WPG 3, MIN 1

In der Western Conference war noch ein einziger Platz für die Stanley Cup Playoffs 2023 zu vergeben. Diesen sicherten sich die Winnipeg Jets nach einem 3:1-Sieg bei den Minnesota Wild am Dienstagabend im Xcel Energy Center. Die Erleichterung über die erfolgreiche Playoff-Qualifikation war bei den Jets spürbar. Winnipegs Schweizer Nino Niederreiter steuerte einen Assist bei.

"Große Gefühle" nach dem Erreichen der Playoffs

"Das war ein wichtiges Spiel mit großen Gefühlen", sagte Jets-Center Mark Scheifele nach dem Auswärtssieg in St. Paul. "Wir haben es aus eigener Kraft geschafft, mussten nicht auf andere Ergebnisse warten, sondern haben es selbst erledigt, was sich toll anfühlt."
Auch bei Winnipegs Trainer Rick Bowness fiel viel Ballast ab: "Ich weiß, dass uns manche Leute zwischenzeitlich schon abgeschrieben hatten. Wir haben uns aber da durchgekämpft. Jedes Team, dass zu dieser Jahreszeit in die Playoffs einziehen möchte, muss sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzen. Dazu gehört auch, diese Zweifel zu beseitigen, das ist in Ordnung und Teil des Geschäfts. Ich muss aber noch einmal unsere Spiele loben, weil sie die ganze Zeit fokussiert geblieben sind und in jedem Spiel an den Prozess geglaubt haben. Ich freue mich für sie."
Harte Arbeit für den letzten Schritt: Lowry und Scheifele stauben ab
Für den letzten Schritt zur Qualifikation für die Playoffs aber mussten die Jets noch einmal richtig hart arbeiten. In einem hitzigen Spiel mit insgesamt 51 Strafminuten überstand Winnipeg vier von fünf Unterzahl-Situationen, steckte 18 Checks ein, teilte genauso viele aus und blockte 21 Schüsse. Außerdem wies Torwart Connor Hellebuyck seine Extraklasse nach, blühte unter Druck regelrecht auf (4:12 Schüsse im ersten und 5:18 Schüsse im dritten Drittel) und wehrte 33 von 34 Torschüssen ab und hielt den so wichtigen Sieg mit 97,1 Prozent Fangquote fest.
Vorne stellten zwei frühe Tore die Weichen auf Sieg: Einen Schuss aus dem High-Slot von Nino Niederreiter konnte Wild-Torhüter Marc-Andre Fleury noch parieren, war gegen den Abstauber von Adam Lowry dann aber machtlos (4.). Für den Schweizer Power Forward war der Assist der 41. Scorerpunkt in der laufenden Saison (24-17-41). Wenig später staubte auch Mark Scheifele seitlich hinter dem Tor stehend mit einem langen Schläger ab. "Ich spiele mit ein paar richtig guten Spielern zusammen, die mir den Puck in vielversprechenden Situationen geben", sagte Scheifele nach seinem 42. Saisontreffer. "Genau so muss ich weitermachen."
Hellebuyck mit Monster-Save(s)
Video: WPG@MIN: Hellebuycks toller Save mit dem Stock
Im Schlussdrittel zeigte dann Hellebuyck reihenweise Glanzparaden und musste sich nur in einer Szene geschlagen geben, in dem er ohne Torwartschläger in Unterzahl gegen Minnesotas Kirill Kaprizov (42., 40. Saisontreffer) das Nachsehen hatte.
In einem 2-auf-1-Konter zeigte dann Mason Appleton keine Nerven und verwandelte frei vor dem Tor zum 3:1-Endstand (55.). Die letzte Szene gehörte aber noch einmal Hellebuyck, der einen scheinbar sicheren Treffer von Mats Zuccarello aus der Nahdistanz aufs halbleere Tor mit einem Hechtsprung und Stick-Save verhinderte.
"Diese Parade hat sich richtig gut angefühlt, das kann ich euch sagen", grinste der Goalie und freute sich umso mehr über die erfolgreiche Playoff-Qualifikation: "Wir haben uns gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt. Vielleicht haben wir ein wenig länger dafür gebraucht, aber wir haben selbst einen Weg gefunden. Wir haben Charakter in dieser Kabine und wissen jetzt, was unser Spiel ist. Dass wir das in den letzten Spielen zeigen konnten, war wichtig."
Sorgen um Stürmer Ehlers
Die Jets gewannen zuletzt drei Spiele in Folge und schüttelten so Verfolger Nashville Predators ab. Kurios: Schweizer Niederreiter war während dieser Saison von Nashville nach Winnipeg getradet worden und spielt jetzt Playoffs mit seinem neuen Team. An diesem Abend begann der 30-Jährige aus Chur in der dritten Sturmreihe neben Lowry und Appleton und erhielt 16:04 Minuten Eiszeit (davon 2:48 im Powerplay und 0:26 im Penalty Killing, ein Torschuss, fünf Checks, zwei Blocks, +1).
Ob der Schweizer im letzten Hauptrunden-Spiel bei der Colorado Avalanche am Donnerstag (Freitag, 2 Uhr MESZ) zwangsläufig eine Reihe nach oben rutscht, bleibt abzuwarten. Immerhin verletzte sich Zweitreihen-Flügelstürmer Nikolaj Ehlers nach einem Check von Ryan Hartman im dritten Drittel, verschwand in der Kabine und kehrte nicht wieder zurück. Der Klub konnte auch nach dem Spiel keine Entwarnung geben. Ehlers konnte ohnehin erst 45 Spiele in dieser Saison absolvieren (12-26-38). Ein möglicher Ausfall in den Stanley Cup Playoffs würde schwer wiegen.