Erik Karlsson, Drew Doughty, Brent Burns und P.K. Subban sind Namen, die in der Scorerliste der Verteidiger ganz oben zu erwarten sind. Doch nur Burns von den San Jose Sharks steht derzeit mit 29 Punkten auf einer Top-5-Platzierung, und das obwohl ihm, der ansonsten als treffsicher gilt, bisher nur vier Tore gelangen.
Schaut man sich die Torjägerliste der Blueliner an, dann führt Mathew Dumba von den Minnesota Wild mit zehn Treffern, vor Morgan Reilly von den Toronto Maple Leafs mit neun, gefolgt von Kris Letang von den Pittsburgh Penguins und Thomas Chabot von den Ottawa Senators mit sieben. Chabots Teamkollege Max Lajoie und Aaron Ekblad von den Florida Panthers teilen sich mit jeweils sechs Toren Platz fünf.
Lediglich Roman Josi und John Carlson sind mit jeweils fünf Saisontreffern als übliche Verdächtige vorne mit dabei. Um Karlsson, Doughty und Subban zu finden, muss man in der Liste weit nach unten scrollen, ehe sie mit jeweils zwei Saisontoren auftauchen.
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Woran liegt es, dass angestammte Offensiv-Verteidiger Ladehemmung haben, obwohl in der NHL mehr Tore erzielt und offensiver gespielt wird? Die Redakteure von NHL.com/de teilen hierzu ihre Meinung:
Robin Patzwaldt: Ich würde diese Statistiken grundsätzlich nicht überinterpretieren. Die Anzahl der gespielten Begegnungen seit Saisonstart ist aus meiner Sicht einfach noch nicht groß genug, um hierzu eine wirklich belastbare Aussage treffen zu können. Ein Stück weit sehe ich den Zufall am Werk.
Will man in dieser Frage jedoch etwas spekulieren, dann spielt es natürlich eine Rolle, dass die Spieler in der Liga immer jünger und schneller werden. Da sind Veränderungen in der Scorer-Rangliste in allen Mannschaftsteilen zu erwarten. Dass es sich hierbei jedoch um eine dauerhafte Trendwende handelt, würde ich mich nicht zu behaupten trauen. Die Saison ist noch lang. Selbst wenn es am Ende der Spielzeit noch immer der Fall sein sollte, dass neue Namen ganz oben stehen, dann wäre der Zeitraum der Betrachtung noch immer viel zu kurz.
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Alexander Gammel: Zum einen hat die Spielweise, die sich ständig verändert sicherlich einen Einfluss. Wenn das Spiel schneller wird, bevorzugt andere, offensivere Systeme gespielt werden, kommen andere Stärken mehr zum Tragen, als in den letzten Jahren. Man muss sich aber auch anschauen, bei welchen Teams die Torjäger unter den Verteidigern spielen. Dumbas zehn Tore sind außergewöhnlich, auf 82 Spiele hochgerechnet, käme er am Saisonende auf 30 Treffer. Diese Marke hat in den letzten 25 Jahren nur Mike Green erreicht.
Die Wild hatten auch insgesamt eine starke Phase. Dumbas Verfolger Rielly, Chabot und Lajoie spielen bei den Toronto Maple Leafs und den Ottawa Senators, die mit 106, beziehungsweise 102 Toren unter den vier offensivstärksten Mannschaften der Liga stehen. Wenn insgesamt das Angriffsspiel in der Mannschaft funktioniert, fällt es auch einzelnen Spieler leichter Tore zu schießen. Bei Doughtys Kings fallen in dieser für sie enttäuschenden Saison insgesamt wenige Tore und Erik Karlsson kam erst im September zu den Sharks. Er ist in der Situation, sich erst bei einem neuen Team und in einem neuen System zurechtfinden zu müssen. Insoweit ist es nicht außergewöhnlich, wenn er noch nicht imstande ist seine Höchstleistung abzurufen.