Eastern Conference Playoffs Video-Trailer

Die Teilnehmer an den Stanley Cup Playoffs 2022 stehen fest. Alle 16 Teams wissen seit Freitag, gegen wen sie zum Auftakt der K.o.-Runde, die am 2. Mai beginnt, antreten werden. NHL.com/de wirft aus diesem Grund einen Blick auf die Teilnehmer.
In dieser Ausgabe: Die acht Mannschaften aus der Eastern Conference.

Florida Panthers (1. Atlantic, 58-18-6)
Die Florida Panthers waren das Maß aller Dinge in der regulären Saison 2021/22 und krönten eine herausragende Saison mit 122 Punkten durch den Gewinn der Presidents' Trophy. Die Panthers stellten auch die beste Offensive der gesamten Liga (4,11 Tore/Spiel), gaben die meisten Torschüsse ab (37,3 Schüsse/Spiel) und hatten ein klickendes Powerplay (24,4 Prozent Erfolgsquote, 5.). Es scheint, als könnte Florida mit seiner Qualität in der Spitze und Tiefe zu jederzeit ein Tor erzielen.

Mit dem spielmachenden Flügelstürmer Jonathan Huberdeau (30-85-115) wissen die Panthers den zweitbesten Scorer der Saison in ihren Reihen (gleichauf mit Johnny Gaudreau, Calgary Flames, 40-75-115). In der Defensive (2,95 Gegentore/Spiel, 12.) kann Florida in den Playoffs noch eine Schippe drauflegen, verfügt aber auch hier über wuchtige und gleichzeitig mobile Verteidiger. Abwehrspieler Radko Gudas etwa teilte die meisten Checks aller Spieler in 2021/22 aus (355 Hits). Torwart Sergei Bobrovsky (2,67 Gegentore/Spiel, 91,3 Prozent Fangquote, drei Shutouts) spielte eine solide Saison und hat mit Spencer Knight (2,79 GAA, 90,8 SV%, 2 SO) einen verlässlichen Backup hinter sich.
Insgesamt scheint der Mix in Sunrise zu stimmen: Die Mannschaft ist schnell, gleichzeitig aber auch physisch stark. Spieler wie Joe Thornton (42), Patric Hornqvist (35) oder Claude Giroux (34) impfen dem ansonsten recht jungen Kader eine Menge Playoff-Erfahrung, Ruhe und Routine ein.
Washington Capitals (2. Wildcard, 44-26-12)
Zum achten Mal in Folge qualifizierten sich die Washington Capitals für die Stanley Cup Playoffs und erreichten als achtplatziertes Team in der Eastern Conference die 100-Punkte-Marke.

WSH@ARI: Sheary nutzt Vorlage von Bäckström

Der ultimative Offensivmotor bei den Capitals ist und bleibt Kapitän Alex Ovechkin. Der Scharfschütze legte eine 50-Tore und 90-Punkte-Saison aufs Eis (50-40-90) und war mit Abstand der Top-Scorer in der US-Hauptstadt. Allerdings scheint Washington auch sehr abhängig von seinem Superstar zu sein. Insbesondere in der Tiefe fehlt der Scoring Touch.
Um die erste Runde zu überstehen, müssen sich die Capitals auch in Sachen Special Teams und Faceoffs steigern: Das Powerplay (18,8 Prozent, 23.) mit Ovechkin im linken Bullykreis scheint entschlüsselt worden zu sein, auch das Penalty Killing (80,4 Prozent, 12.) hat noch Luft nach oben. In Sachen Faceoffs gewann Washington gerade einmal 47,1 Prozent, was den drittschlechtesten Wert der Liga bedeutet (30.).
Offen ist zudem noch die Frage, wer im Tor starten wird: Vitek Vanecek (2,67 GAA, 90,8 SV%, 4 SO) und Ilya Samsonov (3,02 GAA, 89,6 SV%, 3 SO) erhielten jeweils 39 Starts in der Hauptrunde, ragten aber beide nicht heraus und müssen gegen offensivstarke Florida Panthers ihr Spiel auf ein höheres Level heben.
Toronto Maple Leafs (2. Atlantic, 54-21-7)
Die Toronto Maple Leafs sicherten sich Platz 2 in der starken Atlantic Division und hoffen, erstmals seit 18 Jahren (zuletzt 2003/04) wieder eine Playoff-Serie gewinnen zu können.

