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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse Vegas Golden Knights

Die Vegas Golden Knights gehören zu den erfolgreichsten Teams der jüngeren Vergangenheit. Erst im Jahr 2017 gegründet, erreichte die Franchise vergangene Spielzeit bereits zum dritten Mal das Finale um den Stanley Cup. Sie unterlagen den Carolina Hurricanes mit 2:4, sodass der Titelgewinn von 2023 vorerst der einzige bleibt.

Direkt nach den Endspielen wurde bekannt, dass John Tortorella nicht Trainer der Franchise bleibt. Der 68-Jährige hatte die Mannschaft erst acht Spieltage vor dem Ende der regulären Saison übernommen und war eine Übergangslösung. Der 44-jährige Ryan Craig, der zuvor das AHL-Team Henderson Silver Knights trainierte, tritt die Nachfolge an und steht erstmals als Cheftrainer in der NHL in der Verantwortung.

Ähnliches: Craig folgt auf Tortorella in Vegas

Die wichtigsten Kaderveränderungen

Vor einem Jahr sorgten die Golden Knights mit der Verpflichtung von Mitch Marner noch für den großen Coup der Offseason. Diesmal agierte die Franchise zurückhaltend. Es ging eher darum, die Abgänge einigermaßen zu kompensieren.

Pavel Dorofeyev wurde Ende Juni zu den New York Rangers getradet. Der Verlust wiegt schwer, denn er war in der regulären Saison der beste Torjäger (37) der Mannschaft. Damit nicht genug: Der 25-Jährige stellte NHL-Karrierebestmarken bei Toren, Vorlagen (27) und Punkten (64) auf. Die Golden Knights erhielten einen Erstrunden- und Drittrunden-Pick im NHL Draft 2026 sowie einen bedingten Pick in der ersten Runde des NHL Drafts 2028.

Der 31-jährige Victor Olofsson soll dabei helfen, den Abgang zu kompensieren. Er spielte bereits 2024/25 eine Saison für Vegas. Vergangene Saison kam er im Dienst der Colorado Avalanche und Calgary Flames auf 31 Punkte (13 Tore, 18 Assists).

Weitere Abgänge sind Stürmer Keegan Kolesar (Detroit Red Wings), der die zweitmeisten Hits (1418) der Franchise-Geschichte verbuchte, und Verteidiger Kaedan Korczak (Pittsburgh Penguins). Letzterer wurde im Tausch für Verteidiger Parker Wotherspoon abgegeben, der mit drei Toren, 27 Assists und einer Plus-17-Bewertung in 80 Spielen eine starke Saison hinlegte.

Schlüsselspieler

Es gibt nur wenige Mannschaften in der NHL, die so viele Superstars in ihrem Kader haben wie die Golden Knights. Jack Eichel (27 Tore, 63 Assists) und Mitchell Marner (24 Tore, 56 Assists) führten die Mannschaft im Scoring an. In den Playoffs waren Marner (10 Tore, 19 Assists) und Eichel (2 Tore, 20 Assists) die Topscorer der Liga.

Mark Stone ist mit seinen 34 Jahren ein Routinier und scheint von Jahr zu Jahr besser zu werden. Mit 28 Toren und 45 Assists spielte er die effektivste Saison seiner Karriere. Zu den weiteren Top-Stars der Offensive zählen unter anderem Tomas Hertl und William Karlsson.

In der Verteidigung konnten Rasmus Andersson (8,5 Millionen US-Dollar im Jahr) und Jeremy Lauzon (4 Millionen US-Dollar) mit neuen Verträgen gehalten werden. Die weiteren Top-Verteidiger sind Shea Theodore, Brayden McNabb und Noah Hanifin. Das Torwart-Duo bilden Carter Hart und Adin Hill. Hart war in den Playoffs als Nummer 1 gesetzt und kam auf eine Save-Quote von 90,9 Prozent.

Top-5-Tore der Vegas Golden Knights in der Saison 2025/2026

Spieler aus dem DACH-Raum

Der Schweizer Torwart Akira Schmid wurde zu den Florida Panthers getradet und unterzeichnete dort einen Vertrag über zwei Jahre. Derzeit befindet sich kein deutschsprachiger Spieler im Kader der Golden Knights.

Stärken

Die Golden Knights sind qualitativ und auch in der Tiefe stark aufgestellt. Mit Ausnahme von Dorofeyev sind alle Leistungsträger zusammengeblieben. Marner und Eichel sind absolute Unterschiedsspieler. Die Verteidigung könnte durch Wotherspoon in der Tiefe sogar noch stärker sein.

Eine Stärke der vergangenen Saison waren die Special Teams: Vegas erreichte eine Powerplay-Quote von 24,6 Prozent (Platz 6) und eine Penalty-Kill-Quote von 81,4 Prozent (geteilter 6. Platz).

Ebenfalls wichtig: Die vergangene Saison hat gezeigt, dass die Golden Knights vor allem in der entscheidenden Schlussphase und in den Playoffs funktionieren. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren kommt der Mannschaft hier zugute.

Verbesserungspotenziale

Statistisch gesehen waren die Golden Knights in der regulären Saison keineswegs überragend. Sie erzielten im Schnitt 3,22 Tore (Platz 14) und ließen 2,95 Gegentreffer zu (Platz 12).

Die Torhüter Carter Hart (89,1 Prozent Save-Quote) und Adin Hill (87,1 Prozent) haben gegenüber der vergangenen regulären Saison Steigerungspotenzial.

Vielversprechende Talente

Die Golden Knights stellen Jahr für Jahr einen titelwürdigen Kader zusammen. Die Kehrseite ist, dass es an Talenten mangelt. Der 20-jährige Stürmer Trevor Connelly hat allerdings das Potenzial, um kommende Saison in der NHL zu debütieren. Der Nummer-19-Pick des NHL Draft 2024 gehörte im AHL-Farmteam Henderson Silver Knights (46 Spiele, 14-35-49; sechs Playoff-Partien, 1-5-6) zu den Leistungsträgern.

Im NHL Draft 2026 wählten die Golden Knights an Position 29 den 18-jährigen Verteidiger Juho Piiparinen. Der Finne bleibt allerdings in der Heimat beim Erstliga-Club Tappara.

Playoff-Chancen

Auch wenn der Verlust von Dorofeyev schwer wiegt, verfügen die Golden Knights über einen der stärksten Kader der NHL. Eichel und Marner gehören zum Besten, was die NHL zu bieten hat. Auch die Tiefe im Kader stimmt. Sofern der neue Trainer Craig den Erwartungen gerecht wird, ist Vegas erneut ein Kandidat auf den Stanley Cup.

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