GERMAN REACTION COLORADO 5-27

Die Colorado Avalanche stehen nach einer weiteren Nervenschlacht im Finale der Western Conference. Am Freitag gewannen sie Spiel 6 der zweiten Runde in den Stanley Cup Playoffs mit 3:2 bei den St. Louis Blues und sicherten sich damit den entscheidenden vierten Sieg in der Best-of-7-Serie. Zum Matchwinner avancierte Darren Helm, der mit seinem Treffer 5,6 Sekunden vor Schluss das Weiterkommen perfekt machte. Neben dem Siegtorschützen wurde auch J.T. Compher zum unerwarteten Helden. Er schnürte einen Doppelpack.

Die Avalanche revanchierten sich damit für die bittere Heimniederlage in Spiel 5 am Mittwoch, in dem sie in der Schlussminute den schon sicher geglaubten Erfolg und den Einzug ins Conference Finale aus der Hand gegeben hatten. Am Ende verloren sie mit 4:5 nach Verlängerung und mussten noch einmal den Weg nach St. Louis antreten.
In Spiel 6 im Enterprise Center bahnte sich erneut die Overtime an, als die Avalanche aus der eigenen Zone heraus einen letzten Angriff starteten. Der Puck landete über Erik Johnson bei Logan O'Connor, der ihn von rechts quer durchs Drittel der Blues gegen die linke Bande spielte. Helm verwertete den Abpraller mit einer fulminanten Direktabnahme aus dem Bullykreis zum 3:2. Danach kannte der Jubel bei den Gästen kein Halten mehr. In den verbleibenden Sekunden ließen sie gegen die geschockten Blues nichts mehr anbrennen.

COL@STL, Sp6: Compher bezwingt Husso zu seinem 2. Tor

"Wir hatten drei Spieler, die auf das gegnerische Tor zusteuerten. Ich wollte die Scheibe eigentlich nur vors Netz spielen, und auf einmal war sie drin", schilderte Helm den Moment, der höchste Glücksgefühle bei ihm auslöste.
Colorados Trainer Jared Bednar freute sich zwar ebenfalls über den Triumph, verfiel jedoch keineswegs in Euphorie. "Wir haben unser Ziel erst zur Hälfte erreicht. Jetzt geht es für uns erst richtig los", sagte er. Im Conference Finale im Westen bekommen es seine Mannen ab Dienstag mit den Edmonton Oilers um Connor McDavid und Leon Draisaitl zu tun.
Die jüngste Partie lieferte dem Coach eine wichtige Erkenntnis für die bevorstehenden Duelle gegen den Kontrahenten aus Alberta. Sie lautet: Auch die Stürmer aus den hinteren Reihen sind in der Lage, eine Partie, ja sogar eine Serie zu entscheiden. Compher war vor Spiel 6 gegen die Blues in den laufenden Playoffs überhaupt noch nicht als Torschütze in Erscheinung getreten. In dem wichtigen Match egalisierte er zweimal die Führung der Blues. In der Anfangsphase des zweiten Durchgangs gelang ihm per Nachschuss das 1:1 und im letzten Abschnitt sorgte er bei einem Powerplay für den 2:2-Ausgleich.
Das letzte Playoff-Tor von Helm vor seinem denkwürdigen Auftritt in St. Louis lag bereits mehr als sechs Jahre zurück. Er hatte es am 19. April 2016 für die Detroit Red Wings in Spiel 4 der ersten Runde gegen die Tampa Bay Lightning erzielt.
Für die Avalanche hat mit dem Erfolg gegen die Blues ein langes Warten ein Ende gefunden. Zum ersten Mal seit 20 Jahren sind sie wieder ins Conference Finale vorgedrungen. In den zurückliegenden drei Jahren war für sie jedes Mal nach der zweiten Runde Schluss.

COL@STL, Sp6: Helm beendet Serie 4,9 Sek. vor Schluss

"Das bedeutet uns sehr viel. Man muss die Reise wirklich genießen. Natürlich ist die Aufgabe noch nicht erledigt, aber das ist eine große Leistung für uns", sagte Angreifer Nathan MacKinnon, der in Spiel 6 ohne Scorerpunkt blieb. "Es gab einige dunkle Zeiten. Es ist deshalb schön, diese Hürde genommen zu haben. Ich hatte definitiv das Gefühl, dass wir in dieser Serie besser gespielt haben als sie. 'Comph' und 'Helmer' haben heute wichtige Tore erzielt. Wir haben uns den Sieg redlich verdient", fügte er hinzu.
Die Matchanalyse von Trainer Bednar fiel ebenfalls durchweg positiv aus. "Mir hat es gefallen, wie wir gespielt haben. Unsere Jungs haben die richtigen Dinge getan und auf der Bank die richtigen Dinge gesagt. Man konnte sehen, dass wir gut drauf waren", betonte er.

Nico Sturm musste das letzte Aufeinandertreffen mit den Blues erneut von der Tribüne aus verfolgen. In den vergangenen vier Begegnungen mit St. Louis war der Augsburger ein Healthy Scratch. Sein Ziel kann daher nur heißen, sich mit starken Trainingsleistungen für einen Einsatz im Conference Finale gegen Edmonton aufzudrängen. Spiel 1 in der Finalserie zwischen den Avalanche und den Oilers findet am Dienstag in der Ball Arena von Denver statt (8 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 2 Uhr MESZ).