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Während in der NHL die reguläre Saison 2019/20 seit dem 12. März aufgrund der Bedenken im Zusammenhang mit dem Coronavirus pausiert, liefert NHL.com/de weiterhin eigene Storys. Heute ein Rückblick auf die Top-10-Tore der deutschsprachigen Spieler aller Zeiten.

Welche sind die besten Tore der deutschen, Schweizer undösterreichischen NHL-Spieler aller Zeiten? Es folgt unsere Top 10:
1. Uwe Krupp, Colorado Avalanche, Stanley Cup Siegtor am 10. Juni 1996
Es war mittlerweile Dienstag, der 11. Juni 1996, also nach Mitternacht, als Uwe Krupp beim Stand von 0:0 auf der rechten Angriffsseite an der Blauen Linie der gegnerischen Zone unmittelbar an der Bande an den Puck kam und ihn mit einem Schlagschuss Richtung Tor beförderte. Torhüter John Vanbiesbrouck wurde von einigen Spielern die Sicht versperrt und so schlug der Puck durch Freund und Feind hindurch bei genau gespielten 4:31 Minuten in der dritten Verlängerung ungehindert im Eck seines Tores ein.
Die größtenteils bekannte Szene stammte aus dem vierten Spiel der Stanley Cup Finalserie 1996 zwischen den Colorado Avalanche und den Florida Panthers. Krupp sorgte mit seinem 1:0 in der Miami Arena für das 4:0 in der Serie und damit den umjubelten Gewinn des Stanley Cups für das erst vor der Saison von Quebec nach Denver umgezogene Franchise.
Uwe Krupp hat sich damit ein Denkmal gesetzt, denn er war nicht nur der erste Eishockeyspieler aus Deutschland, der den Stanley Cup gewann, sondern auch noch das entscheidende Tor zur Meisterschaft schoss.

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2. Leon Draisaitl, Edmonton Oilers, 50. Saisontor am 6. April 2019
Ein Tor in der NHL zu schießen, ist schon äußerst schwierig und manche warten sehr lange darauf. 50 Tore in einer Saison ist eine Marke, die nur wenige erreichen. Von daher ist es etwas ganz Besonderes, dass dies einem deutschsprachigen Spieler gelang. Leon Draisaitl krönte seine Saison 2018/19 mit dem 50. Saisontor im Spiel bei den Calgary Flames. Er markierte das 1:0 in der 11. Minute mit einem schnellen Schuss, der Torhüter Mike Smith überwand. Der deutsche Stürmer mit der 29 auf dem Rücken wurde dadurch zum ersten Oilers-Spieler seit der Saison 1986/87, der 50. Treffer in einer Spielzeit erzielte.
Zum Gewinn der Maurice Rocket Richard Trophy reichte es indes nicht, denn Seriensieger Alex Ovechkin verbuchte 51 Tore. Auch der Einzug in die Playoffs blieb Edmonton und Draisaitl verwehrt, obwohl sowohl das Team mit ihm und Connor McDavid zwei Spieler mit jeweils mehr als 100 Punkten in seinen Reihen hatte.

EDM@CGY: Draisaitl reiht sich in den 50-Tore-Klub ein

3. Marco Sturm, Boston Bruins, OT-Siegtor im Winter Classic 2010 am 1. Januar 2010
"Mein Overtime-Tor beim Winter Classic 2010 war und ist für mich einer der schönsten Momente in meiner Karriere", sagte Marco Sturm einst im Interview mit NHL.com/de. "Es war vielleicht nicht das wichtigste Tor, aber durch das ganze Drumherum und die Overtime sicherlich das schönste."
Es lief beim Stand von 1:1 die zweite Minute des Winter Classic 2010 im Fenway Park von Boston zwischen den heimischen Bruins und den Philadelphia Flyers, als sich Patrice Bergeron auf der linken Seite schön gegen einen Gegner durchsetzte und den so gewonnenen freien Platz nutzte, um den direkt vor das Tor gefahrenen Sturm mit einem Pass zu bedienen. Der deutsche Stürmer hielt nur seinen Schläger rein und fälschte den Puck am machtlosen Flyers-Torhüter Michael Leighton vorbei ins Netz ab. Es war Sturms 14. Saisontreffer.

