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Die Washinton Capitals befinden sich im freien Fall. Auch ihre Stärke bei Freiluft-Spielen konnte sie nicht vor der vierten Niederlage in Folge bewahren: Bei den Navy Federal Credit Union Stadium Series 2023 im Carter-Finley Stadium in Raleigh verloren die Capitals mit 1:4 gegen die Carolina Hurricanes und müssen nun um eine Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs fürchten. Trainer und Spieler sprachen Klartext und fanden deutliche Worte.

Große Ernüchterung bei den Capitals
Auf ihre Outdoor-Serie war bislang immer Verlass: Washington gewann bis zu diesem Abend alle drei Freiluft-Auftritte und sammelte damit die zweitmeisten Siege bei Outdoor Games. Das Glück aber hat die Capitals an diesem Abend in Raleigh in North Carolina verlassen.
"Ein Freiluftspiel in so einer Atmosphäre - das war nicht das Ergebnis das wir uns gewünscht hatten", sagte Trainer Peter Laviolette. "Sie haben es gut gemacht, haben schnell gespielt, hart foregecheckt. Wir sind nicht hinter ihre Verteidigung gekommen und konnten kaum Druck in der Offensive aufbauen. Wir sind nur hinterhergelaufen. Wir hatten kein Tempo im Aufbau, sind kaum durch die neutrale Zone gekommen. Wir waren nicht schnell genug, um sie zu verteidigen, sind nicht von der Bande losgekommen und nicht vor ihr Tor gekommen. Sie waren viel schneller und haben die Zweikämpfe gewonnen."

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Für Washington zeichnet sich damit ein Negativtrend immer krasser ab: Es war die vierte Niederlage in Folge, sieben der letzten zehn Spiele wurden verloren (3-7-0). Insbesondere die Offensive bereitet den US-Hauptstädtern große Sorgen: In acht der letzten zehn Partien gelangen maximal zwei Tore oder weniger. In diesem Fall erzielte Tom Wilson den einzigen Capitals-Treffer zum 1:4-Endstand (51.).
"Wir setzen die Dinge nicht um und es fehlen zehn bis 15 Prozent von jedem einzelnen Spieler", so Mittelstürmer Lars Eller. "Wenn wir den Puck haben, setzen wir es nicht gut um. Wir spielen schlechte Pässe, laufen uns nicht frei oder finden die Passwege. Wir brauchen mehr von jedem Einzelnen. Wir haben zu wenig Konstanz. In den letzten vier Spielen sind wir nicht annähernd an unser Leistungsmaximum gekommen und müssen schauen, dass wir das schnell wieder hinbekommen."
Auch der erfahrene Center Nicklas Backstrom legte den Finger in die Wunde: "Wir spielen ehrlich gesagt nicht gut: Kein Aufbau, kein Spiel in der neutralen Zone, kein Forechecking - es ist ziemlich enttäuschend und schaut mit Sicherheit nicht gut aus. Defensivzone, neutrale Zone, Offensivzone, es funktioniert momentan nirgendwo."
Oshie: "Ich bin beunruhigt"
Schwer wiegt auch der Ausfall von Kapitän und Superstar Alex Ovechkin, der wegen dem Tod seines Vaters in die Heimat gereist war. Washingtons Top-Scorer und Top-Torjäger wird aber in der nächsten Woche zurückerwartet.

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"Wir vermissen unseren Nummer-1-Stürmer (Ovechkin, d. Aut.) und unseren Nummer-1-Verteidiger (John Carlson, d. Aut.)", zählt Flügelstürmer T.J. Oshie auf. "Das hilft uns sicher nicht. Aber die Jungs, die in der Aufstellung stehen, müssten in der Lage sein, ein paar Spiele zu gewinnen. Wir spielen aber nicht gut genug, um das zu schaffen."
Entsprechend schrillen auch bei Oshie die Alarmglocken: "Ich bin beunruhigt", sagt er. "Das, was uns lange charakterisiert hat, war in den letzten paar Wochen nicht da. Wir fangen hoffentlich in der nächsten Woche an, Playoff-Hockey zu spielen, sonst werden wir am Ende den anderen zuschauen müssen. Wir müssen begreifen, dass jetzt jeder Playoff-Hockey spielen muss, um in der Tabelle wieder nach oben zu klettern."
Washington fällt aus den Playoff-Rängen
Durch die schlechten Ergebnisse aus den letzten Wochen hat Washington (28-24-6) den Wildcard-Platz in der Eastern Conference an die New York Islanders (28-24-7) verloren. Direkt hinter den Capitals haben sich zudem die Florida Panthers (28-25-6), Buffalo Sabres (28-22-4) und Detroit Red Wings (26-21-8) als breites Verfolgerfeld in Stellung gebracht. Zwischen dem ersten Wildcard-Rang, den die Pittsburgh Penguins (27-19-9) inne haben und den folgenden fünf Teams liegen nur drei Punkte.

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"Zu diesem Zeitpunkt in der Saison geht es um jeden einzelnen Punkt", weiß Tom Wilson. "Wir müssen unser Selbstvertrauen und unseren Stolz wiederfinden, müssen uns sammeln und als Team zusammenkommen, denn es gibt keine Zeit zu verlieren. Wir sind nicht gut genug und müssen wieder an die Arbeit gehen, uns gegenseitig wieder besser unterstützen, den Puck mehr fordern und füreinander arbeiten."
So sieht das auch Coach Laviolette: "Es hat viel mit Selbstvertrauen zu tun. Wir müssen unsere Beine und den Puck wieder schneller bewegen, ein schnelleres Spiel spielen. Wenn du das schaffst, wirst du auch wieder mehr Offensive kreieren."
Auf Washingtons Spielplan stehen nun drei Heimspiele gegen die Detroit Red Wings, Anaheim Ducks und New York Rangers - allesamt richtungsweisende Spiele für den weiteren Saisonverlauf, bei denen wohl Ovechkin wieder mit anpacken wird.