BOS@TOR: Nylander zieht zum Tor und trifft

Hoffnung macht die brandgefährliche Offensivabteilung: Im Schnitt 3,8 Tore/Spiel bedeuten den zweitbesten Wert in der NHL. Auston Matthews ist eine menschgewordene Tormaschine und schloss mit 60 Saisontreffern als Top-Torjäger ab. Doch auch seine Sturmkollegen Mitch Marner (35 Tore) und William Nylander (34 Tore) knackten die Schallmauer von 30 Saisontreffern.
27,3 Prozent Überzahlquote bedeuten zudem das beste Powerplay der Liga. Matthews (16 Powerplay-Tore), Nylander (13 PPG) und Tavares (10 PPG) sind die Go-To-Guys in Überzahl. Die Maple Leafs sind außerdem das beste Team am Bullypunkt, gewannen 55,1 Prozent ihrer Faceoffs und konnten so ihr flottes Puckbesitz-Hockey besser umsetzen.
Für die Playoffs stellt sich nun aber die Frage, ob die Defensive halten wird. Mit 3,07 Gegentoren/Spiel sind die Maple Leafs hier noch zu anfällig (Rang 19). Mut macht die PK-Quote von 82,1 Prozent (8.).
Auf der Torhüterposition zählte Jack Campbell (2,64 GAA, 91,4 SV%, 5 SO) zu den großen Überraschungen, muss diese Leistungen aber erst noch auf Playoff-Niveau bestätigen. In seiner Vita stehen erst sieben Einsätze in den Stanley Cup Playoffs.
Tampa Bay Lightning (3. Atlantic, 51-23-8)
Die Tampa Bay Lightning gehen zum zweiten Mal in Folge das Projekt Titelverteidigung an und haben Hunger auf den Championship-Hattrick. Die reguläre Saison schlossen die Lightning zwar "nur" auf Platz drei ab, doch schon im erfolgreichen Vorjahr ging Tampa Bay als Dritter in die Postseason und spielte pünktlich zu den Playoffs sein bestes Eishockey. Davon ist auch jetzt auszugehen.

TBL@NYI: Stamkos erzielt seinen zehnten Hattrick

In Sachen Offensive (3,48 Tore/Spiel, 7.), Defensive (2,78 Gegentore/Spiel, 6.), Powerplay (23,9 Prozent, 8.) und Penalty Killing (80,6 Prozent, 11.) landeten die Lightning jeweils im oberen Drittel der NHL, haben damit keine wirkliche Schwachstelle.
Hochkarätige Spieler dürften zu den Playoffs mit ihrer Erfahrung aufblühen: Im Sturm etwa spielte Kapitän Steven Stamkos (42-64-106) das beste Jahr seiner Karriere. Auch dahinter reißt die Qualität mit Angreifern wie Nikita Kucherov (25-44-69), Brayden Point (28-30-58), Ondrej Palat (18-31-49) oder Anthony Cirelli (17-26-43), die weite Strecken der regulären Saison verletzt verpasst hatten, nicht ab. Victor Hedman (20-65-85) zählt zu den besten und gefährlichsten Verteidigern der Liga. Torwart Andrei Vasilevskiy (2,49 GAA, 91,6 SV%, 2 SO) ist groß und beweglich zugleich und fängt seit Jahren konstant auf Weltklasse-Niveau.
Die Mischung aus Schnelligkeit und Physis macht Tampa erneut zu einer gefährlichen Mannschaft.
Carolina Hurricanes (1. Metro, 54-20-8)
In der prominent besetzten Metropolitan Division schafften es die Carolina Hurricanes, der klangvollen Konkurrenz zu entwischen und schlossen als Spitzenreiter ab. Die Hurricanes kommen über Teamgeist, Tiefe und Defensive: Trainer Rod Brind'Amour geht als akribischer Arbeiter voran, ist ein Vorbild für seine Spieler und fordert im Gegenzug pure Leidenschaft ein.

