VAN season preview 12.22

An jedem Tag zwischen dem 2. Dezember und dem 1. Januar veröffentlicht NHL.com/de den Wunschzettel eines der 31 NHL-Teams im Hinblick auf die kommende Saison. Was ist nötig, damit die kommende Spielzeit für den jeweiligen Klub möglichst erfolgreich verläuft.

Heute die Wünsche der Vancouver Canucks.
Für die Vancouver Canucks verlief die vergangene Saison besser als erwartet. Nachdem sie sich vier Jahre hintereinander nicht mehr für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren konnten, zahlte sich das eingeleitete Unterfangen einen konkurrenzfähigen Kader aufzubauen erstmals aus. Die Canucks zogen mit einer Bilanz von 36-27-6 und einer Punktequote von 56,5 Prozent, als siebtbestes Team der Western Conference in die Stanley Cup Qualifikation ein.
In dieser wussten sie ebenso zu überraschen. Zunächst schickten sie mit 3:1-Siegen die Minnesota Wild nach Hause, und in der ersten Playoffrunde mussten sich die St. Louis Blues von ihrem Vorhaben einer Titelverteidigung verabschieden. Vancouver gewann die Best-of-7-Serie mit 4:2. Als Stolperstein in der zweiten Runde hätten sich die Canucks auch fast für die an Nummer 1 gesetzten Vegas Golden Knights erwiesen. Sie egalisierten einen 1:3-Serienrückstand. Spiel 7 verloren die Westkanadier jedoch mit 0:3-Toren. Vegas war erst in der 54. Minute der Entscheidungspartie aus einem Powerplay heraus das 1:0 geglückt und besiegelte durch zwei Empty-Netter das Saison-Aus der Canucks.
Die Enttäuschung saß zwar im ersten Moment tief, doch Bo Horvat versuchte sich umgehend als Trostspender. "Wir sollten die Köpfe nicht hängen lassen, denn sie haben eine wirklich sehr starke Mannschaft", sagte Vancouvers Kapitän und rückte das Erreichte ins richtige Licht. Zum ersten Mal seit 2011, in jenem Jahr standen sie im Stanley Cup Finale, waren die Canucks über die erste Playoffrunde hinausgekommen.

VAN@VGK, Sp2: Horvat aus kurzer Distanz zum Zweiten

Kommende Saison würden sie gerne den nächsten Schritt gehen, doch einige Wünsche müssten für sie in Erfüllung gehen, um in naher Zukunft an die Top-Teams der Liga heranzurücken.
Holtby und Demko machen dicht
Wer wird die Nummer 1 im Tor? Es ist noch lange keine ausgemachte Sache, dass Braden Holtby, seines Zeichens Stanley Cup Champion 2018 mit den Washington Capitals, den Stammplatz im Kasten der Canucks sicher gepachtet haben wird. Sein Konkurrent auf die Position heißt Thatcher Demko. In der regulären Saison 2019/20 fungierte er noch als Backup von Jacob Markstrom, doch bei seinen Einsätzen in der Postseason zeigte Demko, was er alles so drauf hat, wenn seine Hilfe gefragt ist. Nachdem Markstrom in den ersten vier Spielen gegen die Golden Knights zu schwächeln begann, setzte Vancouvers Coach Travis Green auf die Karte Demko. Dieser kam, sah und - siegte nur fast. Doch seine Bilanz liest sich wie die eines Startorhüters. In seinen vier Partien, drei als Starter, ließ er nur zwei Gegentore zu. Sein Gegentrefferschnitt von 0,64 pro Spiel und seine Fangquote von 98,5 Prozent waren einfach überragend. Demko ist zuversichtlich, dass er der berühmten Konkurrenz aus Washington ebenwürdig sein kann. "Ich denke, es ist vieles vorbereitet und ich bin einfach sehr aufgeregt, die Möglichkeit zu bekommen, den nächsten Schritt zu machen. Ich möchte so lange wie möglich in Vancouver bleiben. Ich will ihr Mann sein. Es wird der nächste Schritt in diese Richtung."
General Manager Jim Benning wird es recht sein, wenn sich die beiden Schlussleute gegenseitig zu Höchstleistungen anspornen.

