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Vom 1. August an nimmt NHL.com/de in der Serie 32 in 32 täglich ein Team der Liga mit Blick auf die Saison 2026/27 unter die Lupe.

In dieser Ausgabe: Die Analyse der Vancouver Canucks

Erneut blicken die Vancouver Canucks auf eine enttäuschend verlaufene Saison zurück. Zum neunten Mal in den vergangenen elf Jahren gelang es ihnen nicht, sich für die Stanley Cup Playoffs der Western Conference zu qualifizieren. Mit einer Bilanz von 25-49-8 und daraus resultierenden 58 Punkten bildeten sie mit Abstand das Tabellenschlusslicht der Liga. Der damit einhergehende 32. und letzte Rang war die schlechteste Platzierung in ihrer 55-jährigen Franchise-Geschichte seit der Saison 1971/72, als sie mit 46 Punkten aus 78 Partien am Tabellenende standen.

Erneut sind die Canucks zu einem Neuaufbau gezwungen. Gelingen soll dieser unter Mithilfe von Trainer Manny Malhotra, der im Anschluss der vergangenen Saison das Amt des Cheftrainers von Adam Foote übernahm. Foote wurde am 19. Mai dieses Jahres seines Amtes enthoben. Malhotra ist Vancouvers sechster Trainer in den letzten elf Jahren.

Die wichtigsten Veränderungen im Kader

Das Management der Canucks verpflichtete in der Sommerpause eine Reihe an erfahrenen Spielern. So unterschrieben bei den Westkanadiern die Stürmer Brendan Gallagher, 34, sowie die Verteidiger Jamie Oleksiak, 33, und Luke Schenn, 36.

Gallagher stieß im Rahmen eines Trades mit den Montreal Canadiens zu den Canucks. Vergangene Spielzeit brachte es der Rechtsaußen auf 23 Punkte (sieben Tore, 16 Assists) in 77 Spielen der regulären Saison sowie zu einem Tor in drei Playoff-Partien.

Oleksiak, der 2025/26 für die Seattle Kraken 15 Punkte (fünf Tore, zehn Assists) markierte, unterschrieb am 1. Juli einen Zweijahresvertrag und für Schenn, der bereits in den Jahren 2018/19 und 2021 bis 2023 das Jersey der Canucks trug, stand letzte Saison für die Winnipeg Jets (46 Spiele, ein Tor, sechs Assists) und die Buffalo Sabres (vier Spiele, kein Punkt) auf dem Eis.

Das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten hat Stürmer Paul Cotter, dem 2025/26 15 Punkte (neun Tore, sechs Assists) in 79 Spielen mit den New Jersey Devils gelangen. Der 26-Jährige einigte sich am 1. Juli auf einen Einjahresvertrag. Auch auf der Managementebene gab es bei den Canucks Veränderungen. Zum neuen General Manager wurde Ryan Johnson ernannt und die Zwillingsbrüder Daniel und Henrik Sedin bekamen den Posten des Co-Präsidenten of Hockey Operations.

An Abgängen zu verzeichnen haben die Canucks die Stürmer Evander Kane (Unrestricted Free Agent), Teddy Blueger (Toronto Maple Leafs) und Nils Hoglander (Nashville Predators) sowie Verteidiger Marcus Pettersson (New York Rangers).

Top-5-Tore der Canucks in der Saison 2025/2026

Schlüsselspieler

Die fünf punktbesten Akteure der Canucks, angeführt von Center Elias Pettersson (74 Spiele, 15-36--51), werden auch kommende Saison wieder für sie auf Punktejagd gehen. Ihm folgten Verteidiger Filip Hronek (82 Sp., 8-41--49), Rechtsaußen Brock Boeser (75 Sp., 22-26--48), Linksaußen Jake DeBrusk (81 Sp., 23-19--42) und Center Linus Karlsson (79 Sp., 15-20--35).

Die Torhüterposition spielt eine entscheidende Rolle. Verletzungsbedingt kam Stammtorwart Thatcher Demko zu gerade einmal 20 Einsätzen (8-10-1; Fangquote 89,7 Prozent; GAA 2,90). Im Januar musste sich der Vezina Trophy-Kandidat von 2023/24 einer Hüftoperation unterziehen und arbeitet an seiner Rückkehr. Laut GM Johnson wird man Geduld zeigen, während Demko an seiner Form arbeitet. Ein genesener Demko wäre Gold wert für Vancouvers Defensivabteilung, die Hronek anführt und der Schenn und Oleksiak mehr Tiefe verleihen sollen.

Spieler aus dem DACH-Raum

Die für den sportlichen Bereich Verantwortlichen erhoffen sich eine Menge von Marco Rossi. Das größte Nachwuchstalent des österreichischen Eishockeys kam während der Saison 2025/26 in einem Mammut-Trade mit den Minnesota Wild im Tausch gegen Quinn Hughes zusammen mit einem Erstrundenpick beim NHL Draft 2026, dem 20-jährigen Verteidiger Zeev Buium und dem 21-jährigen Stürmer Liam Ohgren zu den Canucks. Der 24-Jährige Rossi bestritt 33 Partien für Vancouver und durfte sich über 22 Punkte (acht Tore, 14 Assists) für seinen neuen Arbeitgeber freuen.

Stärken

So richtig zufrieden sein konnten die Canucks in keiner Kategorie, doch im Powerplay mit einer Erfolgsquote von 21,8 Prozent (Platz 14) und am Bullypunkt (49,3 Prozent; geteilter 21. Platz) fielen die Canucks nicht ganz so stark ab und landeten auf einem Rang im Liga-Mittelfeld.

Rossis Top-5-Tore der Saison 2025/26

Verbesserungspotenziale

Bei einem Tabellenletzten gibt es so gut wie an jeder Stelle Verbesserungsbedarf. Die Canucks schossen zusammen mit den Chicago Blackhawks die zweitwenigsten Tore (210), kassierten mit Abstand die meisten Gegentore (314) und hatten zudem noch mit einer Quote von 71,5 Prozent das schlechteste Unterzahlspiel. Kein Spieler der Canucks kam vergangene Saison auch nur annähernd auf einen Punkteschnitt von 1,0. In dieser Kategorie belegt Rossi mit 0,67 teamintern Rang zwei hinter Pettersson mit 0,69.

Vielversprechende Talente

Mit Buium, Tom Willander und Kirill Kudryavtsev stehen drei Blueliner vor ihrer ersten vollen NHL-Saison. Ihrer Entwicklung dürfte dienlich sein, dass ihnen kommende Saison erfahrene Verteidiger zur Seite stehen werden. Für die Abteilung Attacke haben die Canucks mit Ohgren (97 Sp., 11-14--25), 22, Rechtsaußen Jonathan Lekkerimaki (37 Sp., 5-4--9), 22, und Braeden Cootes (drei Sp.), 19, drei junge Erstrundenpicks in der Hinterhand, die bereits erste NHL-Erfahrung sammeln konnten. Beim NHL Draft 2026 entschieden sich die Canucks in der ersten Runde für Center Caleb Malhotra (Sohn des Trainers) und für Linksaußen Adam Novotny.

Playoff-Chancen

Eine Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs 2027 ist von den sich im Umbau befindlichen Canucks nicht zu erwarten. So sehr man es den Fans der Westkanadier auch Wünschen würde, in der so stark besetzten Western Conference müsste die Mannschaft in allen Belangen über sich hinauswachsen, um unter den besten Acht zu landen. Ihr neuformiertes Management dürfte eher mittelfristig planen, ein in der Ligaspitze konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen zu schicken.