NJD@CAR: Teravainens Laser zum 4:1 für Carolina

In der Offensive sind Sebastian Aho (37-44-81), Andrei Svechnikov (30-39-69) und Teuvo Teravainen (22-43-65) zweifelsohne die Top-Spieler, doch der Star in Raleigh ist die Mannschaft. Gleich neun Spieler scorten mindestens 40 Punkte, elf Spieler trafen zweistellig. Darunter mit Nino Niederreiter (24-30-44) übrigens auch ein Schweizer. Das Prunkstück aber ist die Defensive, die nur 200 Gegentore zuließ (2,44 Gegentore/Spiel, 1.) - kein Team kassierte weniger.
Zudem stellt Carolina auch das beste Penalty Killing (88 Prozent, 1.) und ließ die wenigsten gegnerischen Torschüsse zu (28,2 Prozent, 1.). In Brind'Amours System müssen alle fünf Spieler, also auch die drei Stürmer mit nach hinten arbeiten. Das laufintensive System beinhaltet sowohl aggressives Forechecking als auch aufopferungsvolles Backchecking. Entsprechend unangenehm sind die Hurricanes zu bespielen, zumal sie auch 53,9 Prozent ihrer Faceoffs gewinnen (4.).
Im Tor räumten Starter Frederik Andersen (2,17 GAA, 92,2 SV%, 4 SO) und Backup Antti Raanta (2,45 GAA, 91,2 SV%, 2 SO) die Jennings Trophy für das Goalie-Gespann mit den wenigsten Gegentoren ab.
Boston Bruins (1. Wildcard, 51-26-5)
Die Boston Bruins bringen eine Menge Playoff-Erfahrung mit. Stars wie die Stürmer Brad Marchand (32-48-80), David Pastrnak (40-37-77), Patrice Bergeron (25-40-65), Taylor Hall (20-41-61) oder Abwehrchef Charlie McAvoy (10-46-56) sind mit allen Wassern gewaschen.

BOS@MTL: Haula trifft mit einem Penalty-Schuss

Auf genau diese Erfahrungswerte dürften die Bruins im Erstrunden-Duell mit Carolina bauen und dabei insbesondere auf eine sattelfeste Defensive setzen: 2,66 Gegentore/Spiel (4.) bestätigen eine nur schwer zu knackende Abwehr, zudem spielt Boston gerne hart mit vielen Checks (26,7 Hits/Spiel, 3.) und lässt kaum Schüsse zu (28,7 Schüsse/Spiel, 3.). Diese Abräumer-Qualitäten gehen zumeist auf Kosten von Torgefahr von der blauen Linie.
Die Bruins sind stark im Faceoffkreis (54,2 Prozent gewonnene Bullys), haben in Sachen offensive Produktivität (3,09 Tore/Spiel, 15.), Powerplay (21,2 Prozent, 15.) aber noch Luft nach oben. Hier spielt insbesondere die Effektivität eine Rolle, denn mit 36,1 Torschüssen/Spiel brachte Boston durchaus viele Scheiben zum Tor.
Spannend dürfte sein, wer in den Playoffs als Stammtorhüter agieren wird: Jeremy Swayman (2,41 GAA, 91,4 SV%, 3 SO) und Linus Ullmark (2,45 GAA, 91,7 SV%, 1 SO) erhielten jeweils 39 Starts und bewegten sich leistungstechnisch auf einem ähnlichen Niveau.
New York Rangers (2. Metro, 52-24-6)
Die New York Rangers sind wieder da - und wie: Seit fünf Jahren (zuletzt 2016/17) standen die Rangers nicht mehr in der 1. Runde der Stanley Cup Playoffs (2019/20 war in der Qualifikationsrunde Schluss). Nun ist New York sogar Favorit gegen die Pittsburgh Penguins.