Holtby_WSH_mask

Verteidiger-Neuzugänge schlagen ein
Die neuformierten Abwehrreihen der Canucks sollen für mehr Stabilität sorgen. Mit Oscar Fantenberg, Troy Stecher und Chris Tanev haben sich drei von acht in der Saison 2019/20 eingesetzte Verteidiger aus Vancouver verabschiedet. Neu hinzugekommen sind Prospect Jack Rathbone von der Harvard University und Nate Schmidt von den Golden Knights. Letztgenannter wusste in seinen drei Jahren bei Vegas zu überzeugen, einerseits als Bollwerk im Penalty-Killing, andererseits als Vorbereiter. Schmidt knackte in jeder der vergangenen drei Spielzeiten die 30-Punkte-Marke. 2019/20 brachte er es auf sieben Tore und 24 Assists in 59 Spielen.
Benning schätzt, was der 29-Jährige zu leisten imstande ist: "Mit Schmidt, haben wir einen Kerl verpflichtet, der in allen Spielsituationen und gegen die besten Spieler des Gegners Eiszeit bekommen kann."
In der vergangenen Spielzeit kassierten die Canucks durchschnittlich 3,10 Tore pro Spiel, womit sie sich Platz 19 in der Liga teilten. So viele Gegentreffer sollen es nicht mehr werden, denn in Vancouver sind die Ansprüche gestiegen.
Pettersson legt weiter zu
Dieser junge Mann ist eine Wucht und ein Glücksfall für die Canucks. Beim NHL Draft 2017 in der ersten Runde an Nummer 5 ausgewählt, gab Elias Pettersson in der Saison 2018/19 sein Debüt in Vancouver. Der Schwede zeigte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. Er brachte es in seiner ersten Spielzeit umgehend auf 66 Punkte (28 Tore, 38 Assists) in 71 Partien - Platz 1 in der teaminternen Scorerwertung.
Bestätigen konnte der 22-jährige Schwede seinen Torinstinkt 2019/20 sowohl in der Hauptrunde (27 Tore, 39 Assists) wie auch in der Postseason, die er mit 18 Punkten (7 Tore, 11 Assists) in 17 Spielen als bester Scorer der Canucks abschloss (zusammen mit J.T. Miller). Das Ausnahmetalent Pettersson steht am Anfang seiner NHL-Karriere. Es darf erwartet werden, dass er kommende Saison unter den Top 15 Scorern der Liga aufgelistet ist, zumal sich der Schwede im letzten Jahr seines Einstiegsvertrages befindet.

Top 10 Szenen von Elias Pettersson in 2019/20

Von der hinzugewonnenen Erfahrung profitieren
Pettersson gehört wie Verteidiger Quinn Hughes, 21, wie die Rechtsaußen Brock Boeser, 23, und Jake Virtanen, 24, zu jener jungen Gruppe von Canucks-Spielern, die in der ersten Runde eines Drafts ausgewählt wurden und in der Postseason 2020 zu ihren ersten Playoff-Einsätzen kamen.
Die gemachte Erfahrung kann ihnen niemand mehr nehmen und die gesamte Mannschaft der Canucks wird 2021 von dieser profitieren, ist sich Benning sicher: "Für unsere jungen Spieler und ihrer Entwicklung ist es förderlich, wenn sie Playoff-Eishockey spielen. Man hat nicht viel Zeit und Raum mit dem Puck. Man muss auf der Hut sein und schnell denken. Es war einfach wunderbar für sie, das zu erleben, durchzuspielen, zu verstehen und zu lernen, was es braucht, um in den Playoffs zu gewinnen."

VGK@VAN, Sp6: Hughes per Schlagschuss gegen Lehner

Powerplay als Schlüssel zum Erfolg
Die Canucks belegten mit einer Powerplay-Erfolgsquote von 24,2 Prozent ligaweit den vierten Rang. Das ist alles andere als schlecht für ein Team, das sich im Endklassement nach Punkten Platz 18 teilte.
Miller, Pettersson, Hughes, Boeser und Horvat bildeten das Gerüst von Vancouvers Überzahlformationen. Jeder von ihnen bekam mehr als 200 Minuten Eiszeit bei nummerischer Überlegenheit. Angeführt von Miller und Hughes (jeweils 25 PP-Punkte) gelangen den fünf Powerplay-Spezialisten 37 Tore und 67 Assists.
Die Canucks erzielten insgesamt 57 Überzahltreffer, zusammen mit den Boston Bruins die zweitmeisten in der NHL. Nach Powerplaytoren pro Spiel (0,83) führte Vancouver sogar das Klassement an. Eine solche Effektivität würden sie gerne 2020/21 wiederholen.