Spielen bei fünf Toren. Im Alter von über 38 Jahren konnte einzig Teemu Selanne 2011 öfter in einer Runde treffen (6).
Besonders bemerkenswert wird die Leistung von Pavelski dadurch, dass er in der ersten Runde verletzt ausfiel und nur eine Partie bestreiten konnte. Mit seinem eindrucksvollen Vier-Tore-Comeback zeigte er, dass er auch im fortgeschrittenen Alter noch den Unterschied ausmachen kann.

Unterstützt wird Pavelski auf seiner Torjäger-Mission von Wyatt Johnston, der aktuell bei den Pavelskis wohnt. "Ich weiß nicht, was sie daheim essen, aber es funktioniert", witzelte Tyler Seguin. "Frau Pavelski muss wirklich gutes Essen auftischen, so wie sie abgehen. Johnny hatte in der ersten Runde schon einige herausragende Chancen und hätte vermutlich öfter treffen sollen."

SEA@DAL, Sp2: Seguin fälscht einen Schuss ab

Maple Leafs mit dem Rücken zur Wand

Für die Toronto Maple Leafs läuft die Serie in der zweiten Runde nicht wie erhofft. Nachdem man den Erstrunden-Fluch gegen die Tampa Bay Lightning nach 19 Jahren endlich überwinden konnte, folgte ein 0:2-Rückstand gegen die Florida Panthers, die nach ihrem Sieg gegen die Boston Bruins vor Selbstvertrauen strotzen.

Erst einmal in seiner Franchise-Geschichte konnte Toronto einen 0:2-Rückstand nach zwei Heimspielen noch in einen Erfolg verwandeln, im Stanley Cup Finale 1942 gegen die Detroit Red Wings. "Die Herausforderung ist die Herausforderung und die ist ziemlich offensichtlich, aber die Mannschaft fühlt sich gut und bleibt selbstbewusst und optimistisch", so Sheldon Keefe.

Viel wird beim Versuch, das Kunststück ein zweites Mal zu vollbringen, davon abhängen, ob Auston Matthews auch weiter punktet. Der Angreifer konnte in allen acht Playoff-Partien etwas Zählbares vorweisen (5 Tore, 6 Assists). Ein neuntes Match mit Treffer oder Vorlage würde einen neuen Franchise-Rekord bedeuten.

FLA@TOR, Sp2: O'Reilly und Marner sorgen für PPG

Tkachuck als Schlüssel für die Panthers

Auf der anderen Seite des Eises steht Matthew Tkachuck für die Florida Panthers im Fokus. Wie Matthews punktete er in den vergangenen Spielen konstant. Sechsmal hintereinander fand er sich auf dem Spielberichtsbogen wieder und sammelte vier Tore und acht Vorlagen.

Der Stürmer ist damit der entscheidende Faktor im Spiel der Panthers. Sollte es Toronto gelingen, dem Top-Scorer den Stecker zu ziehen, dann dürfte es für die Gastgeber in Spiel 3 schwierig werden erfolgreich zu sein. Wenn Tkachuck den Playoff-Streak-Rekord der Franchise, gehalten von Dave Lowry (1996), einstellt, und zum siebten Mal hintereinander punktet, dann wird die Herausforderung für Toronto nahezu unüberwindbar.

Forsling schießt tolles Tor auf Vorlage von Tkachuk

Altbekanntes gegen treffsichere Hurricanes

Die New Jersey Devils finden sich vor Spiel 3 in einer altbekannten Situation wieder. Schon in Runde Eins mussten sie mit einem 0:2-Rückstand und einer herausragenden gegnerischen Offensive umgehen. Gegen die New York Rangers folgten zwei Siege und eine stabilere Defensive. Im Duell mit Carolina dürfte das noch herausfordernder werden.

Carolina konnte erstmals in den ersten zwei Partien einer Serie mit elf Toren glänzen. In der Geschichte der Franchise gelangen ihnen nur viermal mehr als zwölf in den ersten drei Matches. Die Feuerkraft der Angreifer stellte die Devils vor große Schwierigkeiten und forderte so viel Tribut, dass sie selbst kaum in der gegnerischen Zone agieren konnten. Wenn Carolina weiter nach Belieben einnetzt, wird Spiel 3 bereits die Vorentscheidung bringen.