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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Fünf Fragen bei den Vegas Golden Knights

Kann Rookie-Trainer Ryan Craig die Erfolgsgeschichte der Golden Knights fortschreiben?

Die Golden Knights trafen mit Ryan Craig auf den ersten Blick eine mutige Trainerentscheidung, denn er war nie zuvor Cheftrainer in der NHL. Dafür aber kennt der 44-Jährige die Franchise gut. Der Ex-Profi (198 NHL-Spiele) war die ersten sechs Jahre dieser Franchise Assistenztrainer und am Stanley Cup-Sieg 2023 beteiligt. Die vergangenen drei Jahre war der Kanadier für das AHL-Team der Henderson Silver Knights verantwortlich. Klar ist aber: In der NHL sind der Erfolgsdruck und die mediale Aufmerksamkeit um ein Vielfaches höher.

„Ich glaube, ich bin bereit dafür“, stellte der Trainer direkt bei seiner Ernennung klar. „Ich hatte das Vergnügen, seit neun Jahren in der Organisation zu sein und mit Leuten wie Gerard Gallant, Mike Kelly, Ryan McGill, Steve Spott, Pete DeBoer oder Bruce Cassidy zusammengearbeitet zu haben.“

Für General Manager Kelly McCrimmon war es schon lange klar, dass Craig dieser Aufgabe gewachsen ist. „Ich habe ihm oft gesagt: ‚Craiger, du wirst ein wirklich guter NHL-Cheftrainer sein, wenn du es nicht eilig hast und die richtigen Schritte gehst.‘ Genau das hat er getan.“

Möglicherweise ist die Trainerentscheidung gar nicht so mutig wie gedacht, sondern einfach die logische Entscheidung. Die Verantwortlichen kennen Craig besser als jeden anderen Kandidaten, der eventuell zur Auswahl stand.

Ähnliches: Craig folgt auf Tortorella in Vegas

Spielt Jack Eichel eine weitere Saison mit 90 Punkten?

Es gibt in der Geschichte der Vegas Golden Knights nur einen Spieler, die die Marke von 90 Punkten in einer Saison erreichte - und zwar Jack Eichel. Das Besondere: Der 29-jährige Center bekam dies gleich zweimal hin. In der Saison 2024/25 kam er auf 94 Punkte (28 Tore, 66 Assists), vergangene Spielzeit auf 90 Punkte (27 Tore, 63 Assists).

Dafür benötigte er nicht einmal die komplette Spielzeit: 2024/25 kam er auf 77 Einsätze, die Saison darauf absolvierte er 74 Spiele. Was wäre, wenn er einmal die komplette Saison über

82 Spiele absolvieren könnte? Sofern er verletzungsfrei bleibt, ist die Chance auf eine weitere 90-Punkte-Saison groß.

Top-5-Tore der Vegas Golden Knights in der Saison 2025/2026

Sind die Golden Knights aus den Erfahrungen der vergangenen Saison gewachsen?

Es ist immer hart, ein Finale um den Stanley Cup zu verlieren. „Dieses Gefühl ist beschissen. Ich möchte das nie wieder erleben“, sagte Vegas-Kapitän Mark Stone. Dennoch könnte die vergangene Saison lehrreich gewesen sein. Vegas schloss die Hauptrunde zwar als Erster der Pacific Division ab, spielte aber dennoch eine durchwachsene Spielzeit (39-26-17) und musste kurz vor Saisonende einen Trainerwechsel hinnehmen. John Tortorella übernahm den Posten von Bruce Cassidy, der mit der Mannschaft einen Negativlauf durchlebte.

Mit Tortorella ging die Formkurve wieder bergauf. Die Mannschaft steigerte sich von Runde zu Runde, ehe sie im Finale den Carolina Hurricanes unterlagen. Der scheidende Trainer Tortorella glaubt an das Team: „Ich bin gespannt, was nächstes Jahr passiert, denn sie bekommen eine weitere Chance. Das ist so eine starke Truppe, so ein starkes Team.“

Kann Rückkehrer Olofsson den Abgang von Dorofeyev kompensieren?

Mit Pavel Dorofeyev gaben die Golden Knights den teamintern erfolgreichsten Torjäger der vergangenen Saison weg. Der 31-jährige Victor Olofsson könnte seinen Part übernehmen und in der zweiten Reihe zum Einsatz kommen. Es ist nicht das erste Mal, dass Olofsson in Vegas einen Top-Torjäger ersetzen soll. Er galt als Nachfolger von Jonathan Marchessault, als dieser im Sommer 2024 zu den Nashville Predators wechselte. Schlussendlich war es allerdings Dorofeyev, der dessen Part einnahm.

Doch Olofsson kam 2024/25 bei den Golden Knights immerhin auf 15 Tore und 14 Assists. Die vergangene Spielzeit verbrachte er bei der Colorado Avalanche und den Calgary Flames. Die Rückholaktion zeigt, dass er bei den Golden Knights in guter Erinnerung geblieben ist. „Uns hat damals wie heute an seinem Spiel mehr gefallen als nur die Tatsache, dass er ein guter Schütze ist. Er spielt verantwortungsbewusst und ist ein intelligenter Spieler“, sagte GM McCrimmon.

Ist Verteidiger Parker Wotherspoon ein Schnäppchen?

Parker Wotherspoon wurde im Tausch für Kaedan Korczak von den Pittsburgh Penguins verpflichtet. Der 29-Jährige blickt auf eine starke Saison (80 Spiele, drei Tore, 27 Assists, +17) zurück und könnte womöglich ein Upgrade darstellen. „Parker hat sich zu einem richtig guten NHL-Verteidiger entwickelt. Er war vergangene Saison in Pittsburgh ein wirklich starker Spieler. Er bildete dort ein Verteidigerpaar mit Erik Karlsson und stand pro Abend mehr als 20 Minuten auf dem Eis“, sagte McCrimmon.

Hinzu kam, dass die Vertragsstruktur den Golden Knights entgegenkam: „Aus Sicht des Salary Caps ist es natürlich enorm wertvoll, einen Top-4-Verteidiger für 500.000 Dollar in den Kader holen zu können, weil ein Teil seines Gehalts weiterhin vom anderen Team übernommen wird. In einer Liga mit Salary Cap spielt so etwas eine wichtige Rolle.“

Kurzum: Wotherspoon könnte ein Schnäppchen sein.

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