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Zehn Natives, zehn Geschichten

Draisaitl, Meier, Greiss, Josi - deutschsprachige Spieler und ihr Weg durch die Rest-Saison

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Nach der All-Star-Pause beginnt in der NHL eine heiße Phase: Bis zur Trade-Deadline wollen die Teams die Weichen für die restliche reguläre Saison stellen. Kann man für die Playoffs planen? Droht das frühzeitige Saison-Aus? Oder ist sogar der ganz große Wurf drin? Die deutschsprachigen Exporte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz könnte jedes dieser Schicksale treffen. NHL.com/de hat zehn Spieler unter die Lupe genommen und erzählt ihre Geschichte...

Leon Draisaitl: Bester Passgeber der NHL bläst zur Aufholjagd

Bei den Edmonton Oilers kämpft mit Leon Draisaitl und Tobias Rieder ein deutsches Duo um einen Playoff-Platz in der Western Conference. Zur All-Star-Pause betrug der Rückstand auf einen Wildcard-Rang nur drei Punkte. Nun blasen die Oilers zur Aufholjagd: In den letzten zwölf Jahren verpasste Edmonton elfmal die Endrunde - zum zweiten Mal in Folge droht das frühzeitige Saisonaus.

Video: Draisaitl spricht über seinen Sieg mit NHL.com/de

Draisaitl ist neben Superstar Connor McDavid der Leistungsträger in Edmonton. Der 23-jährige Kölner markiert durchschnittlich 1,22 Scorerpunkte pro Partie. Nach 50 Einsätzen in der laufenden Saison stehen 27 Tore und 34 Assists (61 Scorerpunkte) zu Buche. Draisaitl ist auch ligaweit in den Kreis der ultimativen Top-Spieler aufgestiegen, wurde in den All-Star-Kader der Pacific Division gewählt und beeindruckte bei der Skills Competition als bester Passgeber der Liga.

Tobias Rieder: Warten auf das erste Oilers-Tor?

Rieder wurde oftmals an der Seite von Draisaitl eingesetzt, absolvierte aufgrund von Verletzungen und Kader-Rotationen aber erst 36 Spiele. Dabei gelangen dem 26-jährigen Landshuter neun Assists. Nach der All-Star-Pause soll es nun auch mit dem ersten Treffer im Oilers-Trikot klappen. Zunächst muss sich Rieder aber seinen Stammplatz zurückerobern und soll dann für mehr Tiefe in Edmontons Mannschaft sorgen. Womöglich wieder in einer "deutschen Reihe" mit Draisaitl.

Thomas Greiss: Torwart winkt eine NHL-Trophäe 

Die New York Islanders sind eine der großen Überraschungen in der Saison 2018/19. Unter dem neuen Trainer Barry Trotz mauserten sich die Islanders von der Schießbude zum Bollwerk: Mit im Schnitt 3,57 Gegentoren pro Spiel stellte New York im Vorjahr die schlechteste Defensive der NHL und hat nun mit 2,41 die beste Abwehr der Liga. Das ist auch ein Verdienst des deutschen Torwarts Thomas Greiss. Der 32-jährige Füssener teilt sich die Einsätze gleichmäßig mit seinem Konkurrenten Robin Lehner auf. In 26 Spielen (24 Starts) gelangen Greiss zwei Shutouts, ein Gegentorschnitt von 2,5 sowie eine Fangquote von 92,0 Prozent. Er ist damit Top-Kandidat für die William M. Jennings Trophy für den Goalie bzw. das Torhütergespann mit den wenigsten Saison-Gegentoren. Greiss wäre damit der erste in Deutschland geborene Spieler, der eine individuelle NHL-Trophäe gewinnen würde. Außerdem befinden sich die Islanders voll auf Playoff-Kurs und führen die Metropolitan Division als Spitzenreiter an.

Video: NYI@WSH: Greiss wehrt Ovechkins Onetimer ab

Tom Kühnhackl: Stanley-Cup-Sieger im Wartestand

Nachdem es bei den Islanders derzeit rund läuft, sieht Trainer Trotz keinen Grund für personelle Veränderungen. Für Tom Kühnhackl bedeutet das allerdings, dass das Warten weitergeht. Seit dem 3. Januar hat der 27-jährige Landshuter kein NHL-Spiel mehr absolvieren dürfen. Es war der bislang einzige Einsatz im Kalenderjahr 2019. Kühnhackls Bilanz: 19 Spiele, drei Tore, drei Assists. Die Stunde des Stürmers könnte allerdings noch schlagen, etwa bei Verletzungen oder sportlichen Durststrecken. Sollte es New York in die Playoffs schaffen, könnte auch Kühnhackls Erfahrung sehr wertvoll sein: Mit den Pittsburgh Penguins gewann er 2016 und 2017 den Stanley Cup.