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4. Thomas Vanek, Detroit Red Wings, Tor im 1000. NHL-Spiel am 4. Januar 2019
Perfekter hätte es für Thomas Vanek nicht laufen können: Vor den Augen seiner Familie auf der Tribüne der Little Caesars Arena krönte der österreichische Stürmer der Detroit Red Wings sein 1000. NHL-Hauptrundenspiel mit einem Tor.
In der 34. Spielminute der Partie seiner Red Wings gegen die Nashville Predators hatte Vanek nach einem 0:2-Rückstand seinen Auftritt. Aus dem rechten Bullykreis beförderte er einen Abpraller von der Bande zum umjubelten Ausgleich ins Netz. Nashvilles Torhüter Pekka Rinne streckte sich vergeblich. Am Ende gewann Detroit das Spiel mit 4:3 nach Verlängerung.
"Es war ein gelungener Abend. Wir haben mit viel Leidenschaft gespielt und verdient gewonnen", konstatierte Vanek im Anschluss. "Als Kind habe ich immer davon geträumt, ein Spiel in der NHL zu machen. Jetzt sind es 1000 geworden. Das ist einfach toll."

NSH@DET: Red Wings ehren Vanek für 1.000. Spiel

5. Reto von Arx, Chicago Blackhawks, 1. NHL-Tor eines Schweizers am 7. Oktober 2000
Am 5. Oktober 2000 feierte mit dem damals 24-jährigen Reto von Arx ein Schweizer sein Debüt in der NHL für die Chicago Blackhawks, die ihn zuvor im NHL Draft in der neunten Runde an insgesamt 271. Position gedraftet hatten. Gut fünf Jahre zuvor, am 29. Januar 1995, war mit Torhüter Pauli Jaks erstmals ein in der Schweiz ausgebildeter Spieler in der NHL aufgelaufen. Von Arx wurde zum ersten in der Schweiz geborenen Feldspieler in der NHL, dem viele weitere folgen sollten.
Nur zwei Tage nach seiner Premiere am 7. Oktober 2000 ging es zum neu gegründeten Franchise der NHL, den Columbus Blue Jackets, die ihre erste Begegnung überhaupt bestreiten durften. Das schon aus diesem Grund historische Spiel wurde es auch aus einem anderen. Von Arx traf bei drei Torschüssen gegen den gegnerischen Torwart Ron Tugnutt gleich zweimal ins Schwarze und wurde so zum ersten Schweizer Torschützen in der NHL. In der 27. Minute erzielte der Stürmer mit der Nummer 17 auf dem Rücken den 1:3-Anschlusstreffer, der die Aufholjagd nach drei Gegentoren im ersten Drittel einleiten sollte. Von Arx traf auch zum 4:3 in der 43. Minute. Die Blackhawks drehten die Begegnung auf 5:3. Trotz des vielversprechenden Auftakts kam von Arx nur auf 19 NHL-Einsätze und sein Engagement in den USA endete bereits zum Ende dieser Saison. Lediglich zwei weitere Punkte (1 Tor, 1 Assist) neben seinem geschilderten Doppelpack konnte er noch verbuchen.
6. Jochen Hecht, St. Louis Blues, 1. NHL-Tor im Conference Halbfinale am 10. Mai 1999
Ein erstes Tor in der NHL ist etwas Besonderes. Wenn es statt in der regulären Saison auch noch in den Stanley Cup Playoffs erzielt wird, ist es umso besser. So war es bei Jochen Hecht der Fall. Der deutsche Stürmer wurde im Januar der Saison 1998/99 erstmals von den Blues in der NHL eingesetzt. Danach ging es wieder ins Farmteam, ehe er ausgerechnet in den Playoffs erneut zum Zug kam. Im Western Conference Finale gegen die Dallas Stars waren die Dienste des ehemaligen Mannheimers gefragt und Hecht erzielte im zweiten Spiel, nachdem das erste Aufeinandertreffen mit 3:0 an Dallas ging, auf Vorarbeit von Pavol Demitra das Tor zur 2:1-Führung in der 45. Minute. Zwar konnten die Stars wieder ausgleichen, doc
h die Verlängerung entschied St. Louis für sich. Die Serie gewann am Ende Dallas trotz eines weiteren Tores von Hecht in Spiel 3.
7. Nino Niederreiter, Minnesota Wild, Tor zum 1. NHL-Hattrick eines Schweizers am 13.11.2014
Nino Niederreiter hatte beim 6:3-Heimsieg der Wild gegen die Buffalo Sabres in der Saison 2014/15 seinen großen Auftritt. Er erzielte drei Tore. Dies war zuvor in einer NHL-Partie noch keinem Schweizer gelungen. Niederreiter traf zum 2:1, 4:2 und 6:3. Den ersten Treffer markierte er nur sieben Sekunden nach dem 1:1-Ausgleich von Buffalo. Er profitierte von der sehenswerten Vorarbeit von Sturmpartner Charlie Coyle, der ihn mustergültig bediente. Beim zweiten Erfolgserlebnis lenkte Niederreiter den Puck in Überzahl vor dem Tor gekonnt ab. Der dritte Treffer zweieinhalb Minuten vor der Sirene war der am wenigsten spektakuläre, denn er schoss ins leere Tor ein. "Ich habe es nach den ersten beiden Toren konsequent weiter versucht und gehofft, dass auch noch der dritte Treffer fallen würde", erklärte Niederreiter, der auch Pech mit einem Pfostenschuss hatte. Trotzdem war das Empty-Net aufgrund der historischen Bedeutung speziell.

