"Klar bin ich überrascht und auch enttäuscht. Ich stehe in der Reihe der Verantwortlichen ganz vorne", sagte DeBoer, dessen Team einen schweren Rucksack trug: "Es gab hohe Erwartungen an diese Mannschaft. Es ist nicht leicht und fühlt sich für niemanden gut an. Wir sind seit einer Weile unter Druck und haben das auch gefühlt. Wir spielen schon seit drei, vier Wochen ums Überleben, also schon eine ganze Zeit."
"Es ist enttäuschend", sagte auch Center Chandler Stephenson. "Dort wollten wir nicht stehen."
Viele Verletzte und kaum Chemie
Eines der Hauptgründe für das Ausscheiden war die Verletzungsmisere: Kein einziger Spieler absolvierte die bislang absolvierten 81 Saisonspiele. Leistungsträger wie Kapitän Mark Stone (36 Spiele), Pacioretty (38 Einsätze), William Karlsson (66 Spiele), Reilly Smith (56), Alec Martinez (25) oder Brayden McNabb (68) fielen gar über einen längeren Zeitraum aus. In der finalen Phase der Hauptrunde verletzte sich auch noch Stammtorwart Robin Lehner schwer (Schulter-OP), weshalb der 25-jährige Rookie Logan Thompson zum neuen Starter wurde. "Sowas habe ich noch nicht erlebt. Das ist verrückt. Viele Top-Spieler haben über einen längeren Zeitraum gefehlt", haderte Stephenson.
Auch der Blockbuster-Trade von Jack Eichel (33 Spiele, 12-10-22) schlug nicht ein wie erhofft. Seit dessen Debüt am 16. Februar kommen die Golden Knights auf eine magere 14-14-5-Bilanz, holten also nur die Hälfte der möglichen Punkte.
"Auf dem Papier hat uns eigentlich nichts gefehlt. Wir hatten alles, was wir gebraucht hätten. Aber wir wissen auch, dass harte Arbeit das Talent auf dem Papier schlagen kann. Chemie ist das wichtigste auf und neben dem Eis. Wir hätten diese gerne schon im Training Camp aufgebaut. Es braucht Zeit, um das zu kreieren. Aber wir hatten genug Spieler, die miteinander spielen können, um Erfolg zu haben. Das ist also nicht entschuldbar", unterstrich Pacioretty. "Wir hatten viele Verletzte, aber auch viel Tiefe, weshalb wir es trotzdem in die Playoffs hätten schaffen müssen. Das ist eine bittere Pille, die wir schlucken müssen. Ich habe bis zum Ende die Hoffnung nicht verloren und gedacht, dass wir es noch schaffen würden. Wir haben jetzt viel Zeit, um das zu reflektieren und müssen einen Weg finden, uns zu verbessern. Keiner hat erwartet, dass wir so weit unter Wert abschließen würden."
"Es gibt keine Entschuldigung"
Für Vegas heißt es jetzt Wunden lecken. Pacioretty hofft, dass das Playoff-Aus in diesem Jahr einen positiven Effekt für die Zukunft haben könnte: "Man muss sich jetzt Teams anschauen, die sich nach solchen Unglücken verbessert haben. Tampa wurde gesweept und hatten danach großen Erfolg. Auch andere Mannschaften haben die Playoffs verpasst und haben dann in der Folgezeit mit demselben Kern lange Läufe realisiert. Wir glauben an das, was wir haben. Wir wissen, dass wir alles in dieser Kabine haben, um zu gewinnen. Aber es gibt keine Entschuldigung für die Position, in der wir jetzt sind."