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NHL.com/de diskutiert die HHOF-Kandidaten 2019

Das Redaktionsteam spekuliert, wer im kommenden Jahr in die Hockey Hall of Fame einziehen könnte

von NHL.com/de

Während der Saison 2018/19 wird das Team von NHL.com/de jeden Freitag in der Rubrik "Writer's Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Die Kandidaten für die Hockey Hall of Fame 2019.

Das Rennen um die Plätze für die Einführung in die Hockey Hall of Fame im Jahr 2019 ist eröffnet, nachdem am Wochenende unter anderem Torhüterlegende Martin Brodeur von den New Jersey Devils und NHL Commissioner Gary Bettman in die Ehrenhalle in Toronto aufgenommen wurden.

Vorsitzender John Davidson und sein 18 Personen umfassendes Komitee, das für die Bestimmung der Aufnahme verantwortlich ist, verfolgt keine bestimmte Regel und überrascht nicht selten mit einzelnen ausgewählten Personalien. Lediglich maximal vier männliche, zwei weibliche Spieler und zwei weitere aus der Kategorie Förderer oder Schieds-/Linienrichter sind jedes Jahr zu benennen.

Selten war der Ausgang offener als im kommenden Jahr, da es keinen todsicheren Kandidaten, wie etwa Brodeur in diesem Jahr gibt.

Wer sollte vom Komitee berücksichtigt und aufgenommen werden?

Stefan Herget: Jemand muss schon ein herausragender Spieler sein, wenn er im ersten Jahr der Verfügbarkeit (nach den Bestimmungen drei Jahre nach dem Karriereende) ausgewählt wird, wie in diesem Jahr Brodeur als der Torhüter mit den meisten Siegen und Shutouts in der NHL. Bei Wayne Gretzky gab es sogar eine Ausnahmeregel, der bereits im Jahr nach seinem Karriereende 1999 als einziger Spieler des Jahrgangs eingeführt wurde.

Demnach denke ich nicht, dass Patrik Elias als langjähriger Teamkollege von Brodeur schon an der Reihe ist. Er wäre 2019 zum ersten Mal wählbar. Ich erwarte, dass es Pierre Turgeon und Alexander Mogilny schaffen werden. Turgeon ist derjenige, der die meisten Punkte aller Spieler vorzuweisen hat, die noch nicht in der Hockey Hall of Fame vertreten sind. Seit dem Jahr 2010 steht er zur Auswahl und wurde nicht berücksichtigt. Er ist prädestiniert für einen Jahrgang, in dem es keine Favoriten gibt. Mogilny könnte die russische Fraktion milde stimmen, die sich häufig bei den Nominierungen übergangen fühlt. Er hat in seiner Karriere ein Spiel mehr als der 2017 aufgenommene Paul Kariya absolviert und den Kanadier um 71 Tore und 43 Punkte übertroffen. Er hat sogar in 2000 den Stanley Cup gewonnen, was Kariya nicht schaffte. Für mich sind deshalb Turgeon und Mogilny die geeigneten Kandidaten.

Alexander Gammel: Was Patrik Elias angeht, sehe ich die Sache ähnlich. Er war sicherlich ein genialer Spieler und in einigen Jahren könnten wir auch ihn in der Hall of Fame sehen. Allerdings sind für mich andere vor ihm dran. Turgeon ist sicherlich der herausragende Kandidat, seine Leistungen stehen außer Frage. Jeremy Roenick ist ein interessanter Name, ein großartiger Spieler, aber auch nicht unumstritten. Zum einen war er ein Liebling vieler Fans, sorgte aber durch Differenzen mit Trainern, anderen Spielern und Medienvertretern immer wieder für Kontroversen. Ich schätze die Chancen von Daniel Alfredsson und Keith Tkachuk besser ein.

Alfredsson prägte bei den Ottawa Senators eine Ära, hält die Rekorde für die meisten Tore (426), Assists (682) und Punkte (1108) in der Franchise-Geschichte, gewann 2006 mit Schweden olympisches Gold und war als Anführer auf dem Eis und für sein soziales Engagement in der Stadt bekannt. Tkachuk ist der beste US-amerikanische Torschütze (538 Tore) der NHL-Geschichte, der noch nicht in der Hall of Fame ist, und engagiert sich weiterhin in der Nachwuchsarbeit. Diese Beiträge abseits der Eisfläche verschaffen niemandem einen Platz in der Hall of Fame, sie schaden bei knappen Entscheidungen aber auf keinen Fall.