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8. Uli Hiemer, New Jersey Devils, Tor zum 1. NHL-Hattrick eines Deutschen am 31. Oktober 1984
Zur Saison 1984/85 schaffte es erstmals ein deutscher Spieler, sich in der NHL durchzusetzen. Uli Hiemer kam vom Kölner EC über den großen Teich zu den New Jersey Devils und erkämpfte sich auf Anhieb einen Platz im Kader. Im achten Saisonspiel gegen die Pittsburgh Penguins mit dem großen Mario Lemieux in ihren Reihen, erlebte Hiemer eine Sternstunde, denn er erzielte nicht nur seinen ersten NHL-Treffer, sondern auch gleich einen Hattrick. Ein Kunststück, das bis heute keinem weiteren deutschen Verteidiger gelungen ist. Hiemer traf im Powerplay in der 3. Minute zum 1:0. Mit einem weiteren Treffer in Überzahl verkürzte er den Spielstand in der 31. Minute auf 3:5. Bei gleicher Stärke ließ er schließlich in der 55. Minuten sein Tor zum 7:6-Endstand für Pittsburgh folgen und komplettierte sein Spiel mit drei Toren.
9. Christoph Brandner, Minnesota Wild, 1. NHL-Tor eines Österreichers am 12. Oktober 2003
Christoph Brandner kam als erster in Österreich ausgebildeter Spieler zum Beginn der Saison 2003/04 für die Minnesota Wild in der NHL zum Einsatz. Obwohl er im NHL Draft 2002 erst in der achten Runde an insgesamt 237. Stelle von den Wild gezogen wurde, begann die Spielzeit für ihn vielversprechend. Bereits in seinem dritten Saisonspiel am 12. Oktober 2003 im Heimspiel gegen die San Jose Sharks traf der Stürmer aus der Alpenrepublik. Es lief die 7. Minute, als Brandner die Vorarbeit von Pierre-Marc Bouchard und Willie Mitchell zum 1:0 vollendete. Minnesota nutzte es nichts, denn sie verloren die Partie mit 2:3. Brandner erzielte drei Spiele später sein zweites Saisontor, doch nach 35 NHL-Spielen wurde er am 9. Januar 2004 von den Wild letztmalig eingesetzt.
10. Tom Kühnhackl, New York Islanders, spektakuläres Tor am 13. November 2018
Es war eines der Highlight-Tore der Saison 2018/19. Lediglich vier Tore schaffte Tom Kühnhackl in der gesamten Spielzeit für die Islanders, doch sein zweites im Heimspiel gegen die Vancouver Canucks war ein besonders sehenswertes. Der Landshuter erkämpfte sich in der 6. Minute hinter der Torlinie den Puck, drehte sich und wurde von einem Gegenspieler zu Fall gebracht. Schon am Eis liegend, schlug der Deutsche den Puck mit dem Stock in Richtung gegnerisches Tor und überraschte damit Torhüter Jacob Markstrom, der die Scheibe am kurzen Eck passieren ließ. Der Torschütze wusste selbst nicht, dass er gerade getroffen hatte. "Ich bin irgendwie hingefallen und habe versucht, den Puck zum Tor zu bringen", schilderte Kühnhackl die Szene. "Es war glücklich, dass er reinging. Ich schaute zu Leo (Komarov), weil er zu mir kam und sagte: 'Hey, du hast getroffen.' Ich habe es weitere zehn Sekunden nicht realisiert, dass er drin war." Neben diesem Tor zum 1:1 traf Kühnhackl noch im letzten Drittel zum 4:2.

VAN@NYI: Kühnhackl versenkt einen Schuss im Liegen