WSH@NYR: Lafrenière schießt sein 19. Saisontor

Über Jahre bastelten die Verantwortlichen in Manhattan am Umbruch, nun sind viele Talente gereift und bereit für einen langen Playoff-Run. Zu den Top-Talenten zählen die Verteidiger Adam Fox (11-63-74), K'Andre Miller (7-13-20) und Ryan Lindgren (4-11-15) sowie die Stürmer Alexis Lafreniere (19-12-31), Kaapo Kakko (7-11-18) und Filip Chytil (8-14-22), die allesamt schon jetzt wertvolle Beiträge leisten. Getragen wird das Team von den Routiniers Artemi Panarin (22-74-96), Mika Zibanejad (29-52-81) und Senkrechtstarter Chris Kreider (52-25-77), der als drittbester Torjäger in der gesamten NHL abschloss.
Allerdings könnten die Rangers (3,05 Tore/Spiel, 16.) noch mehr Secondary Scoring aus den Bottom-Six-Reihen gebrachen. Das Powerplay ist mit 25,2 Prozent (4.) ansehnlich und effektiv. Die große Stärke aber ist die Betonabwehr am Broadway: New York ließ gerade einmal 2,49 Gegentore/Spiel zu (2.) und hat ein solides PK (82,3 Prozent). Einen großen Anteil daran hat Torwart Igor Shesterkin (2,07 GAA, 93,5 SV%, 6 SO), der eine herausragende Saison spielt.
Trainer Gerard Gallant steht für Playoff-Hockey mit hoher Aggressivität und vielen Checks.
Pittsburgh Penguins (3. Metro, 46-25-11)
Die Pittsburgh Penguins schleppten sich mit viel Verletzungspech durch die reguläre Saison, schlossen aber dennoch auf Platz 3 in der Metropolitan Division ab. Die Stahlstädter sind Stammgäste in den Stanley Cup Playoffs und qualifizierten sich bereits im 16. Jahr in Folge für die Endrunde.

CBJ@PIT: Malkin nutzt eigenen Rebound zu 20. Tor

Der Kader strotzt entsprechend vor Playoff-Erfahrung, weshalb die Penguins mit ihrem abgezockten Trainer Mike Sullivan auch in diesem Jahr wieder ein Faktor in der Postseason sein dürften. Jedoch wird sich die Frage aufdrängen, ob ein alterndes Pittsburgh-Team den hohen Pace in den Playoffs noch mitgehen kann.
Kapitän Sidney Crosby (31-53-84) ist und bleibt das Gesicht der Penguins. Nummer-2-Center Evgeni Malkin verpasste die Hälfte der Saison, wenn fit, lieferte er aber zuverlässig ab (20-22-42). Immer für ein Tor gut ist Flügelstürmer Jake Guentzel (40-44-84).
Pittsburgh ging die Durchschlagskraft - insbesondere aus der Tiefe - ab, was sich auch in den Statistiken zeigt (3,28 Tore/Spiel, 11.; 20,2 Prozent Powerplay, 19.). Die Stärken der Stahlstädter liegt eher in der Defensive (2,71 Gegentore/Spiel, 5.; 84,4 Prozent Penalty Killing, 3.). Goalie Tristan Jarry (2,02 GAA, 91,9 SV%, 4 SO) zeigte sich in der Hauptrunde verbessert, muss nun aber auch in den Playoffs stabil bleiben.