Bernd Rösch: Ich breche mal eine Lanze für Rod Brind'Amour, der zwar zu jener Zeit, in der er 20 Jahre lang aktiv war, nicht zu den Top-Scorern der NHL zählte, jedoch zu den besten 2-Wege-Centern der Liga. Von den St. Louis Blues beim NHL Draft 1988 in der ersten Runde an neunter Stelle gezogen, brachte es Brind'Amour auf 1184 Punkte (452 Tore, 732 Assists) in 1484 Spielen für die Blues, Philadelphia Flyers und Carolina Hurricanes. 1997 zog er mit den Flyers ins Stanley Cup Finale ein, das jedoch gegen die Detroit Red Wings verloren ging. Seine größten Triumphe feierte der Trainer der Carolina Hurricanes an seiner aktuellen Wirkungsstätte: Brind'Amour führte die Hurricanes als Kapitän zu ihrem ersten und einzigen Stanley Cup Gewinn. Im Anschluss dieser und der darauffolgenden Saison wurde er mit der Frank J. Selke Trophy als defensivstärkster Verteidiger ausgezeichnet. Von den zur Auswahl stehenden russischen Spielern würde ich Verteidiger Sergei Zubov, der mit den New York Rangers (1994) und den Dallas Stars (1999) zweimal den Stanley Cup gewann, Mogilny vorziehen. Zubov beendete seine NHL-Karriere mit 771 Punkten (152 Tore, 619 Assists) in 1068 Spielen von 1992/93 bis 2008/09.

Robin Patzwaldt: Als Freund der Torhüter möchte ich Curtis Joseph nennen, auch wenn mit Brodeur bereits in diesem Jahr ein Torhüter in die Hall of Fame aufrückte. Er verzeichnete in seiner Karriere 454 Siege und damit mehr als die bisher dort vertretenen Torleute Terry Sawchuk (445), Jacques Plante (437), Tony Esposito (423), Glenn Hall (407), Grant Fuhr (403) und Dominik Hasek (389). Von daher fände ich es gut, wenn Joseph hinzukäme.

Christian Rupp: Ich finde die Personalie Doug Wilson ganz spannend. Mit 1024 NHL-Spielen, 237 Toren, 590 Assists und 827 Scorerpunkten erfüllt der ehemalige Verteidiger und Norris-Trophy-Gewinner (1982) auch ohne Stanley Cup sportlich alle Voraussetzungen, um es in die Hockey Hall of Fame zu schaffen. Zudem wies der Kanadier auch Führungsqualitäten nach, trug in seinen letzten beiden Jahren bei den Chicago Blackhawks das "A" auf dem Trikot und lief nach seinem Wechsel zu den San Jose Sharks sogar mit dem "C" auf der Brust auf. Dass der heute 61-Jährige sein Leben dem Eishockey widmet, zeigt auch sein Engagement nach der aktiven Karriere: Wilson arbeitete in verschiedenen Funktionen in San Jose. Seit der Saison 2003/2014 ist er sogar der General Manager der Sharks.

 

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Axel Jeroma: Meine beiden Top-Favoriten sind von den Kollegen bereits erwähnt und ihre Leistungsnachweise ausführlich dargelegt worden: Alexander Mogilny und Sergei Zubov. Seine beiden Erfolge im Stanley Cup könnten ein Vorteil für Zubov sein, wobei das ja nicht das allein ausschlaggebende Kriterium ist. Eine Außenseiterchance räume ich Theo Fleury ein, der 1989 mit den Calgary Flames den Stanley Cup holte und sich 2002 mit seinen Kollegen von Team Kanada die olympische Goldmedaille umhängte. Zudem hat er mit 1088 Punkten aus 1084 Spielen eine bedeutende Schallmauer als Scorer in der NHL durchbrochen.

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