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Capitals überzeugen auch ohne Ovechkin

Washington siegt in Montreal, obwohl der Kapitän seine Sperre für die Absage des All-Star Games absaß

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Im dritten Jahr in Folge wurde Alex Ovechkin von den Washington Capitals im Januar von den Fans in einer Internet-Abstimmung, dem NHL All-Star Fan Vote 2020 präsentiert von adidas, zum Kapitän der Metropolitan Division für das Honda NHL All-Star Game 2020 in St. Louis gewählt. Doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Wie im Jahr zuvor, als er seine Teilnahme am Honda NHL All-Star Game 2019 in San Jose aus dem gleichen Grund absagte, gab der Russe bekannt, dass er eine Ruhepause vom Spielbetrieb benötige und nicht antreten werde.

Neben einem geteilten Echo darauf in der Öffentlichkeit, folgte das, was Ovechkin bereits aus dem Vorjahr kannte. Die NHL-Regularien sehen im Fall einer Absage des All-Star Games durch einen Spieler, die nicht auf eine Verletzung beruht, eine Sperre für die letzte Partie vor oder die erste nach dem All-Star Wochenende vor.

Ovechkin und die Capitals entschieden sich für einen Einsatz im letzten Spiel vor ihrem All-Star Break gegen die New York Islanders am 18. Januar und trafen die richtige Entscheidung. Der linke Flügelstürmer markierte seinen zweiten Hattrick in Folge und führte sein Team zu einem 6:4-Erfolg. Nicht nur in dieser Begegnung zeigte er wieder einmal eindrucksvoll, welchen Wert er selbst im Alter von 34 Jahren für seine Farben hat.

Am Montag im ersten Auftritt der Capitals nach der Pause bei den Montreal Canadiens im Bell Centre musste Ovechkin folglich aussetzen und das Spiel von der Tribüne aus verfolgen. Der Leistung des Teams tat es wenig Abbruch und die beiden Punkte wurden durch einen 4:2-Sieg im Gepäck für die Weiterreise mitgenommen. Es war der vierte Sieg in Folge, der die Spitzenposition in der NHL mit nun 73 Punkten in 50 Spielen weiter stärkte. Es ist die zweitbeste Bilanz ihrer Geschichte nach der Saison 2015/16, als sie mit der gleichen Anzahl 78 Punkte holten.

Für das Selbstverständnis von Washington war es eine wichtige Erkenntnis auch ohne ihre berühmte Nummer 8 überzeugen und die Punkte einfahren zu können. Einerseits verwundert es kaum, denn der Kader ist mit Stars nur so gespickt, aber einen Mann, der Tore fast wie am Fließband schießt, muss auch erst einmal ersetzt werden. Acht Treffer waren es in den vergangenen drei Partien, 34 sind es in dieser Saison und 692 in seiner Karriere.

Die Capitals taten dies auf beeindruckende Weise. Zwar gingen die Canadiens durch Jeff Petry in der 2. Minute mit 1:0 in Führung, doch die Capitals schlugen eiskalt zurück. Tom Wilson glich in der 19. Minute im Powerplay aus und Travis Boyd brachte die Gäste in der 23. Minute mit Hilfe von Petrys Schlittschuh erstmals in Front. Diesen Vorsprung baute Jakub Vrana in der 35. Minute mit seinem 23. Saisontreffer auf 3:1 aus. Dale Weise brachte zwar die Hausherren in der 48. Minute noch einmal auf ein Tor heran, doch Nicklas Backstrom machte 23 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins verlassene Gehäuse alles klar.

"Natürlich ist es ein großer Verlust an Torjäger-Qualitäten für uns, aber wir haben das als Mannschaft zusammen ausgemerzt", betonte Vrana, der mit einem Tor und einer Vorlage sein neuntes Multi-Punkte-Spiel der Saison verbuchte, über die Abwesenheit von Ovechkin. "Wir haben heute trotzdem Chancen kreiert, besonders die vierte Reihe. Ich meine, dass sie viele Chancen hatten, sie haben wirklich gut gespielt und das war ein großartiger Teamerfolg."   

Vier verschiedene Torschützen verdeutlichen, dass es bei Washington nicht nur auf Ovechkin ankommt und sie mit ihrer Tiefe im Kader auch ohne ihn jeden Gegner schlagen können. Ein Blick auf die Zahlen verrät, dass dem nicht immer so war, denn seit er in der Saison 2005/06 tätig wurde, konnte Washington lediglich eine Bilanz von 15-14-2 ohne ihn erreichen. Darin sind aber auch Spiele aus Jahren enthalten, in denen die Capitals weniger gut durchgängig besetzt waren.

Alleine die Formation mit Vrana, T.J. Oshie und Evgeni Kuznetsov sorgt in letzter Zeit stets für Unruhe auf der gegnerischen Seite. "Die Reihe funktioniert wirklich gut, wir kreieren die ganze Zeit Chancen", bestätigte Vrana, der seine Punkteserie (acht Tore, drei Assists) auf neun Spiele erweiterte. "Diesen Monat war ich es, der am Ende am meisten davon profitiert hat, aber man weiß es nie. Je mehr Chancen wir erarbeiten, desto mehr können die anderen auch treffen. Es geht also nicht nur um mich."

 

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Durch das Drehen des 0:1-Rückstandes war es das 17. Comeback der Capitals in dieser Saison, so viele wie kein anderes Team in der NHL. Würden sie am Saisonende in dieser Kategorie ebenfalls ganz oben stehen, wäre es das sechste Mal in ihrer Geschichte nach 1985/86, 1991/92, 1997/98, 2010/11 und 2015/16. 

Egal also ob mit oder ohne Ovechkin, die Capitals haben sich in dieser Spielzeit erneut in den Favoritenkreis für den Gewinn des Stanley Cups gespielt. Nichtsdestotrotz wird der Kapitän im nächsten Spiel am Mittwoch (Do. 1.30 Uhr MEZ, NHL.tv) zu Hause in der Capital One Arena gegen die Nashville Predators sehnsüchtig zurückerwartet und wieder auf Torjagd gehen.

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