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Wilde Manöver und spektakuläre Wechsel

Free Agency und Trade Deadline zählen zu den aufregendsten Ereignissen für Spieler und Fans

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Der NHL-Kalender ist jedes Jahr vollgepackt mit spektakulären Ereignissen. Dazu zählen die traditionell am 1. Juli beginnende Free Agency und die Trade Deadline, die um den 1. März stattfindet. Im Grunde gehören beide untrennbar zusammen wie Asterix & Obelix, Laurel & Hardy, Uli Hoeneß & Bayern München oder New York & die Freiheitsstatue. An beiden Tagen werden nämlich Spielerverpflichtungen und Wechsel in einer Frequenz verkündet, dass einem dabei mitunter Hören und Sehen vergeht.

Im Rahmen der Free Agency verändern sich Spieler, die zum Stichtag keine gültigen Arbeitspapiere mehr bei einem NHL-Klub haben. Dabei wird zwischen Unrestricted Free Agents und Restricted Free Agents unterschieden.
Bei Unrestricted Free Agents ist nicht nur der Vertrag ausgelaufen, sie haben von ihrem letzten Arbeitgeber auch kein neues Angebot für eine weitere Zusammenarbeit erhalten. Darüber hinaus kommt es vor, dass eine Franchise den Vertrag mit einem Akteur abrupt beendet, indem sie ihm die Summe für die Restlaufzeit seines Kontrakts ausbezahlt. Von einem solchen Buy-out war im vergangenen Jahr beispielsweise Dennis Seidenberg bei den Boston Bruins betroffen. Diese Spieler zählen ebenfalls zur Kategorie Unrestricted Free Agent und dürfen sich wie die übrigen ohne Einschränkung ein anderes Betätigungsfeld in der NHL suchen.

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Die Teams, bei denen die Aktiven zuletzt ihrem Beruf nachgegangen sind, bekommen keinerlei Ausgleich vom neuen Klub. Um nicht leer auszugehen, versucht das Management des betreffenden Teams daher meistens, potentielle Unrestricted Free Agents vor dem 1. Juli in einem regulären Trade abzugeben. Auf der anderen Seite nutzen Spieler den nahenden Free-Agent-Status als Druckmittel für eine Gehaltserhöhung. Diese Gemengelage führt vor, am und nach dem 1. Juli zu wilden Spekulationen und Manövern. Erst recht in diesem Sommer, in dem Stars wie Jaromir Jagr (Florida Panthers), Mike Fisher (Nashville Predators) oder Joe Thornton (San Jose Sharks) zur illustren Gesellschaft der Unrestricted Free Agents gehören.

Ähnlich interessant geht es für gewöhnlich bei den Restricted Free Agents zu. Bei dieser Gruppe handelt es sich um Spieler, deren NHL-Einstiegsvertrag abgelaufen ist. Jede andere Franchise darf ihnen ein Angebot machen. Kommt es zu einer schriftlichen Übereinkunft mit einem Klub, hat der alte Verein sieben Tage Zeit, diese Offerte zu überbieten. Geschieht dies nicht, ist der Weg für den Restricted Free Agent frei. Das vormalige Team erhält einen Ausgleich in Form eines oder mehrerer Draft-Picks. Auf der Liste der Restricted Free Agents befinden sich ab Samstag unter anderem Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) und Philipp Grubauer (Washington Capitals). Für die deutschen Fans ein Grund mehr, die Free Agency intensiv zu verfolgen.

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Wer Freude an ganz besonderen Volten hat, dem sei an dieser Stelle ausdrücklich die Trade Deadline ans Herz gelegt. Dabei kommt es schon mal vor, dass ein Spieler gleich zweimal binnen weniger Minuten zum Gegenstand eines Deals wird. So geschehen bei Mark Streit in diesem Jahr. Zuerst schickten ihn die Philadelphia Flyers zu den Tampa Bay Lightning. Eine halbe Stunde später reichte ihn die Franchise aus Florida an die Pittsburgh Penguins weiter. Manche bezeichnen dies despektierlich als Viehhandel, andere wiederum lieben die NHL genau wegen dieses Spektakels.

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