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Wenn NHL-Spieler erstmals wieder heimkehren

Auston Matthews kehrte nun erstmals zurück in seine Heimat, Gaudreau und Stamkos kannten das Erlebnis schon

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Es war eine erste Rückkehr für Torontos Stürmer Auston Matthews als gestandener NHL-Spieler in die Region in der er aufwuchs, als der Center am Freitag mit seinen Maple Leafs, bei denen er im Sommer als Nummer 1 des diesjährigen NHL Entry-Drafts ausgewählt wurde, bei den Arizona Coyotes antrat. Der Druck auf den jungen Mann war schon im Vorfeld groß. Das Medieninteresse war gigantisch.

Und Matthews bestand den Test. Er siegte mit seinem Team mit 4:1, konnte selber einen Zähler beisteuern. "Ich bin sehr stolz und zufrieden. Mit ein paar Worten lässt sich gar nicht ausdrücken was ich derzeit fühle. Es war ein großartiges Ereignis in meinem Leben" gab er anschließend zu Protokoll. Dass der Druck bereits so groß war, daran waren natürlich auch die Statistiken von Matthews maßgeblich beteiligt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 15 Treffer und 24 Zähler vorzuweisen.

Bezüglich seiner Rückkehr in die Gegend in der er aufgewachsen war gab er sich schon vorher aufgeregt. Seine Eltern waren im Publikum der Gila River Arena in Glendale. Dazu etliche Jugendfreunde und Hockeykollegen aus diversen Jugendmannschaften in denen der Jungstar früher mitgewirkt hatte.

"Im Laufe der letzten Jahre sind es immer mehr Leute geworden, die meine Eltern angesprochen haben, auf mich aufmerksam wurden. Da will man natürlich allen auch irgendwie gerecht werden. Es ist schließlich eine Ehre, das man diese Rolle einnehmen darf."

Mit dieser Situation umzugehen ist sicherlich nicht leicht. Gerade in diesem Alter. Doch Matthews ist natürlich nicht der erste und sicherlich auch nicht der Letzte Eishockeyprofi, dem es wiederfährt als Profi in der Stadt antreten zu dürfen in der er aufgewachsen ist. Nur selten wird das Schicksal allerdings so sehr beleuchtet wie in diesem Fall. Andere Beispiele zeigen allerdings auch, dass der Ablauf grundsätzlich immer ähnlich ist für die Betroffenen.

Im Oktober dieses Jahres erging es Sean Kuraly nicht grundsätzlich anders, als er mit 'seinen' Boston Bruins erstmalig in der Nationwide Arena zu Columbus auflief.

Der einst im benachbarten Dublin aufgewachsene NHL-Profi freute sich seinerzeit ebenfalls auf etliche Freunde und Verwandte dort. Seine Eltern und Geschwister freuten sich darauf das Familienmitglied an altvertrauter Stelle erstmals mit einem Gästeteam begrüßen zu dürfen. Kuraly feuerte dort jahrelang die 'Jackets' an, als er noch u.a. für sein Jugendteam aus Ohio aktiv war. "Ich bin hier im Umfeld der Halle aufgewachsen. Früher habe ich den Jungs hier immer bewundernde Blicke zugeworfen. Ich kann es gar nicht glauben, dass ich nun gegen sie spielen darf" freute sich der 23-jährige damals.

Auch Brandon Carlo von den Boston Bruins machte im November eine ganz ähnliche Erfahrung. Mit den Bruins gastierte er erstmals in Denver bei den Colorado Avalanche. Für ihn, der aus Colorado Springs stammt, eine ungewohnt emotionale Rückkehr.

Über 80 Freunde und Verwandte von ihm saßen damals im Pepsi Center. Es war der Ort, wo er sich in die NHL vernarrte, als er hier früher einmal ein erstes Ligaspiel vor Ort mit verfolgen durfte.
"Das war ein einzigartiges Erlebnis. Ich vermisse Colorado, und ich freue mich, dass ich so viele Freunde und Verwandte wiedersehen durfte."

"Ich bin froh und dankbar, dass man mir in Boston dieses Erlebnis ermöglicht hat, mir das Vertrauen ausgesprochen hat."

Doch nicht nur Spieler aus der 'zweiten Reihe' genießen das Erlebnis der Heimkehr.
Schon im Jahre 2008 berichtete Steven Stamkos begeistert von seiner ersten Heimkehr mit den Tampa Bay Lightning nach Toronto. Der damals erst 18-Jährige, im Vorort Unionville aufgewachsen, spielte damals erstmals auf NHL-Niveau gegen die Leafs, das Lieblingsteam aus seiner Kindheit.

Auch ihn unterstützen damals weit über 50 Verwandte und Freunde im Air Canada Centre. Der damalige Nummer 1-Draft-Pick gab sich aufgeregt: "Die kanadischen Medien schauen hier auf jede Kleinigkeit. Nichts bleibt unkommentiert. Ich versuche mich ganz auf mein Spiel zu konzentrieren."

An diesen Druck und die Aufmerksamkeit musste sich auch Johnny Gaudreau von den Calgary Flames im Jahre 2015 erst noch gewöhnen, als er mit den 'Flames' in Philadelphia bei den dortigen Flyers antreten durfte.

Der damals erst 21-jährige Stürmer trat zu seinem ersten Spiel daheim an, aß dem Vernehmen nach vor dem Spiel bei der Großmutter daheim noch Ravioli, genoss die Aufmerksamkeit der Familie in der Heimat. Er soll sogar daheim geschlafen haben, im Haus seiner Eltern.

Die Gloucester Catholic High School hat seine Trikotnummer damals ihm zu Ehren gesperrt. Und im Wells Fargo Center, da wo er früher so viele Spiele der Flyers als Fan beobachtet hatte, da erwarteten ihn 35 Familienmitglieder zu seinem ersten Auftritt mit den Westkanadiern aus Calgary.

"Wenn man mir das noch vor 12 Monaten gesagt hätte, ich hätte es nicht glauben können, dass es einmal so kommen wird" strahlte Gaudreau damals.

Ein Gefühl, welches nun auch Auston Matthews erleben durfte, als er am Freitag erstmals wieder in Arizona auftrat.

 

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