 

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Timo Meier: Favorit auf den Stanley Cup

Die Playoffs haben auch die San Jose Sharks ins Auge gefasst. Mehr noch - sie zählen zum Favoritenkreis für den Gewinn des Stanley Cups. Einer der Säulen der Nord-Kalifornier ist der Schweizer Timo Meier. Der 22-Jährige aus Herisau scheint in jeder Reihe der Sharks zu funktionieren und punktet seit Saisonbeginn zuverlässig. Mit 46 Scorerpunkten (19 Tore, 27 Assists) ist der Power Forward sogar der drittbeste Scorer in San Jose.

Roman Josi: Führt der Schweizer die Predators zum Titel?

Zu den besten Teams der Liga zählen auch die Nashville Predators. Schon im zweiten Jahr führt mit Roman Josi ein Schweizer das Team als Kapitän an. In 52 Spielen trug der 28-jährige Berner mit acht Toren und 28 Assists zum Erfolg seiner Mannschaft bei - er ist damit der zweitbeste Schweizer nach Meier. Zum insgesamt zweiten Mal war der Verteidiger auch beim All Star-Game 2019 vertreten. Im Frühjahr soll Josi die Preds dann zum Titel führen.

Video: CEN@PAC: Josi profitiert von Kanes schöner Vorlage

Kevin Fiala: Der Playoff-Garant

Auch Kevin Fiala schürt die Schlittschuhe für Nashville und hat in dieser Saison noch Großes vor. Der Flügelstürmer hat nach 52 Spielen acht Tore und 20 Assists auf dem Scoring-Konto. Hochgerechnet auf 82 Hauptrundenspiele käme der 22-jährige aus St. Gallen am Ende auf 44 Scorerpunkte - seine, bislang zweitbesten Karriere-Wert. Fiala ist so etwas wie die Playoff-Garantie: Seitdem er für die Predators aufläuft (seit 2014), gelang ihnen jedes Jahr die Endrunden-Qualifikation.

Philipp Grubauer: Kampf um die Nummer 1

Die Colorado Avalanche kämpfen um einen Playoff-Platz in der Central Division. Vorne liefert Tormaschine um die Top-Reihe der Liga (Landeskog-MacKinnon-Rantanen) fleißig ab, hinten aber stehen die Avs alles andere als stabil. Hinter einer schwächelnden Defensive erlebt der deutsche Goalie Philipp Grubauer eine durchwachsene Saison. In 21 Einsätzen (19 Starts) beträgt sein Gegentorschnitt 3,38 und seine Fangquote 89,1 Prozent. Der Kampf um die Nummer 1 zwischen Colorados Pfosten ist damit noch nicht entschieden. Auch Konkurrent Semyon Varlamov (31 Spiele, 31 Starts, 2,82 Gegentore/Spiel, 90,8 Prozent Fangquote) konnte noch nicht vollends überzeugen. Für den amtierenden Stanley-Cup-Sieger mit den Washington Capitals geht es also sowohl um einen Stammplatz als auch um die Playoff-Qualifikation. Der 27-jährige Rosenheimer steht vor intensiven und entscheidenden Wochen.

 

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Dominik Kahun: Starker Rookie will das Aus abwenden

Dominik Kahun spielt eine starke erste NHL-Saison. Der 23-jährige Rookie in Diensten der Chicago Blackhawks kommt nach 51 Spielen auf 20 Scorerpunkte (acht Tore, zwölf Assists). Allerdings könnte eine Playoff-Teilnahme zur Hängepartie werden: Der Rückstand auf einen Wildcard-Rang beträgt sieben Punkte. Chicago, zuvor ein Dauergast in der NHL-Endrunde, könnte das zweite Jahr in Folge die Playoffs verpassen. Können Kahun und seine Teamkollegen dieses Szenario noch abwenden?

Video: CHI@NYR: Kahun verwertet ein Zuspiel von Kampf

Nino Niederreiter: Tapetenwechsel mit Scoringtouch

Nino Niederreiter musste in diesem Jahr schon umziehen: Am 17. Januar wurde er von den Minnesota Wild zu den Carolina Hurricanes getradet. Der Tapetenwechsel tat dem 26-Jährigen aus Chur offenbar gut: Nach vier Einsätzen für die Canes stehen vier Tore zu Buche - eine beeindruckende Quote von einem Tor pro Partie. Insgesamt verbuchte der Flügelstürmer in 50 Saison-Spielen 13 Tore und 14 Assists. Trifft Niederreiter weiterhin gut, könnte es noch etwas werden mit der Playoff-Qualifikation. Zur All-Star-Pause wies Carolina vier Zähler Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Eastern Conference aus.

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