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Am heutigen Montagabend starten die Stanley Cup Playoffs 2023. Schon in der 1. Runde kommt es zu packenden Duellen, darunter die Neuauflage der Vorjahrespaarung zwischen den Edmonton Oilers und den Los Angeles Kings. Auch die neuen Rekordhalter Boston Bruins steigen direkt heute ein. Doch der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es als Presidents'-Trophy-Gewinner keinerlei Garantien in den Playoffs gibt. Hinzu kommt, dass ein Fragezeichen hinter dem Nummer-1-Center steht. Außerdem steigt zwischen den Dallas Stars und Minnesota Wild ein Goalie-Duell der Generationen. Außenseiter New York Islanders hofft auf den Barzal-Effekt gegen die Carolina Hurricanes.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:
Wer stoppt McDavid und Draisaitl?
Schon in den Stanley Cup Playoffs 2021/22 standen sich Edmonton Oilers und Los Angeles Kings in der 1. Runde gegenüber. Damals ging die Serie in ein alles entscheidendes Spiel 7, das die Oilers mit 2:0 gewinnen konnten. Edmonton stand in den Partien zuvor mit dem Rücken zur Wand und lag mit 2:3 zurück. Dann aber drehte Kapitän Connor McDavid auf und sammelte alleine acht Scorerpunkte (3-5-8) in den letzten drei Spielen dieser Serie. McDavid war mit 2,0 Punkten/Spiel und insgesamt 14 Scorerpunkten (4-10-14) ohnehin der Unterschiedsspieler. Leon Draisaitl kam trotz einer sehr schmerzhaften Knöchelverletzung auf neun Punkte (5-4-9).
Ein Jahr später wird es wieder auf dieses kongeniale Oilers-Duo ankommen. Beide ballerten sich in der regulären Saison warm: McDavid schloss mit unfassbaren 153 Scorerpunkten (64-89-153) als Top-Scorer ab, Draisaitl folgte mit 128 Punkten (52-76-128) auf Rang zwei. "Ich liebe es, gegen sie zu spielen", sagte Kings-Verteidiger und Kapitän Drew Doughty. "Es ist super schwer, du musst in jedem Moment alles geben, es wird ein absoluter Kampf werden."

Alle 52 Tore von Leon Draisaitl in dieser Saison

Brechen die Bruins den Fluch der Presidents' Trophy?
Top-Favorit auf den Stanley Cup sind zwangsläufig die Boston Bruins: Mit 65 Siegen und 135 Punkten haben die Bruins nicht nur die gesamte NHL dominiert, sondern auch neue Liga-Rekorde aufgestellt.
Der Gewinn der Presidents' Trophy aber war in der Vergangenheit eher Fluch als Segen, denn er bedeutete für die Playoffs keine Garantie für Erfolg und gleichzeitig bei Niederlagen einen immer schwerer werdenden Rucksack. Von den 37 Presidents'-Trophy-Gewinnern seit der Saison 1985/86 haben am Ende nur acht den Stanley Cup gewonnen. Als mahnendes Beispiel dient die Saison 2018/19, als die Tampa Bay Lightning die Liga dominiert hatte (128 Punkte), dann aber in der 1. Runde vom krassen Außenseiter Columbus Blue Jackets gesweept wurde (Serie: 0:4). "Manchen Leute legen Wert auf die Presidents' Trophy, aber wenn man genau hinsieht, bedeutet sie nichts für die Playoffs", weiß Bostons Routinier Brad Marchand. "Ich glaube, wir haben genügend ältere Spieler mit viel Erfahrung, die das verstanden haben."

