Roman Josi 7-17

Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: Roman Josi von den Nashville Predators

Hinter Roman Josi liegt eine atemberaubende Saison 2025/26. Allen voran stand das Comeback in der NHL, das ihm zwei bedeutende Meilensteine ermöglichte: Das 1000. Spiel sowie das 200. Tor. Später führte er die Schweiz durch die Olympischen Spiele Milano Cortina 2026 und zur Silbermedaille bei der Heim-WM 2026. 

Q-Collar gibt zusätzliche Sicherheit

Die Gesundheit ist das Wichtigste. Das dürfte kaum jemand besser wissen als Roman Josi, der einen beträchtlichen Teil der vorausgegangenen Spielzeit 2024/25 aufgrund von POTS (Posturales Tachykardie Syndrom) verpasst hatte. 

Nach langer Reha aber war der Verteidiger fit für den Saison-Auftakt 2025/26 und gab am 9. Oktober 2025 das langersehnte NHL-Comeback. Aufmerksamen Beobachtern dürfte aufgefallen sein, dass der Berner mit einem neuen Ausrüstungsgegenstand auf dem Eis auftauchte: Ein sogenannter Q-Collar, eine Art schlanke Halskrause, soll die Bewegungen des Gehirns bei Einschlägen reduzieren.

„Mir ging es viel besser als letztes Jahr“, sagte Josi. „Die Halskrause besaß daran großen Anteil. Ich habe sie im Trainingslager ausprobiert und sie ist wirklich gut gegen Stöße gewesen.“

Dank dieser zusätzlichen Sicherheit übernahm der Predators-Kapitän wieder gewohnt viel Verantwortung in seiner Mannschaft: Im Schnitt 24:53 Minuten Eiszeit pro Spiel waren der Top-Wert unter allen Nashville-Spielern. Obwohl der 1,87 Meter große Linksschütze aufgrund von kleineren Verletzungen lediglich mit 68 Partien abschloss, war er teamintern der fünfbeste Scorer (13-42-55), drittbeste Vorlagengeber (42 Assists) und hatte als Powerplay-Quarterback die meisten Assists (20) in Überzahl. Auch im Defensivspiel schonte sich der Abwehrchef nicht und führte die Blocker-Statistik mit 101 geblockten Schüssen an.

Die Top-5-Tore von Roman Josi in der Saison 2025/26

Oder kurz gesagt: Josi war wieder ganz der Alte.

Bedeutende Meilensteine

So war es keine Überraschung, dass der 36-Jährige in 2025/26 gleich zwei bedeutende Meilensteine erreichte.

Am 22. Januar, im Heimspiel gegen die Ottawa Senators (5:3), absolvierte Josi sein 1000. Spiel in der NHL. Er ist damit der erste Spieler in der Franchise-Geschichte der Predators, der eine solche Anzahl an Partien für nur einen Klub absolviert hat. Nach Nino Niederreiter ist er erst der zweite in der Schweiz geborene Spieler, der die Schallmauer von 1000. Begegnungen durchbrechen konnte.

Klar, dass Nashville seinen Franchise-Spieler an diesem Abend gebührend feierte. Alle Spieler und auch seine Kinder trugen 1000-Spiele-T-Shirts, beim Warm-up trugen alle Predators die Nummer 59. Nashvilles Social-Media-Accounts zeigten das Gesicht von Josi. Auf dem Eis bekam er im Kreis seiner Familie - darunter Frau Ellie, seine Kindern Luca und Ivy, seine Eltern Doris und Peter sowie sein Bruder Yannick - den Silbernen Schläger überreicht.

UTA@NSH: Predators ehren Josis Karriere-Meilenstein mit einer Zeremonie vor dem Spiel

„Es war ein besonderer Tag. Ich bin so dankbar für all die Zuneigung, die ich den ganzen Tag über erfahren habe“, sagte Josi damals. „Meine Kinder waren beim Aufwärmen dabei und haben die Aufstellung vorgelesen. Es war kein Spiel wie jedes andere. Aber wenn man erst einmal losgelegt hat, ist man natürlich wieder im Tunnel.“

Nur neun Tage später hatte Josi erneut einen guten Grund zum Feiern: Am 31. Januar im Auswärtsspiel bei den New York Islanders (4:3) schoss er 1:14 Minuten vor dem Ende den Siegtreffer - und gleichzeitig sein 200. NHL-Tor!

NSH@NYI: Josi bringt die Predators mit seinem 200. NHL-Tor spät im dritten Drittel in Führung

Nashville (38-24-10) verpasste die Stanley Cup Playoffs am Ende knapp mit vier Punkten Rückstand.

Zwei Höhepunkte auf internationaler Bühne

Im Februar und Mai war Josi international im Einsatz und vertrat der Schweizer Nati als Kapitän bei den Olympischen Spielen sowie der Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Bei Olympia beendete die Schweiz die Gruppenphase als Zweiter hinter Kanada und vor Tschechien und Frankreich, setzte sich in der Qualifikationsrunde souverän gegen Italien durch (3:0), scheiterte dann aber im Viertelfinale gegen den späteren Bronze-Gewinner Finnland (2:3). Josi steuerte in fünf Olympia-Spielen vier Punkte (2-2-4) bei.

Bei der Heim-WM war Josi Teil der schier undurchdringbaren Schweizer Defensive, die im gesamten Turnier in zehn Spielen nur neun Gegentreffer zuließ und bis zum Finale alle neun Spiele gewann (48:9 Tore). In einer Partie gelang Josi ein Hattrick. Er schloss das Turnier als drittbester Nati-Scorer ab (zehn WM-Spiele, 5-7-12). Im Finale aber zog die Schweiz erneut gegen Finnland den Kürzeren (0:1) - der Traum vom Weltmeister-Titel zerplatzte im dritten Jahr in Folge.

Für Josi nahm eine fast durchweg positive Saison also ein bitteres Ende - formuliert man es positiv, konnte er ein erstaunliches Jahr versilbern.

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