BOS@BUF: Bergeron trifft früh im 1. Drittel

Wird Bostons Bergeron rechtzeitig fit?
Einer dieser erfahrenen Akteure ist Patrice Bergeron. Der 37-jährige Kapitän steht vor seiner 14. Playoff-Teilnahme mit den Bruins, stand bereits dreimal im Stanley Cup Finale und gewann den Titel im Jahr 2011. Einer der besten Zwei-Wege-Stürmer der Liga aber ist fraglich für den Playoff-Auftakt gegen die Florida Panthers: Im letzten Spiel der regulären Saison schied der Nummer-1-Center früh aus und kehrte nicht wieder zurück. Wirklich nur eine Vorsichtsmaßnahme? Wegen einer Krankheit und einer Oberkörperverletzung fehlte Bergeron am Samstag und Sonntag im Training und steht für Spiel 1 auf der Kippe.
Ein Ausfall würde in Sachen Offensive und Führungsqualitäten einen herben Verlust bedeuten, immerhin war er zweitbester Torjäger und drittbester Scorer (27-31-58) bei den Bruins und bildete das Herzstück der ersten Sturmreihe mit Brad Marchand und Jake DeBrusk. Bergerons Platz würde wohl Pavel Zacha übernehmen. Mit Taylor Hall meldete sich in den letzten beiden Hauptrunden-Partien zudem ein wichtiger Flügelspieler nach langer Verletzung zurück.
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Goalie-Duell der Generationen: Oettinger vs. Fleury
In der Serie zwischen den Dallas Stars und den Minnesota Wild stehen sich mit Jason Robertson (46-63-109) und Kirill Kaprizov (40-35-75) nicht nur zwei Top-Stürmer gegenüber, sondern mit Jake Oettinger und Marc-Andre Fleury auch zwei Top-Torhüter unterschiedlicher Generationen: Der 24-jährige Oettinger besticht durch seine Ruhe und mentale Stärke selbst in Stresssituationen, deckt mit seiner Größe von 1,95 Metern viel vom Tor ab und ist trotzdem beweglich und athletisch. Er erhielt in der regulären Saison 61 Starts, ist also voll im Rhythmus, und konnte mit 2,37 Gegentoren/Spiel, 91,9 Prozent Fangquote und fünf Shutouts voll überzeugen. Ferner ist Oettinger bereits Playoff-erprobt: 2022 ging der Stern beim Stars-Goalie auf, als er in sieben Spielen mit fast unwirklichen Statistiken glänzte (1,81 Gegentore/Spiel, 95,4 Prozent Fangquote, ein Shutout).
Auf der anderen Seite gilt auch der 38-jährige Fleury als Playoff-Monster (Playoff-Statistik: 167 Spiele, 92-73-0, 2,54 Gegentore/Spiel, 91,2 Prozent Fangquote, 16 Shutouts). Der dreimalige Stanley Cup Champion nimmt zum 17. Mal an den Playoffs teil und steht für Erfahrung, spektakuläre Saves und entschärft sogar manch unhaltbaren Schuss. In der laufenden Saison teilte er sich die Einsätze mit Filip Gustavsson und dürfte somit frisch in die Playoffs starten. Fleury kann in 45 Starts einen Gegentorschnitt von 2,85, eine Fangquote von 90,8 Prozent und zwei Shutouts vorweisen. Oettinger vs. Fleury - das Goalie-Duell der Generationen könnte zum Faktor in dieser Serie werden.

MAF

Barzal-Comeback macht den Islanders Hoffnung
Die Favoritenrolle ist in der Serie zwischen den Carolina Hurricanes und den New York Islanders klar verteilt: Die Hurricanes gewannen die Metropolitan Division mit 113 Punkten, während die Islanders mit 91 Punkten gerade noch so über dem Strich einliefen. Ein Stürmer aber macht New York große Hoffnung: Mathew Barzal kehrt nach einer Unterkörperverletzung in die Aufstellung zurück. Diese hatte seit dem 18. Februar kein einziges NHL-Spiel zugelassen.
Trotz lediglich 58 Saisonspielen war Barzal der zweitbeste Scorer bei den Islanders. Seine Rückkehr sollte für einen Playoff-Push sorgen. Mit seiner Dynamik, Übersicht, seinem Hockey-IQ und Scoring-Touch könnte der Mittelstürmer zum X-Faktor in dieser Serie werden. "Er ist ein großer Teil dieses Teams, er hat enorme Fähigkeiten, ist schnell und spielt kluge Pässe. Das fügt unserer Mannschaft eine neue Dimension hinzu", so Islanders-Angreifer Bo Horvat über Barzal. "Wir haben ihn vermisst und sind froh, dass er wieder zurück ist."